Beiträge von Lavara18

    Liebe Ronda,

    es ist gar nicht gesagt, dass Du den Rest des OP-Tages verschläfst. Ich kam morgens früh um 7 Uhr dran und wurde vor Hunger mittags putzmunter. Es ging mir besser als nach dem Ziehen meiner Weisheitszähne. Keine Übelkeit, keine Schmerzen. Natürlich stand ich nicht auf der Essensliste. Die Schwester hat eine Tasse Blumenkohlsuppe für mich organisiert. Als ich die ausgelöffelt hatte, wurde der Katheter entfernt und ich musste um mein Bett herumgehen. Am Tag nach der OP habe ich mich angezogen und bin durchs Krankenhaus spaziert. Am nächsten Morgen wurde ich entlassen. Das gelbe Desinfektionsmittel ist eine echte Sauerei. Das ist überaus anhänglich und man kann ja nicht schrubben. Ich habe mir damit den teuren weißen Sport-BH aus dem Sanitätshaus gleich versaut. Mein Rat: Einen schwarzen BH nehmen.

    Toi,toi,toi

    Lavara18

    Liebe Anne7,

    bei meiner BET-OP sind 7 x 4 cm entfernt worden. Eine invasive Zelle war nicht darin enthalten. Alles war carcinoma in situ. Aber die Ränder waren leider nicht "sauber". Das wird zwar schon in der OP kontrolliert, aber nur mit Schnellschnitten. Die umfassende Histologie braucht etwa 10 Tage. Da an allen vier Rändern weiter geschnitten werden musste und der Pathologe eine strahlenförmige Ausdehnung des DCIS annahm, bedeutete dies Mastektomie. Dabei wurden Haut und Brustwarze erhalten und es wurde noch in derselben OP ein Silikonimplantat eingesetzt. Die Histologie der entnommenen Brustdrüse bestätigte dann die Einschätzung des Pathologen bzgl. eines ausgedehnten DCIS. Eine Mikroinvasion wurde zum Glück nicht gefunden. Der entfernte Wächterlymphknoten war ohne Befund. Es wurde weder eine Bestrahlung (wäre für das Implantat auch problematisch) noch eine Antihormon- oder Chemotherapie für erforderlich erachtet. Die Ausdehnung eines DCIS kann man mit den bildgebenden Verfahren nicht sicher erkennen. Mein DCIS war in der Mammo durch Mikrokalk aufgefallen, aber der Mikrokalk war bei Weitem nicht so ausgedehnt wie das DCIS. Hätte man die Ausdehnung des DCIS erkannt, wäre gleich eine Mastektomie durchgeführt worden.

    Bei Erhalt der Haut und der Brustwarze bleibt ein Restrisiko, dass doch noch eine bösartige Zelle verblieben ist. Deshalb erfolgt drei Jahre lang eine Nachsorge mit Ultraschall alle 3 Monate, danach halbjährlich. Der Begriff "geheilt" darf nicht absolut verstanden werden. Eine 100%ige Sicherheit gibt es nicht.

    Meine Erfahrung ist in der Tat, dass Ärzte geneigt sind, "Beruhigungspillen" zu verteilen. Ich hatte mich vor dem ersten Arztgespräch in der Klinik über DCIS umfassend informiert und gleich die Frage nach Ausdehnung und Multizentrizität gestellt. Wurde aber für unwahrscheinlich erachtet. Tatsächlich hat sich in der Histologie der entfernten Brustdrüse herausgestellt, dass ich auch noch ein 2. DCIS - nur 4 mm groß - in der Brust hatte. Von der evtl. Erforderlichkeit einer Mastektomie fiel im Arztgespräch vor der 1. OP kein Wort. So bin ich ziemlich relaxt in die OP gegangen und 10 Tage später "abgestürzt". Der Brustverlust war und ist immer noch - trotz Rekonstruktion - für mich belastender als die Krebserkrankung. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass ich mich, auch wenn ich mit der möglichen Erforderlichkeit einer Mastektomie im 1. Arztgespräch konfrontiert worden wäre, doch zunächst für die BET entschieden hätte in der Hoffnung, dass das reicht.

    Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht beunruhigt und wünsche Dir trotz allem ein schönes Wochenende

    Lavara18

    Hallo Sufe,

    ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt: Die postoperativen Schwellungen brauchen zum Verschwinden nicht ein Jahr. Aber das Implantat kann sich noch etwas setzen, wodurch die Form natürlicher wird. Es braucht lange für die Heilung der Nerven. Meine Brust war monatelang völlig taub. Hat natürlich auch seine Vorteile. Nichts zwickte und stach. Nach dem Abschwellen schwoll meine Brust aber erneut an, weil sich ein Lymphödem bildete. Aber das ist bei Weitem nicht so schlimm wie Du es berichtest. Beide Brüste passen in dasselbe Körbchen. Nur eben rechts gerade mal so eben und links gemütlich. Mein Implantat ist nicht veränderlich . Vor der Auswahl des Implantats wurde meine Brust vermessen. Ist das bei Dir nicht passiert? Das Implantat - ein Muster - wurde mir vorher gezeigt und in die Hand gelegt. Es hat eine Tropfenform, ist also von sich aus nicht so rund wie eine Pilzkopf. Hat man es Dir nicht gezeigt? Es hängt auch etwas, allerdings nicht so wie die natürliche Brust. Der Unterschied ließe sich leicht durch ein Brustlifting der "gesunden" Brust ausgleichen, was ich aber nicht machen lassen, denn links ist auch schon Mikrokalk entdeckt worden, der jetzt beobachtet werden muss. Womöglich wiederholt sich die Geschichte.

    Ich bin übrigens zunächst brusterhaltend operiert worden, was leider nicht ausgereicht hat. Von dieser OP habe ich eine Narbe auf der Brust und von der Mastektomie mit Rekonstruktion eine große Narbe exakt in der Brustfalte, die man aber gar nicht sieht. Der Operateur wollte die gut verheilte erste Narbe nicht wieder öffnen und vergrößern. So sind die Lymphbahnen allerdings an zwei Stellen durchschnitten worden, was das Lymphödem befördert hat. Das wirklich Blöde ist, dass man die Ausdehnung eines DCIS in den bildgebenden Verfahren nicht sicher erkennen kann. Mir waren bei der ersten OP 7 x 4 cm entfernt worden und es hatte an allen Rändern nicht gereicht. Geh mal davon aus, dass eine Ärzte insoweit das Richtige getan haben. Bei brusterhaltender OP wird im Allgemeinen auch noch bestrahlt und davon wird die Brust auch nicht schöner.

    Ich wünsche Dir, dass sich die Optik noch von alleine bessert oder verbessert werden kann, denn es ist für die Genesung sicher wichtig, dass man sich in seinem Körper wohlfühlt.

    Liebe Sufe,

    Du brauchst viel Geduld. Der Endzustand ist erst etwa nach einem Jahr erreicht. Dann kann ggf. auch erst über eine Angleichung entschieden werden. Ich empfinde meine rekonstruierte Brust auch als größer, weil sich bei mir an der Außenseite ein Lymphödem gebildet hat. Die Ausbuchtung an der Außenseite und die von nani geschilderten Abweichungen vermitteln mir diesen Eindruck. In den BH passt die Brust aber rein. Also kann der Volumenunterschied gar nicht so groß sein, wie ich ihn empfinde. Man erhält nicht exakt das zurück, was einem genommen wurde. Damit muss man sich abfinden. Aber immer noch besser als nichts, sage ich mir.

    Weiterhin alles Gute

    Lavara18

    Guten Morgen DerKnuppimussweg,


    mein Implantat liegt auf dem Muskel. Ich hatte im Internet gelesen, dass das Risiko für eine Kapselfibrose bei Verlegung unter dem Muskel geringer sei und hatte meinen Operateur darauf angesprochen. Er meinte, die jüngsten Erfahrungen deuteten eher in die andere Richtung, da durch die Verlegung unter dem Brustmuskel das Implantat auch nur zu etwa einem Drittel vom Muskel überdeckt wäre und beim Sport stärker bewegt würde. Die Verlegung auf dem Muskel sei schonender. Ein Kältegefühl habe ich nicht, im Gegenteil empfinde ich die rekonstruierte Brust sogar eher als wärmer, was sie aber objektiv nicht ist. "Dellen" oder eher "Wellen" habe ich auch, fühle sie aber nur und sehe sie - jedenfalls bisher - nicht, obwohl ich laut Operateur sehr wenig Unterhautfettgewebe habe. Ebenso spüre ich eine "Kante" an der Brustinnenseite. Mir wurde erklärt: Ursächlich für diese Phänomene sei eine Faltenbildung der Bindegewebskapsel, die sich um das Implantat bildet. Dass der Körper den Fremdkörper Implantat ein-kapselt sei völlig normal. Die Faltenbildung sei kein Anzeichen für eine beginnende Kapselfibrose, solange die Falten beweglich blieben. Ich spüre allerdings manchmal ein Brennen und kann BH-Nähte, -Kanten und -Spitze auf der Brust überhaupt nicht vertragen. Weil ich hauptsächlich an der Außenseite der Brust ein Lymphödem habe, bekomme ich bisher einmal die Woche Lymphdrainage, Dabei wird die Haut bewegt und durch die Verschiebung der in den Falten aufeinanderliegenden Gewebeschichten gereizt. So hat mir der Arzt das Brennen erklärt. Ich dürfe es mit der MLD nicht übertreiben. Ich probiere gerade einen Zwei-Wochen-Rhythmus. Scheint zu reichen. Wegen des Ödems trage ich einen Spezial-BH und manchmal Shapewear-Bustiers oder Tops. Da stören keine Nähte etc.


    Schönen Sonntag wünscht Lavara18

    Hallo Anne,

    was Du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich hatte letztes Jahr genau dieselbe Diagnose. Ich bekam sie, als gerade meine Mutter mit fast 90 an einem Hirntumor verstorben war. Sie hatte 20 Jahre zuvor einen invasiven Brustkrebs. Auch in der weiteren Familie und im Freundes- und Kollegenkreis viele Krebsfälle. Das hat mir aber keine Angst gemacht. Überwiegend hatte ich das Gefühl, dass die anderen die Statistik für mich erfüllt haben und ich ungeschoren bleibe. Manchmal auch wieder nicht. Dann war ich mir sicher, wie meine Mutter an BK zu erkranken. Seit meinem 40. Lebensjahr bin ich auf Anraten meiner Gyn deshalb alle 2 Jahre zur Mammographie gegangen und jährlich zum Ultraschall. Als ich die Diagnose bekam, hat es mich nicht umgehauen. DCIS hat sehr gute Heilungschancen! Wir haben gewissermaßen Glück im Unglück. Für Panik besteht objektiv kein Grund. Anders als es hier empfohlen wird, habe ich vor dem Termin bei meiner Gyn und beim Chefarzt des Brustzentrums gegoogelt (nach den Abkürzungen in der Histologie) weil ich der Meinung bin, es braucht Wissen, um "gescheite" Fragen stellen zu können. Beim Krebsinformationsdienst anzurufen, ist aber vielleicht noch die bessere Alternative.

    Alles Gute für Dich!

    Lavara18

    Guten Morgen Anemone66,


    es liegt in der Natur der Sache, dass sich hier im Forum im Wesentlichen Menschen austauschen, die es heftig getroffen hat oder/und bei denen in der Therapie nicht alles glatt läuft. Das kann einerseits Angst machen, andererseits kann es auch zur Relativierung des eigenen Problems beitragen. Mir ist z. B. durch das Lesen der Beiträge klar geworden, dass mein Mamma-Lymphödem ein Luxusproblem ist und ich im Übrigen bis jetzt ganz ganz viel Glück im Unglück hatte. Dafür bin ich dankbar. Das kann sich natürlich beim nächsten Nachsorgetermin ändern. Mit diesem Wissen und der daraus resultierenden Angst muss man umzugehen lernen. Da ist jede(r) anders. Die einen wollen (und können) verdrängen. Die andern wollen möglichst viel lesen, um auf den worst case vorbereitet zu sein. Dein "Beitritt" verpflichtet Dich nicht zum Lesen!

    Aber es wäre schön, von Deinen Erfahrungen mit dem MRT zu lesen. Dazu noch ein kleiner Nachklapp: Es ist m. E. etwas zu kurz gesprungen, die Ablehnung eines MRTs mit den Kosten zu erklären. Ich bin Privatpatientin, bei denen tendenziell gern teure Untersuchungen gemacht werden, und trotzdem haben mir die Ärzte abgeraten.


    Alles Gute für Dich.

    Lavara18

    Hallo Schnueffelchen,

    Ich bewundere Dich für Deine Zuversicht! Es heißt immer, dass sich Krebs über eine lange Zeit entwickelt, aber Deine Geschichte passt zu meinen persönlichen Erfahrungen, dass Krebs nach großen seelischen Belastungen erkannt wird. Ich wünsche Dir, dass Du Dir Deine Zuversicht weiterhin bewahren kannst, und Deiner Familie viel Kraft für die Unterstützung. Deine Geschichte hat mir noch einmal vor Augen geführt, wie sehr ich selbst von meinem Mann abhängig bin, denn ich habe weder Kinder noch Geschwister.

    Alles Gute für Euch

    Lavara18

    Liebe Anemone66,

    ich hatte auch ein DCIS G3, wurde letztes Jahr erst brusterhaltend operiert und dann folgte 6 Wochen später die Mastektomie der rechten Brustweil es sich um ein ausgedehntes DCIS gehandelt hat. Dann fand man in dem entnommenen Drüstengewebe auch noch ein weiteres DCIS. "Dank" der Mastektomie wurde ich nicht bestrahlt. Haut und Brustwarze blieben erhalten und die Brust wurde in derselben OP mit einem Silikonimplantat rekonstruiert. Jetzt alle 3 Monate Ultraschall der rekonstruierten und jedes Jahr eine Mammo der anderen Brust. Vor der Entscheidung zur Rekonstruktion hätte ich liebend gern ein MRT von der anderen Brust gehabt, denn für den Fall, dass da auch was gewesen wäre, was man in der Mammo noch nicht sah, hätte ich mich zur doppelseitigen Mastektomie entschieden ohne Rekonstruktion. Wurde aber von den Ärzten abgelehnt wegen der Häufigkeit der falsch positiven Befunde ("Wir wollen doch Ihre Brust nicht wie einen Schweizer Käse mit Biopsien durchlöchern"). Ich frage mich auch, ob man nicht in einem MRT ergänzend zur Mammo die Ausdehnung des DCIS hätte erkennen können, so dass mir die 1. OP erspart geblieben wäre. Die Krux beim MRT ist wohl, dass es sehr schwer zu interpretieren ist. Auf das MRT wird m. W. bei jüngeren Frauen mit dichtem Drüsengewebe zurückgegriffen, bei denen die Mammo weniger aussagekräftig ist als bei den älteren Semestern. Im April ist in der linken Brust auch Mikrokalk gefunden worden und im Oktober habe ich die nächste Mammo. Ob ich dann das Thema MRT nochmal zur Sprache bringe, weiß ich noch nicht.

    LG Lavara18

    Hallo Cookie,

    ich war heute bei meiner Gyn und habe mich nach den routinemäßigen Vorsorgemaßnahmen erkundigt. Antwort: drei Jahre lang vierteljährlich Ultraschall der mit Silikon rekonstruierten Brust, danach halbjährlich, und einmal jährlich Mammographie der anderen Brust.

    Liebe Sunsil,

    die postoperativen Schwellungen sind normal. Die Frage ist nur, wie lange man noch von postoperativen Schwellungen sprechen kann. Bei mir entstand ein Lymphödem, das meine Gyn eine ganze Weile noch als postoperativ normale Schwellung angesehen hat. Lymphdrainagen bekam ich dann erst im Dezember (OP war Ende Juni). Die Auffassungen, wann ein Lymphödem chronisch wird, gehen auseinander. Mein Chirurg meinte, erst nach einem Jahr (ist bei mir inzwischen leider auch rum) . Die Lymphologin meinte, schon nach 3 Monaten (dann hätte die Behandlung zu spät eingesetzt, wofür spricht, dass ich das Lymphödem immer noch habe, wenn es auch besser geworden ist). Ein Lymphtherapeut meinte, alles was nicht nach 6 Monaten abgeschwollen ist, ist chronisch. Im Hinblick auf die 3 Monate würde ich bei den Ärzten kritisch nachfragen, wenn die Schwellung nach 2 Monaten immer noch da ist.

    Ich habe den Stuttgarter Gürtel so lange getragen wie den Kompressions-BH, dh 12 Wochen, die ersten 6 Wochen und Nacht, dann nur noch tagsüber. Ich sollte ihn so hoch tragen, dass er unter dem Arm auf der operierten Seite etwas eingeschnitten hat. Das war zeitweise unangenehm. Ansonsten hatte ich keine Probleme, allerdings war die operierte Brust auch in Gänze taub. Da ich auf der gesunden Seite keine unangenehmen Empfindungen hatte, nehme ich an, dass er so gesessen hat wie er sitzen sollte.

    Hallo Cookie,

    ich kann Deine Verunsicherung verstehen. Auch bezüglich des Tastens. Das Implantat, die Falten werfende Kapsel drumherum, das Lymph-Ödem - alles sehr irritierend. Ich mache eigentlich nur Sichtkontrollen. Meine Lymphtherapeutin kennt mein Silikon-Schätzchen garantiert besser als ich. Wenn ich die Ärzte richtig verstanden habe, dienen die Ultraschall-Kontrollen, die ich alle 3 Monate habe, hauptsächlich der Kontrolle des Implantats. Wie lange der 3-Monats-Turnus geht, weiß ich nicht, werde ich aber bei der Kontrolle nächste Woche, bei der ich dann ein Jahr rum habe, bestimmt erfahren. Nur ein Ultraschall jährlich ist mir zu wenig. Ich hoffe, meine Gyn, die extrem vorsichtig ist, sieht das auch so. Durch das bei Dir noch vorhandene Restdrüsengewebe müsste m. E. eine engmaschigere Ultraschall-Kontrolle indiziert sein und auch bezahlt werden und ggf. auch ein MRT.

    Hallo Cookie,

    eigentlich sollte bei der Mastektomie der gesamte Drüsenkörper entfernt sein. Allerdings kann wohl nie 100% ausgeschlossen werden, dass einzelne Zellen an der Grenze zum Hautgewebe verbleiben. Auch bei einer "normalen" Mastektomie, denn da bleibt auch etwas Haut übrig, wo ein Rezidiv entstehen kann. So ist es einer Bekannten von mir passiert. Mit meiner Gyn hatte ich das Problem vor der Operation diskutiert, da ich im Internet auf die Meinung gestoßen war, dass der Erhalt der Brustwarze nicht empfohlen werden könne. Sie hat dann für mich noch eine Zweitmeinung eingeholt. Ergebnis: Das Risiko sei vernachlässigbar. So habe ich es dann in Kauf genommen. Da ich lt. Operateur sehr viel Drüsengewebe und sehr wenig Unterhautfettgewebe hatte und er Sorge hatte, dass die Haut womöglich reißt, habe ich nach der OP die Befürchtung geäußert, dass vielleicht nicht alles raus ist (unausgesprochen: weil er wegen der dünnen Haut vielleicht zu vorsichtig war). Diese Befürchtung hat er vehement zurückgewiesen. Nach der Histologie beträgt der Abstand meines ausgedehnten DCIS zum mammillären Bereich nur 1 mm. Lt. einer befreundeten Chirurgin und dem Operateur soll das reichen. Die Tumorkonferenz hat auch keine weitere Behandlung für erforderlich gehalten. Aber ich wäre natürlich beruhigter, wenn der Abstand ein bisschen größer wäre. Mammographie kann man m. W. mit dem Silikon-Implantat nicht mehr machen, nur Ultraschall (bei mir alle 3 Monate) und bei einem Verdacht ggf. MRT. Einzelne verbliebene Zellen des Drüsengewebes sieht man aber in den bildgebenden Verfahren sowieso nicht. Wir müssen selbst ein wachsames Auge auf unsere Brustwarze werfen.

    LG Lavara18



    Hallo Sumsi84,

    es tut mir von Herzen leid, dass Du in so einem Nervenkrieg steckst. Der Befund, dass mein Mikrokalk Krebszellen enthielt, lag bereits am Donnerstag nach der Biopsie am Dienstag schon vor. Und das ist in diesem Brustzentrum der Regelfall, denn man hat mich noch am Tag der Biopsie, die ja gar nicht geplant, sondern das Ergebnis der Vergößerungsmammographie war, zur "Urteilsverkündung" am Freitagmittag derselben Woche eingeladen. Länger gedauert hat dann die Untersuchung des operativ entfernten Gewebes im Krankenhaus, nämlich 10 Tage, u. a. daraufhin, ob der erforderliche Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe eingehalten worden ist. Auch das ist der Regelfall.

    Die Auskunft der Ärztin ("Zwischenbefund") könnte so zu erklären sein, dass die übliche Doppelbefundung durch einen zweiten Arzt noch aussteht. Bei mir ist im April eine Mammographie der "gesunden" Brust gemacht worden, in der Mikrokalk gefunden wurde. Die Erstbefunderin hat mir unmittelbar nach der Aufnahme mitgeteilt, dass es sich dem ersten Anschein nach um gutartige Strukturen handele, sie sich die Aufnahmen aber sorgfältig ansehen müsse im Hinblick auf meine Vorgeschichte und die Aufnahmen auch durch den Chefarzt zweitbefundet würden. Darauf habe ich dann auch eine Woche gewartet. Meiner Meinung nach hätte die Ärztin gut daran getan, Dir den Zwischenbericht nicht zu eröffnen, schon gar nicht in dieser widersprüchlichen Form, sondern Dir nur zu erklären, warum der endgültige Befund noch nicht vorliegt. Wenn meine Mitarbeiter vorläufige Arbeitsergebnisse vor Schlusszeichnung durch mich herausgegeben hätten, hätte ich sie in den Senkel gestellt, denn das schafft nur Verunsicherung und Vertrauensverlust, wenn die Ergebnisse korrigiert werden müssen.

    Es gibt sicher Befundungen, bei denen die Abgrenzung zwischen gut- und bösartig sehr schwierig ist. Versuche, die lange Dauer als Beleg für hohe Sorgfalt zu nehmen. Falsche Schnellschüsse helfen Dir auch nicht.

    Alles Gute!

    Hallo Melli 80,

    Deine Panik kann ich gut verstehen. Das Silikon macht einen nicht frei, statt oder zur Krebsangst kommt die Angst vor der Kapselfibrose.


    Ich entwickle seit ca. 25 Jahren im Zusammenhang mit grippalen Infekten, Nasennebenhöhlenentzündungen und dgl. regelmäßig ein Exanthem zwischen den Brüsten, auf dem Dekollete, manchmal über die Schultern hinweg bis auf den Rücken. Erst ist die Haut rot und heiß, dann bekommt sie winzige Bläschen, dann juckt sie, dann ist es vorbei. Manchmal habe ich das auch, ohne dass ich sonst irgendwelche Beschwerden hätte. Verdacht auf Allergie bestätigte sich nicht. Ärztliche Beurteilung: Ich sei im wörtlichen und im übertragenen Sinne ein dünnhäutiger Mensch. Die Haut sei unser größtes Entgiftungsorgan und mein Immunsystem reagiere halt intensiv über die Haut. Dazu muss ich anmerken, dass ich noch zwei entzündliche Autoimmunerkrankungen auf der Haut (Gesicht und Kopfhaut) habe (rosacea und lichen ruber planopilaris). Ich müsse damit leben. Es handele sich um ein "endogenes Exanthem". Das komme immer wieder, würde aber auch von allein - ohne Behandlung - wieder verschwinden. War bisher auch immer so. Seit meiner Mastektomie mit Silikonaufbau letztes Jahr hatte ich es auch schon einmal, allerdings nur ganz schwach. Dabei hat die Haut an der Innenseite der Brust leicht gebrannt, auf der gesunden Seite nicht. Das Brennen unter der Haut verspüre ich seitdem immer wieder mal bei Berührungen oder wenn ich mich bücke und das Implantat von innen gegen die Haut drückt. Der Chirurg hält das Brennen nicht für einen entzündlichen Prozess, sondern für eine Reizung der inzwischen Falten werfenden Kapsel, die sich um das Implantat gebildet hat. Das sei nicht ungewöhnlich und solange die Falten noch verschiebbar seien, auch nicht problematisch. Ich solle aber die Lymphdrainagen wegen meines Brustlymphödems so weit wie möglich reduzieren, um eine Überreizung des Gewebes zu vermeiden. Weil ich die Entzündungserscheinung der Haut vorher schon hatte, führe ich sie auch selbst nicht auf eine Abwehrreaktion des Körpers gegen das Silikon zurück. Da mein Immunsystem aber schon an anderer Stelle verrückt spielt, würde ich mich nicht wundern, wenn mein Körper sich eines Tages gegen das Implantat wehrt. Manchmal denke ich, dass, wenn es denn so kommt, wenigstens die Angst davor ein Ende hat.

    Der langen Rede kurzer Sinn:

    Wenn Du es nicht schon getan hast, würde ich einen Hautarzt konsultieren, am besten einen, der ganzheitlich arbeitet und auch Naturheilverfahren gegenüber aufgeschlossen ist, denn immer wieder zu Antibiotika oder Kortison zu greifen, ist in Deinem Alter keine gute Lösung.

    Hoffentlich bekommst Du mal Klarheit und einen Behandlungsweg.


    LG

    Lavara18

    Liebe mimosengina,

    das Leben ist wirklich ungerecht. Meine beiden Eltern hatten Krebs, mein Vater aber einen gnädigen Herztod, meine Mutter ein langsames Sterben (Hirntumor, 20 Jahre vorher Brustkrebs). In ihrer Sterbestunde wurde bei mir eine Biopsie gemacht. Zwar Frühstadium, aber Mastektomie erforderlich und jetzt habe ich in meiner Brust nicht nur Silikon, sondern auch ein Lymphödem. Daher kann ich Deine Beschwerden annähernd nachvollziehen. Stelle mir aber vor, dass Ödeme in Armen und Beinen noch viel schlimmer sind, echte Behinderungen und vor allem bei dieser wochenlangen Hitze, die die Ödeme geradezu befeuert. Mich macht schon der Kompressions-BH in der zweiten Tageshälfte verrückt. Wie mag es Dir erst mit Kompression an Beinen und Armen gehen. Aber es stimmt unbedingt, dass Bewegung hilft. Ich habe ein spezielles Fitnessstudio für Senioren gefunden, - Training an Geräten, aber nix mit Gewichten - , in das ich zweimal in der Woche morgens früh mit meinem Mann gehe. Inzwischen kann ich ganz gut einschätzen, was meine Brust verträgt und was nicht. Und zu zweit besiegt man den inneren Schweinehund leichter. Für den Spass besuchen wir noch einmal in der Woche einen Senioren-Tanzkreis. Da hat jeder ein Päckchen zu tragen und keinen Ehrgeiz, ein Turnier zu tanzen. Die Geselligkeit ist eine schöne Ablenkung. Das hilft auch sehr.

    Du hast schon so viel geschafft. Du wirst Dich auch aus diesem "Sommerloch" herausschaffen, da bin ich sicher.

    LG

    Lavara18

    Hallo,

    ich mische mich hier mal ein, obwohl ich keine Chemo-Glatze habe, aber vernarbende, d. h. dauerhafte Alopezie im Frontbereich (Stirnglatze). Es gibt einen You Tube Film mit Jenny Latz (Haarcoacherin). Sie hat die totale Alopezie und zeigt, wie man aus Multifunktionstüchern ganz schnell einen Pseudo-Turban hinbekommt. Ich verwende die Multifunktionstücher (Schlauchtücher) im Sommer als Stirnband, weil ich ja nur vorn kahl bin und sonst zwei als Turban, wie es von Jenny Latz gezeigt wird. Der praktische Vorteil ist, dass man die Schlauchtücher von der ganzen Familie auch als Halssocke verwenden kann, wenn man keine Mütze mehr braucht. Mir gefallen nur die Dessins bei den preiswerteren Fabrikaten meist nicht und die schönen Tücher von B....finde ich recht teuer. Deshalb nähe ich jetzt selbst, zum Teil aus vorhandenen T-Shirts.


    Liebes Möhrchen, vergiss beim Kopfhaut-Bräunen den Sonnenschutz nicht. Meine Mutter hatte auch meine Form der Alopezie (und auch Brustkrebs) und hat zwar draußen immer Kopfbedeckungen getragen, aber in ihrer - sonnigen- Wohnung nicht. Als die Hautärztin dann ein Frühstadium von weißem Hautkrebs feststellte, bekam sie eine Perücke verordnet mit der Ermahnung, sich auch im Haus immer was aufzusetzen.

    Hallo,

    ein herzliches Willkommen aus der unserer Landeshauptstadt. Ich bin auch keine Saarländerin, sondern Rheinländerin, lebe aber schon seit 1987 in Saarbrücken. Bin durch den Krebs in den vorzeitigen Ruhestand gekommen. Das war sozusagen das Goldklümpchen in dem Misthaufen, in den ich letztes Jahr unversehens gefallen bin. Ich bin ein Jahr jünger als Du und wenn man sich hier im Forum umsieht, dann kann man froh sein, dass man die Bekanntschaft mit dem Schalentier relativ spät gemacht hat. Ich habe Glück im Unglück gehabt, nur eine Krebsvorstufe, allerdings eine ausgedehnte, daher Mastektomie mit Silikonrekonstruktion, aber keine weitere Krebstherapie. Wir 60+ Frauen haben noch viel vor. Ich wünsche Dir, dass die Heilung der Wunde vorankommt und die weiteren Therapien erträglich und vor allem erfolgreich sind.

    Liebe firerina,

    ich komme aus dem Staunen nicht raus. Ich hatte während der 12 Wochen Kompressions-BH mit Stuttgarter Gürtel absolutes Sport-Verbot, sollte nur spazieren gehen. Ich habe zwar nicht verstanden, was an einem langsamen Walzer gefährlich sein sollte, mich aber daran gehalten und bin wegen dieser Einschränkungen gar nicht in eine AHB gegangen. Da kann man natürlich auch etwas für die Psyche tun und sich nicht um den Haushalt kümmern zu müssen, hat auch was. Ich würde aber von den Ärzten in der AHB erwarten, dass sie sich mit den Komplikationen nach einer solchen OP auskennen. Vielleicht kannst Du telefonisch Kontakt zu dem Brustzentrum aufnehmen, in dem Du operiert worden bist und Dir einen Rat holen.

    Alles Gute!