Beiträge von Ovid


    Über das Interview mit Prof. Hadji sollte man auch mal kritisch nachdenken.
    Zitat von Prof. Hadji:
    "Wenn Sie einen normalen Vitamin D Spiegel haben und sie nehmen Vitamin D dann ist das so wie wir in Hessen sagen: Da gehts obbe rein und unte raus! Also es schadet nichts!"


    Daraus könnte man schließen, dass Vitamin D nicht gespeichert wird sondern ein Überschuss ausgeschieden wird und eine medikamentöse Überdosierung nicht möglich sei.
    In dem Beipackzettel der Vigantoletten dagegen heißt es z.B.:
    "Langfristige Überdosierung von Vitamin D kann zu Hypercalcämie (erhöhte Calciumkonzentration im Blut) und Hypercalciurie (erhöhte Calciumkonzentration im Harn) führen. Bei erheblicher und lang dauernder Überschreitung des Bedarfs kann es zu Verkalkungen von Organen kommen."


    Quelle:
    http://www.apotheken-umschau.d…000-Tabletten-AADKEN.html


    Auch wenn dies hier nur aus Wikipedia ist, das ist dies eigentlich allgemein bekannt:
    "Eine Vitaminüberversorgung wird Hypervitaminose genannt. Die fettlöslichen Vitamine (E, D, K, A) können im Körper, meist in der Leber, gespeichert werden. Damit kann es auch zu Überdosierungen kommen. Die wasserlöslichen Vitamine werden über die Niere rasch ausgeschieden."

    Hallo Kassandra,
    ein interessanter Artikel in der perspektive.
    Vielleicht sollte man das Thema aber zusätzlich noch aus der Sicht des potentiellen Empfängers sehen. Wären wir bereit die Blutspenden von einem (geheilten?) Krebskranken zu bekommen? Sollte man als Empfänger davon nicht zumindest Kenntnis haben?


    Und das Thema hört ja nicht bei der Blutspende auf siehe:
    Britin erhält Spenderorgan von Raucher und stirbt an Lungenkrebs. Ärzte: "Von dem Tumor sei aber nichts bekannt gewesen."
    Spiegel


    Ovid

    Nichts mehr wert?

    Liebe Gerda
    ich habe zwei Kinder - sie haben 18 Jahre meine Hilfe gebraucht, dann sind sie ihre eigenen Wege gegangen und brauchten meine Hilfe nicht mehr.
    Im Beruf habe ich viele junge Leute ausgebildet - irgendwann haben sie die Prüfung gemacht und brauchten meine Hilfe nicht mehr.
    Auch ich habe jahrelang Blut gespendet - dann kam die Krebserkrankung und ich durfte mit meinem Blut nicht mehr helfen.
    Seit sechs Jahren leite ich nun eine Selbsthilfegruppe - vielen Neu-Erkrankten habe ich über die ersten Monate der Erkrankung hinweggeholfen - irgendwann wollten sie zum "normalen" Leben übergehen und am liebsten nichts mehr von der Krankheit wissen. Ich hoffe, dass sie meine Hilfe nie wieder brauchen werden


    Noch nie, wenn meine Hilfe nicht mehr gebraucht wurde hatte ich das Gefühl von nun an nichts mehr wert zu sein. Sei stolz auf deine Hilfe die du geleistet hast. Bitte rede mal mit anderen darüber, ob es richtig ist, sein Selbstwertgefühl nur aus der Hilfe für andere zu beziehen.


    Liebe Grüße
    Ovid

    Hallo zusammen,
    ich denke, da müsste man die Diskussion doch auseinanderhalten.
    Ursprünglich hatte ich die Frage aufgeworfen, ob Patienten im metastasierten Stadium (in dem keine Heilung mehr möglich ist) nicht "reinen Wein" einschenken sollte. Ich denke jeder sollte sich doch frei entscheiden können, ob man sich für eine (marginale? Lebensverlängerung) noch belastenden Behandlungen aussetzen will.
    Ist eine Entscheidung die von falschen Erwartungen ausgeht eine "freie" Entscheidung? In der o.a. Studie hat sich ja gezeigt, dass die Mehrheit der Patienten ihre Entscheidungen für eine Chemo trafen in der falschen Annahme, dass eine Heilung noch möglich ist.


    Im adjuvanten Stadium ist das eine ganz andere Frage. Hier erhöht man - statistisch gesehen - die Chance, dass man auf Dauer geheilt ist. Hier besteht auch nicht das Problem, dass der Arzt eine hoffnungslose Situation vermitteln muss - im Gegenteil, er kann ja mit der Chemo Hoffnung machen und wenns nur 5% mehr Chancen auf Heilung sind.


    Meines Erachtens sind das zwei sehr unterschiedliche Situationen. Aber beide Situationen sind kann man natürlich völlig kontrovers diskutieren.


    Ovid

    Hallo Kassandra,
    solche Schlagzeilen machen Hoffnung (Tod dem Tumor! ... Ärzte können immer mehr Patientinnen heilen!) - manchmal verhindern sie aber auch, dass der Patient seine Krankheit mit falschen Hoffnungen sieht und für sich falsche Entscheidungen trifft.
    Mir ist in diesem Zusammenhang die folgende Studie aufgefallen:
    http://www.mfub.bg.ac.rs/dotAsset/52687.pdf
    Eine Zusammenfassung hier in deutsch:
    http://www.forum-gesundheitspo…l/artikel.pl?artikel=2170
    Nach dieser Studie hat eine hohe Prozentzahl der Patienten mit metastasierten Darm- oder Lungenkrebs eine vollkommen unrealistische Einschätzung, dass ihre Krebserkrankung durch eine Chemotherapie noch heilbar ist.
    Dies dürfte bei den Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs wohl nicht anders sein?
    Mich würde mal interessieren wie das hier im Forum gesehen wird.
    Wird in Deutschland genügend aufgeklärt wenn die Chemo nur noch eine (marginale) Lebensverlängerung aber keine Heilung mehr bietet?
    Oder wollen Patienten die Information der Ärzte nicht verstehen um die letzte Hoffnung nicht zu verlieren?
    Soll man Patienten überhaupt die letzte Hoffnung, dass eine Chemo Heilung bringt, nehmen?
    Muss man nicht mit "schonungsloser" Information verhindern, dass sich Patienten ohne die Chance auf Heilung einer belastender Behandlung aussetzen?


    Ovid