Beiträge von Paul

    Es bestehen deutliche Unterschiede zwischen einer männlichen und einer weiblichen Brust. Beim Mann handelt es sich in der Regel um einen (im Vergleich zur Frau) ganz kleinen Drüsenkörper, der zudem keine Milch bildenden Drüsenläppchen (lobuli) enthält. Ansonsten besteht die männliche Brust vor allen Dingen aus Fettgewebe - insbesondere bei übergewichtigen Männern wie Du. Hinzu kommt, dass bei Frauen durch den weiblichen Zyklus das Drüsengewebe stark hormonell beeinflusst wird.

    Durch diese weitgehenden Unterschiedliche ist es wenig sinnvoll Beschwerden zu vergleichen und sich beim anderen Geschlecht hierüber Erfahrungen einzuholen.

    Warum folgst Du nicht dem Tipp der Frauen hier, Dich an betroffene Männer zu wenden bzw. wenn es Dich stark beunruhigt einen zweiten Arzt aufzusuchen.

    Aber das hatten wir hier schon beim User „Feldmaus“

    Auch er wollte partout nicht einsehen, dass es Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Brust gibt und auch er ignorierte den Rat sich an betroffene Männer zu wenden.

    Zudem hatte auch er Ungereimtheiten in seiner „Krankengeschichte“ so wie du auch:

    Hallo,
    ich habe seit ca. 3 Wochen eine Verhärtung unter der linken Brust, in der nähe der Brustwarze.
    ...

    ...

    Die damalige Gyno-OP war linksseitig. Diesmal ist es rechts.

    Ja was denn nun? Ist es diesmal links oder rechts???


    Habe gerade gesehen, dass Du auch Männer mit Brustkrebs angeschrieben hast. Ich denke das ist die Bessere Adresse!

    Ich antworte hier noch mal, um Männer mit Problemen an der Brust zu warnen sich in allen Fällen gleich an Frauenärzte zu wenden, weil diese nach der Aussage von Feldmaus die Brust-Spezialisten auch für Männer sind.

    Grundsätzlich ist es richtig, dass bei Jungen und Mädchen gleichermaßen Brustdrüsengewebe angelegt ist. In der Pubertät entwickelt sich diese Anlage aber durchaus unterschiedlich, was wohl jeder hier nachvollziehen kann. Das zeigt ich nicht nur im Volumen, sondern z.B. auch darin, dass sich beim Mann in der Regel keine Drüsenläppchen (Lobuli) entwickeln, sondern nur Milchgänge (Ducti).

    Häufig haben Männer - gerade auch junge - Probleme damit, dass sich bei ihnen ein für Männer ungewöhnlich großes, deutlich sichtbares Brustdrüsengewebe entwickelt. Diese sog. Gynäkomastie hat oft hormonelle Gründe und kann durchaus auch zu Spannungsgefühlen etc. führen. Da nunmal Männer (Hoden) und Frauen (Eierstöcke) unterschiedliche Keimdrüsen haben, die die Sexualhormone produzieren, sind natürlich keinesfalls die Frauenärzte die Spezialisten für diese (hormonell bedingten) Brustprobleme, sondern die Andrologen oder Endokrinologen. Selbst wenn dann durch hormonelle Behandlungen keine Linderung der Beschwerden möglich ist und nur eine Operation weiterhelfen kann, so muss eine Operation natürlich nicht zwangsläufig bei einem Gynäkologen stattfinden.

    Chirurgen entfernen z.B. auch Schilddrüsen, warum sollen sie nicht auch Brustdrüsengewebe beim Mann entfernen können? Plastische Chirurgen operieren Brüste der Frauen und sind auch keine Gynäkologen.

    Bei Brustkrebs-(verdacht) sieht die Situation allerdings anders aus! Brustkrebs ist eine potentiell lebensbedrohende systemische Erkrankung, deren Behandlung sich nicht nur auf die Brust beschränkt. Verdächtige Anzeichen in der männlichen Brust (z.B. harte Knoten) müssen abgeklärt werden! Können Ultraschall und/oder Mammographie Brustkrebs nicht ausschließen, ist es tatsächlich ratsam, sich in einem zertifizierten Brustzentrum behandeln zu lassen, denn dort sitzen die Brustkrebsspezialisten. Durch eine Biopsie kann dann die Diagnose gestellt werden. In bestimmten Situationen der Erkrankung - z.B. in der Nachsorge, kann es dann aber auch durchaus sinnvoll sein, sich weiter durch einen Onkologen behandeln zu lassen. Denn der Gynäkologe ist der Spezialist für Frauen und Ärzte sollten sicher nicht nur eine Krankheit, sondern den gesamten Patienten behandeln.

    So ist die Haltung der meisten Kassenärztlichen Vereinigungen nur bei Brustkrebs(-verdacht) die Behandlung von Männern durch Gynäkologen zuzulassen, durchaus nachvollziehbar. Man sollte also in allen anderen Fällen sich erst mal mit der Krankenkasse in Verbindung setzen um keine Überraschung zu erleben.

    Dies zu den Grundlagen, die jeder im Internet kann nachlesen kann.

    Noch eine persönliche Anmerkung:

    Bei Männern mit Brustkrebs wird in der Regel eine Brust komplett mit der Brustwarze entfernt. Das ist dann optisch durch die Asymmetrie des Oberkörpers sehr auffällig. Natürlich fällt auch - je nach ursprünglicher Ausprägung - das auf den beiden Seiten unterschiedliche Brustdrüsen- oder -Brustfettvolumen auf. Wenn die erkrankte Brust bestrahlt wird, so wächst zudem auf dieser Seite auch die männliche Brustbehaarung nicht nach.

    Die meisten Brustkrebspatienten die ich kenne haben es gelernt, mit diesen kosmetischen Einschränkungen zu leben ohne Brustwarzenrekonstruktionen und Angleichungsoperationen einzufordern. Viele gehen auch wieder - trotz der weitaus auffälligeren Operationsfolgen in die Sauna oder zum Schwimmen. Als Krebspatient zählt zunächst mal die Hoffnung, dass man überlebt. Da ist man mit Behebung der kosmetischen Situation sicher etwas demütiger als Feldmaus, der zudem noch beide Brustwarzen hat. Ich selbst bin nach einer Mastektomie aufgrund der Krebserkrankung nach einem lokalen Rezidiv ein zweites Mal operiert worden. Dabei musste dann ein Stück des Brustmuskels mit entfernt werden. Dennoch würde ich die Vertiefung in meiner Brust nicht als „Loch“ bezeichnen.

    Ich bitte um Verständnis, dass mein Eintrag etwas lang geworden ist, aber die Posts von Feldmaus enthalten sehr viel Halbwahrheiten und Ungereimtheiten. Ich selbst werde auf Posts von Feldmaus daher nicht mehr antworten. Ggf aber solchen Unsinn wie "Bei mir wurde im April die Diagnose Mammacarzinom durch den Hausarzt erstellt." richtig stellen. Sollten sich von anderen Forumsmitglieder noch zum Thema "Brustkrebs beim Mann" Fragen ergeben so werde ich mich auch weiter bemühen nachlesbare Fakten zu liefern.

    Hallo Feldmaus,

    Mir an deiner Geschichte so einiges unerklärlich.

    Dass niemand ein Mammakarzinom durch Tasten diagnostizieren kann, sondern die Diagnose erst durch den Pathologen, der eine Gewebeprobe untersucht erfolgt, haben schon einige hier geschrieben.

    Wieso „mussten“ denn beide Brüste entfernt werden, wenn der Befund nicht bösartig war?

    Wieso dann nach einer beidseitigen subkutanen Mastektomie bei einem Mann ein Brustaufbau erfolgen soll, ist mir nicht erklärlich. Denn ein deutlich erkennbares Brustdrüsengewebe gehört in der Regel nicht zum äußeren Erscheinungsbild eines Mannes und Brustwarzen hast du ja noch. Warum soll man da einen Brustaufbau als Kassenleistung bezahlen?

    Anders wäre es bei Transsexualität. Da gibt es z.B. die Kassenärztliche Vereinigung Baden Württemberg, die die Behandlung durch Gynäkologen erlaubt. Wie das in Bayern ist weiß ich nicht.

    Ansonsten kenne nur den umgedrehten Fall - dass Männer sich bei einer Gynäkomastie das Brustdrüsengewebe wegoperieren lassen möchten, eben weil dies ein typisches weibliches Merkmal ist. Und da wird so viel wie ich es kenne immer vorher mit den Krankenkassen geredet - manchmal übernehmen die das. Ich kenne aber auch Fälle, die als "kosmetische Operation" abgelehnt wurden.

    Dass es in Bayern Frauenärzte verboten sei Männer zu behandeln, ist für Männer mit Brustkrebs sicher nicht richtig. Das geht auch aus dieser Anfrage hervor: Behandlung von Männern mit Brustkrebs(-verdacht)

    Die Frage der Behandlung von gutartigen Brusterkrankungen ist da aber nicht vorgesehen.

    Da ich selbst Brustkrebspatient bin, bin ich nicht informiert, wie das bei gutartigen Erkrankungen geregelt ist. Aber da gilt wohl der Grundsatz, dass Frauenärzte eben nur Frauen behandeln dürfen.

    Ich sehe aber auch keinen Grund, warum man nicht zu einem Viszeralchirurgen gehen sollte um gutartige Tumore entfernen zu lassen. Deine Vorstellung, dass diese nur "Sprunggelenke oder Tennisarme" sehen ist ziemlich abwegig.


    Gruß

    Paul

    Wir - das "Netzwerk Männer mit Brustkrebs" (bundesweite Gruppe der FSH) - haben eine Anfrage von einen Mann, der sich nach der Mastektomie die fehlende Brustwarze nachtätowieren lassen möchte.
    Der Mann kommt aus der Gegend von Köln. Hat jemand hier eine gute Erfahrung, kann diese berichten?


    Viele Grüße
    Paul

    Hallo JerryLee,
    auch Männer haben Brustdrüsengewebe, auch wenn das nicht in Menge und Differenzierung so weit entwickelt ist, wie bei Frauen. Und natürlich kann das wie jedes andere Drüsengewebe entarten.
    Zum Glück kommt das bei Männern nicht oft vor, aber das ist leider auch der Grund, warum es kaum belastbare Studien über Behandlungen des männlichen Brustkrebses gibt.
    So behandelt man Männer in Anlehnung an den Erkenntnissen bei Frauen.
    Einiges ergibt sich schon aus der Logik - warum sollte z.B. die frühzeitige operative Entfernung des Primärtumors weniger wichtig sein als bei Frauen oder als bei vielen anderen Krebsarten?
    Einige weitere Behandlungsschritte haben auf Grund der fehlenden Studien allerdings mehr Fragezeichen als dies bei Frauen der Fall ist. Auch die Ärzte haben in der Regel kaum Erfahrung mit männlichen Brustkrebspatienten - leider gibt es hierfür keine Behandlungszentren. Das verunsichert uns Männer verständlicherweise sehr. Insbesondere die Antiöstrogenbehandlung ruft bei vielen Männern Unbehagen hervor - viele wussten gar nicht, dass das Hormon nicht nur bei Frauen, sondern auch bei bei allen Männern im Körper gebildet wird.
    Um sich über diese Unsicherheiten und das Unbehagen mal mit anderen Betroffenen auszutauschen haben wir das Netzwerk Männer mit Brustkrebs gegründet.
    Neben dem Austausch über E-Mails treffen wir uns zwei mal im Jahr auf bundesweiten Treffen. Auch über unsere Telefonanschlüsse, die auf unserer Homepage veröffentlicht sind, kann man Kontakt mit einigen Betroffenen aufnehmen, die als Ansprechpartner zur Verfügen stehen.
    Wenn Du weitere Fragen hast, so kannst du dich gerne bei uns melden.
    Saphira hat oben ja schon den Link zu unserer Homepage eingestellt.
    Natürlich kannst du auch hier weitere Fragen stellen oder eine PM schreiben.
    Viele Grüße
    Paul
    Offene Forums-Fragen aber bitte unter Krebsarten/Brustkrebs beim Mann - nicht unter diesem Vorstellungsthread.

    Hallo AnnaLouisa,
    vielleicht hilft es dir wenn du mal die Urteile/Entscheidungen durchschaust, die in diesem Zusammenhang in Deutschland gefällt wurden.


    Wenn du auf die die Seite https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/index.php gehst und dann links im Menue auf Entscheidungen klickst dann erscheint eine Suchmaske.
    Wenn Du alle Felder leer lässt, im Feld Suchbegriff „Heilungsbewährung“ eingibst dann darunter das Fenster von "ODER" auf „UND“ stellst und im Feld daneben „Brustkrebs“ eingibst, dann unten auf "absenden" klickst, dann kommen alle Entscheidungen/Urteile die Gerichte im Zusammenhang mit der Heilungsbewährung bei Brustkrebs gefällt haben. Du musst aber etwas warten bis die Ergebnisse kommen, denn so eine Datenbankabfrage dauert was.
    Die Urteile die da gesprochen worden sind, werden dich wahrscheinlich nicht ermutigen. Aber wenn man weiß, warum Gerichte so was abgelehnt haben hilft es vielleicht die richtigen Argumente zu finden. Jeder Fall liegt ja etwas anders.
    Viele Grüße
    Paul


    Ich möchte darauf hinweisen, dass auf dem 2. Symposium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs am 29. Juni 2013 in München darüber informiert wurde, dass sich das Kriterium für betroffene Männer und ihre Angehörigen geändert hat. Die Einschränkung "und mindestens ein/e weitere/r Erkrankte/r an Brust -oder Eierstockkrebs" ist weggefallen.
    Siehe auch Beitrag Prof. Dr. Alfons Meindl vom Klinikum rechts der Isar in der "Perspektive" der Frauenselbsthilfe nach Krebs, Seite 17
    Von den einzelnen Zentren des Konsortiums werden zur Zeit unterschiedliche Versionen verbreitet.
    Der Krebsinformationsdienst hat am 28.08.13 eine neue Version der Einschlusskriterien herausgegeben - dort ist aber wieder die alte Einschränkung enthalten.
    Wir bemühen uns um Klärung.
    Viele Grüße
    Paul


    Da ich aber noch ein Schilddrüsenpräparat nehmen mußte (immer noch) und auch dieses nüchtern, schluckte ich die "Säure"-Tabletten danach. Dies hatte ich dem Orthopäden erzählt und bat ihn um ein anderes Medikament (evtl. Spritze, die man 1 x in der Woche oder sogar nur alle 14 Tage (?) verabreicht bekommt). Er hielt mir eine Standpauke und meinte u.a., daß diese Spritzen ja noch teuerer wären als die Tabletten :thumbdown:
    Daraufhin bin ich gegangen und hatte mir einen anderen Orthopäden gesucht; anmeckern lasse ich mich von keinem Arzt :P


    Kann ja sein dass Bisphosphonate als Spritze teurer (=besser?) sind. Ich ziehe trotzdem die Tabletten vor. Immerhin gibt es Hinweise, dass die Gefahr einer Kiefernekrose bei der intravenösen Gabe höher ist. Und da ziehe ich die "unbequeme" Einnahme einer Tablette auf nüchternen Magen doch vor. Auch ich muss zusätzlich Schilddrüsentabletten nehmen, aber es gibt sicher Schlimmeres als ein wenig mit dem Frühstück zu warten. So eine Kiefernekrose ist auch bei den Spritzen wohl sehr selten, aber wenn, dann ist eine Wunde im Kieferknochen, die nicht zuheilt, sicher keine so angenehme Geschichte.
    Ich nehme die "billigere" Lösung.
    Paul
    siehe Krebsinformationsdienst:
    Brustkrebs: Bisphosphonate Schutz der Knochen
    im Kapitel: Risiko Osteonekrose: Schädigung des Kieferknochens und Zahnverlust?
    Oder hier: Knochengesundheit beim Mammakarzinom
    Im Kapitel: Sehen Sie Vorteile für diese orale Substanz, insbesondere in Hinsicht auf die renale Verträglichkeit oder auch das Risiko von Kieferosteonekrosen?


    Letztlich hat mich das Interview mit dem Prof. aus Offenbach überzeugt, der im Prinzip das gleiche sagt, wie mein Onkologe.


    Nachdem du nach der Plus-Minus-Sendung ohnehin der Sache mit Avastin nicht mehr so ganz vertraust:
    Falls Du das Interview über Neo-adjuvante Therapie mit Prof. Jakisch meinst - bist du da sicher das er das so sieht wie dein Onkologe? Prof. Janisch spricht immer nur von neo-adjuvanter Chemo!
    Ich denke das ist so:
    Eine neoadjuvante Chemo also eine Chemo vor der Operation macht Sinn um "in Vivo" zu sehen ob eine Chemo anschlägt oder nicht.Wenn der Tumor operiert ist sieht man das ja nicht mehr direkt. Bei dir hat man aber die Chemo mit Avastin zusammen gegeben. Avastin ist keine Chemo! Das ist ein vollkommen anderer Behandlungsansatz. Woher soll man jetzt wissen ob der Rückgang oder der Stillstand vom Avastin kommt oder von der Chemo? Es ist ja wohl erwiesen, dass das Avastin zwar erst einmal das Tumorwachstum bremst aber ob die Überlebenszeit verlängert wird? In dieser Kombination könnte also das Avastin genau das bewirken was die Kritiker befürchten: ein vorübergehender Stillstand (mit diversen Nebenwirkungen) der aber nicht die Überlebenszeit verlängert. Und die Wirksamkeit der Chemo?
    Ich denke nicht, dass Prof Jakisch das Gleiche meint wie der Onkologe - das solltest du vielleicht mal bei dem Senologen und dem Onkologen hinterfragen.
    Liebe Grüße
    Paul

    BRCA- Mutationen? Auf den ersten Blick scheint es eine reines Frauenproblem zu sein. Aber auch Männer sind hier mit im Spiel. Da diese Mutationen autosomal-dominant übertragen werden, haben in etwa die Hälfte aller Frauen mit solchen Mutationen diese vom Vater geerbt. Da aber Männer seltener erkranken ist man sich oft in betroffenen Familien dieses Risikos nicht bewusst.


    Männer sind aber nicht nur als Gen-Überträger betroffen, sondern haben auch selbst gesundheitliche Risiken:
    Es wird über ein bis zu siebenfach erhöhtes Risiko an Prostatakrebs zu erkranken berichtet: Familiäres Mamma- und Ovarialkarzinom
    Zudem sind dann diese Erkrankungen auch noch mit einer deutlich höheren Aggressivität und ungünstiger Prognose verbunden. Prostatakarzinom: BRCA-Mutationen mit ungünstiger Prognose assoziiert
    Männer mit BRCA- Mutationen haben auch ein größeres Risiko im Leben an Brustkrebs zu erkranken. Während das Risiko allgemein bei Männern nur bei 0,1 % liegt, haben Männer mit BRCA-Mutationen ein Risiko von 5 bis 10%. Multidisciplinary Meeting on Male Breast Cancer Damit erreicht das Erkrankungsrisiko fast die Größenordnung bei Frauen in der Allgemeinbevölkerung.

    Es tut sich was!
    In den vergangenen Jahren fand der Brustkrebs beim Mann in der Öffentlichkeit - aber auch in medizinischen Fachkreisen- nur wenig Beachtung. So beschäftigten sich noch auf dem Senologiekongress im Jahre 2011 die Experten für Brusterkrankungen gerade mal bei zwei Posterbegehungen mit diesem Thema.


    2012 widmete sich auf diesem Fach-Kongress dann immerhin eine ganze Vortragsreihe dem Thema "männliche Brusterkrankungen" und dabei gab es auch zwei Vorträge über den männlichen Brustkrebs.


    In diesem Jahr findet der Senologiekongress vom 27. bis 29. Juni 2013 in München statt - und es hat sich was getan!
    In einer speziellen Vortragsreihe
    "Das männliche Mammakarzinom – Was wissen wir wirklich?" werden Vorträge mit den Themen
    "Genetik beim Mammakarzinom des Mannes",
    "Mammakarzinom des Mannes – medikamentöse Therapie"
    und
    "Mammakarzinom des Mannes, eine seltene Erkrankung – Wie kommen wir weiter?"
    gehalten.
    Auch in einer Vortragsreihe über Gynäkomastie wird der männliche Brustkrebs bei folgenden Vorträgen thematisiert:
    "Pathologische Veränderungen der Brust des Mannes" und
    "Das männliche Mammakarzinom"
    Auch der Vortrag
    "Prognose und Überleben des metastasierten Mammakarzinoms des Mannes"
    widmet sich dieser Erkrankung
    Die Vortragsreihe "Brustkrebs in besonderen Situationen" enthält auch einen Vortrag mit dem Thema
    "Männer und Brustkrebs"
    Das Thema einer Posterbegehung ist:
    "Versorgungsrealität des Mammakarzinoms beim Mann: 10-Jahres-Analyse an zwei Brustzentren"
    Das sind in diesem Jahr immerhin acht Vorträge zu diesem Thema!
    Man(n)darf gespannt sein, was es hier an Neuigkeiten gibt!

    Testosteron treibt Brustkrebs voran


    Nach diesem Bericht haben 77% der Brustkrebstumore auch Androgenrezeptoren (wurden auch Tumore von Männern untersucht?)
    Es wird auf Grund von Laborexperimente vermutet dass Testosteron diese Tumore zum Wachstum anregt und Antiöstrogene wie z.B. Tamoxifen daher bei Tumore mit vielen Androgenrezeptoren nicht so wirksam sind.Ob in diesen Fällen Antiandrogene helfen könnten soll in Studien untersucht werden.
    Für Männer mit Brustkrebs wäre dies sicher eine wichtige Erkenntnis, denn hier würde der höhere Androgenspiegel wohl noch mehr Wachstumsimpulse geben als bei Frauen.