Beiträge von Julchen

    Hallo Wolke,


    was ich mir in so einem Buch noch gut vorstellen könnte, wäre eine Rubrik "Mein Netzwerk", "meine Rettungsanker" oder ähnlich, wo es um Menschen geht, die da sind, wenn man sie braucht. Und vielleicht auch ein paar Tipps, wie man seinen Mitmenschen den Umgang mit dem Krebskranken erleichtern kann.


    Hoffentlich verstehst Du, was ich meine ... Ansonsten frag bei Interesse einfach nochmal.


    LG Julchen

    Liebe Collie,
    als ich Deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich nur: Meine Güte, dieses Gefühl kenne ich auch! Deshalb berühren mich Deine Worte auch sehr. Als bei mir dreimal kurz hintereinander der Verdacht auf ein Lokalrezidiv im Raum stand, schwankten meine Gefühle minütlich zwischen "es kann ja so schnell nicht schon wieder etwas sein" und "es ist ganz sicher was". Das war furchtbar anstrengend und schlimmer als die Gewissheit, dass es da wieder einen Krebsherd gibt.
    Gerade wegen meiner eigenen Erfahrungen rate ich Dir aber, die Biopsie auf jeden Fall abzuwarten, bevor Du irgendwelche Entscheidungen triffst. Denn soweit ich weiß, kann sich auch in gutartigen Veränderungen der Brust Kontrastmittel aus dem MRT anreichern. Denke bitte auch immer dran, dass eine Veränderung in der Brust trotz unserer Vorgeschichte immer genausogut gutartig sein kann. Aber natürlich gehen wir immer vom schlimmsten Fall aus, weil wir das, was wir bei der Ersterkrankung erlebt haben, nie wieder erleben wollen. Ich glaube, das ist ganz natürlich.
    Mir hat es übrigens immer gut getan, mich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Wenn Du also Fragen hast oder über Deine Ängste schreiben möchtest, das Forum hat rund um die Uhr geöffnet und es gibt auch immer jemanden, der einen Tipp hat oder tröstende Worte. :)
    Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächsten Tage bis zur Biopsie.
    LG Julchen

    Hallo Fanny,


    ich sehe gerade, dass Dir auf Deine Frage mit dem Schwimmen noch keine von uns geantwortet hat.


    Wenn die Haut durch die Bestrahlung stark belastet ist, sollte das Schwimmen vermieden werden. Denn es könnte sonst zu einer Infektion kommen durch die Keime, die eben im Schwimmbad immer mal da sein können.


    Ich hatte nur eine Stelle, die durch die Boost-Bestrahlung etwas verbrannt war (wie ein leichter Sonnenbrand). Die ist bei mir aber ganz schnell abgeheilt und ich konnte dann auch recht bald wieder schwimmen.


    Vielleicht hilft Dir diese Info.


    LG Julchen

    Hallo Sunny,


    da hast Du ja wirklich harte Monate hinter Dir. Um so schöner, dass Du Menschen getroffen hast, die Dich unterstützt haben, und dass es doch schon ein bisschen bergauf gegangen ist.


    Wegen Deiner zweiten Reha drücke ich Dir fest die Daumen, dass es doch noch klappt - ich glaube, Du kannst sie wirklich gut brauchen.


    LG Julchen

    Puh, Romy, ist mir das jetzt total peinlich mit der "wiederaufgeblühten" Brust. So kommt es, wenn das IPad ein Autokorrekturprogramm hat und frau nicht mehr nachliest ;(


    Aber irgendwie hast Du auch Recht, das Bild, das durch diesen Fehler entsteht, ist eigentlich schön. Und "wiederaufgeblüht" klingt bei weitem nicht so technisch wie "wiederaufgebaut" ^^ .


    LG


    Julchen

    Hallo Romy,


    Das Baden und die Sauna beziehen sich nach meiner Meinung eher auf die entfernten Lymphknoten und damit auf die Vermeidung eines Lymphödems als auf die wiederaufgeblühte Brust. Denn ich habe keinen Wiederaufbau mit Silikon, aber entfernte Lymphknoten und habe diese Verhaltensmaßregeln auch bekommen.


    Ich bin weder der Typ zum Baden noch zur Sauna, so dass ich beides nicht ausprobiert habe. Aber ansonsten mache ich mit meinem Arm und meiner Hand auf der operierten Seite wieder alles. Nur beim Tragen schwerer Sachen, nehme ich doch lieber immer noch die andere Seite.


    LG Julchen

    Hallo Camino,


    mein Port liegt nicht wie bei den meisten am Schlüsselbein. Aber ich kenne genug Frauen, die ihn dort haben und die fröhlich und schmerzlos Sport treiben ^^ . Natürlich spürt man ihn in der ersten Zeit - wenn ich so zurückdenke wird es bei mir schon drei Monate gedauert haben, bis ich mich beim Schlafen mit ihm arrangiert hatte. Aber für die Chemo ist er wirklich eine absolute Erleichterung, weil Du sicher sein kannst, dass die Infusion in der Vene landet und nicht irgendwo im Gewebe, was sehr unschön ist.


    Und noch eine Frage: warum nimmst Du denn keine Schmerzmedikamente mehr, wenn es noch weh tut? Ich habe für mich grundsätzlich entschieden, dass ich bei einer Krebsdiagnose zwar vieles aushalten muss, aber keine Schmerzen!


    LG Julchen

    Hallo Romy,


    grundsätzlich ließe sich ein Wiederaufbau mit Silikon schon rückgängig machen. Aber das ist momentan sicher keine gute Entscheidung. Ich denke, egal ob man sich für oder gegen einen Brustaufbau entschieden hat, nimmt es einfach Zeit in Anspruch, bis man sich an den veränderten Körper gewöhnt hat.


    Ich selbst hatte eine Ablatio - schön finde ich meinen Körper so nicht unbedingt. Aber ich habe mich mit dieser Veränderung eben inzwischen arrangiert.


    Habe also noch etwas Geduld mit Dir. Vieles sieht sicher auch anders aus, wenn die Wunden (und da meine ich jetzt die körperlichen) verheilt sind. Denn ich kenne viele Frauen, die mit ihrer Silikonbrust absolut zufrieden sind.


    Wegen Deiner Fragen, was Du tun darfst und was nicht, da können Dir andere sicher besser weiterhelfen als ich und es kommen sicher auch noch konkrete Antworten.


    LG Julchen

    Hallo Marry,


    DAS ist ja echt toll, dass Du von Deiner Krankenkasse SO VIEL Geld bekommst, obwohl sie dazu gar nicht verpflichtet ist.


    Ich finde es immer schön, so etwas zu lesen, denn durch die Erkrankung hat man ja viele finanzielle Einbußen hinzunehmen. Und so eine Zusage ist dann bei allem Schlimmen doch was, worüber man sich freuen kann!


    Viele Grüße


    Julchen

    Woher die Herrschaften Ihre Qualifikationen haben, um zum Thema "Krebs" etwas zu sagen, und ob sie keine Fachleute an der Hand haben, die ihnen auf Gebieten, wo sie sich nicht auskennen, vielleicht doch die eine oder andere Information geben könnten, das frage ich mich schon, wenn ich diesen Thread hier lese.


    Mich ärgert es ungemein, wenn so ein unqualifiziertes Gequake veranstaltet wird. :cursing:


    Fassungslose Grüße
    Julchen

    Hallo Heidi,


    eigentlich komme ich ja aus dem Bereich Brustkrebs. Aber ein guter Freund von uns hat im vergangenen Jahr eine Darmspiegelung machen lassen, die leider mit dem Befund Darmkrebs endete. Da er mich als recht gut informiert in Bezug auf Krebs kennt, fragte er bei mir an, wohin er sich denn am besten wenden sollte. Ich wusste alllerdings zu diesem Zeitpunkt nur ganz wenig über Darmkrebs und habe deshalb erst einmal recherchieren müssen.


    Von zertifizierten Darmzentren hatte ich damals schon gehört. Und so empfahl ich ihm, sich dorthin zu wenden, weil er dann zumindest die Sicherheit hat, dass er auf Ärzte mit einem gewissen Erfahrungsschatz trifft, sowohl was Diagnostik als auch Behandlung angeht - Stichwort: Fallzahlen. Eine Garantie, dass man sich dann auch menschlich gut aufgehoben fühlt, gibt es natürlich nicht. Das muss man einfach ausprobieren. Aber es ist sicher sinnvoll, wenn sich die Dame, die gerade mit Dir in Kontakt steht, an ein zertifiziertes Darmzentrum wendet. Der Link http://www.onkozert.de/darmzentren/darmzentren.htm gibt hierzu Auskunft.


    Zur Abklärung einer familiären Belastung gibt es außerdem sog. "Zentren für familiären Darmkrebs", zu finden unter http://www.krebshilfe.de/darmkrebszentren.html.


    Viele Grüße


    Julchen

    Liebe Schneeflocke,


    den ganz heißen Tipp habe ich nicht für Dich. Bin ja zum Glück trotz Entfernung vieler Lymphknoten auch nicht mit einem Lymphödem belastet.


    Aber mir hat bei der Suche nach einer Reha-Klinik einerseits der Sozialdienst vom Krankenhaus geholfen. Auch Krebsberatungsstellen, die es aber nicht flächendeckend gibt, können evtl. einen Rat geben.


    Und dann habe ich für mich auch noch auf der Internetseite vom Arbeitskreis Gesundheit e.V. rumgesucht. Je nach dem, was Du eingibst, werden Dir da Kliniken ausgespuckt, die Deinem Krankheitsbild entsprechen. Kannst ja mal gucken, wenn Du magst: http://www.arbeitskreis-gesundheit.de/


    Jetzt hast Du ja eine ganze Menge Möglichkeiten, wo Du Dich schlau machen kannst :) . Da findest Du dann sicher das Richtige für Dich.


    Viele Grüße


    Julchen

    Liebe Schlappi,


    Dein Beitrag hat mich so berührt, dass ich einfach antworten muss, obwohl ich bei meiner Krebsdiagnose meinen Partner und meinen Vater an meiner Seite hatte. Ich war nicht alleinstehend, aber trotzdem habe ich mich oft sehr allein gefühlt, weil auch ganz nahe Angehörige schnell überfordert sind mit all den Problemen und dem Gefühlschaos, die frau bei Diagnose und Therapie so umtreiben. Und manches Mal habe ich darüber nachgedacht, mich von meinem Partner zu trennen, weil es so oft gekracht hat zwischen uns beiden.


    Ich habe mir recht schnell nach meiner Diagnose Hilfe von Außenstehenden geholt. Bei der Frauenselbsthilfe, bei einer psychosozialen Beratungsstelle für Krebskranke und Angehörige und später auch bei einer Psychologin. An diesen Stellen konnte ich vieles aussprechen, was ich meiner Familie oder meinen Freunden nicht zumuten wollte.


    Was Du tun kannst, wenn meinst, Deine Freunde nicht weiter belasten zu können, ist folgendes:
    - Dich mit der Leiterin einer örtlichen Selbsthilfegruppe in Verbindung zu setzen; das kannst Du telefonisch machen, Du musst nicht gleich in eine Gruppe gehen.
    - Im Krankenhaus, wo Du am 13.02. wieder bist, Deine Probleme ansprechen und um einen Termin mit Sozialberatung und Psychoonkologin bitten.
    - Dich an die Beratungsstelle für Krebskranke und Angehörige zu wenden, denn soweit ich beim Googlen gesehen habe, gibt es eine solche Einrichtung in Frankfurt.


    Sind das vielleicht schon mal ein paar mögliche Rettungsanker für Dich? Ich habe nämlich gemerkt, dass oft das Wissen, wohin man sich wenden könnte, schon reicht, um Ängste zu mildern.


    Ganz liebe Grüße
    Julchen

    Liebe Leni,


    die Frage, ob DU den Brustaufbau willst, ob er sich lohnt, die kannst nur Du allein beantworten. Informationen können Dir dabei die Entscheidung vielleicht erleichtern.


    Eine Kurzversion zu den Aufbauarten und ihren Vor- und Nachteilen.


    1. Bei Implantaten gibt es meist ein gutes Ergebniss. Sie müssen aber in Abständen ausgetauscht werden und es kann zu Verkapselungen kommen.
    2. Bei Eigengewebe aus dem Rücken (sog. Latissimus-dorsi-Methode - wird heute allerdings nur noch selten angeboten) reicht oft das Gewebe nicht aus und es muss zusätzlich noch ein Implantat eingesetzt werden. Außerdem bekommen viele Frauen danach Rückenprobleme.
    3. Für Eigengewebe aus dem Bauch oder dem Popo braucht man die entsprechende "Masse". Außerdem dauert die OP richtig lange und das Risiko besteht darin, dass das Gewebe vielleicht nicht anwächst.
    4. Neuerdings wird auch noch die sog. Beauli-Methode als Möglichkeit gehandelt. Da werden wohl - wenn ich das richtig verstanden habe - Fettzellen per Spritze in den Brustbereich eingebracht. Hierzu gibts aber keinerlei Langzeiterfahrungen. Und die Kassen werden das auch noch nicht übernehmen.
    Beim Eigengewebe entfallen die Folgeoperationen, die bei Implantaten zumeist notwendig sind. Allerdings kann sich dieser Aufbau in seltenen Fällen nachträglich verformen.


    Eigentlich wollte ich Dir hier noch den Link der Broschüre von der Frauenselbsthilfe nach Krebs "Brustamputation, was nun?" einstellen. Aber die wird gerade überarbeitet und ist somit nicht greifbar. Schade.


    Mein persönlicher Eindruck (aus eigener Erfahrung) ist, dass beim Brustaufbau lediglich die Optik wiederhergestellt wird (was aber für eine Frau durchaus wichtig sein kann, bitte nicht falsch verstehen). Da ich bei meinem Wiederaufbau, der sofort im Rahmen der Krebs-OP erfolgte, vollkommen blauäugig war, dachte ich, dass ich in der "Brust" auch wieder Gefühl hätte. Habe ich aber nciht, noch nicht einmal ein kleines bisschen. Ich habe einfach einen "netten Fleischberg". Nicht mehr und nicht weniger.


    Auch wenn das von mir jetzt recht negativ klingt, ich kann jede verstehen, wenn die einen Wiederaufbau machen lässt. Sammle einfach so viele Informationen wie möglich. Und wenn Du Dich entschließt, dann gehe in ein Brustzentrum zu einem erfahrenen Operateur. Frage ihn, wie viele Operationen er schon gemacht hat, lasse Dir ggf. Bilder zeigen, auf denen Du die Ergebnisse seiner Arbeit sehen kannst. Denn es gibt schon große Unterschiede in der handwerklichen Qualität.


    Grüße
    Julchen

    Hallo,


    den Spruch mit dem "guten Aussehen" kenne ich auch. Besonders in Erinnerung blieb mir ein Besuch im Büro während meiner Chemotherapie. Ich lief dort auf: leicht gebräunt, da ich viel Zeit im Liegestuhl unterm Kirschbaum verbrachte, mit hübsch gestylter Perücke, aufgemalten Augenbrauen, die drei verbliebenen Wimpern sogfältigst getuscht und viel Make-up und Rouge im Gesicht.


    Da meinte dann eine Kollegin: "Ach, Sie sehen ja so gut aus - viel besser als vor Ihrer Erkrankung". Na, danke für's Gespräch.



    Aber trotzdem war ich (und ich bin es noch) immer der Meinung, dass die "Sprüche" weniger aus Gedankenlosigkeit entstehen, sondern eher aus der Hilflosigkeit. Was sage ich einem Menschen, der Krebs oder irgendeine andere schwere Erkrankung hat? Wie gehe ich mit ihm um? Die meisten unserer Freunde und Bekannten sind im Umgang mit sehr kranken Menschen nicht geübt. Es fällt ihnen schwer, die mögliche eigene Betroffenheit in Worte zu fassen. Wahrscheinlich denken sie: "Ach du liebe Zeit, was sage ich denn jetzt Nettes, Aufmunterndes?". Und dann kommt eben oft die Aussage: "Du siehst gut aus!", "Kopf hoch, Du schaffst das!", "Du bist doch eine starke Frau, du stehst das durch!". Eben die Dinge, die wir alle irgendwann nicht mehr hören können.


    Ich plädiere deshalb für Nachsicht mit unseren Mitmenschen. Denn man kanns ja einfach auch sorum sehen, wenn jemand was vermeintlich Dummes sagt: Schön, dass er oder sie gerade versucht, Anteilnahme zu zeigen, auch wenns jetzt eigentlich völlig missglückt ist. Und dieser Versuch der Anteilnahme, den habe ich sehr geschätzt - egal, was in Worten ausgedrückt wurde.


    Gruß Julchen