Beiträge von Lavara18

    Hallo Ihr Lieben,

    weil meine Brust bzw. das Areal unterhalb der Achsel in der Nacht von gestern auf heute wieder deutlich angeschwollen war - wie schon seit Wochen nicht mehr - und meine Gyn den Operateur noch nicht erreicht hatte, bin ich heute in die Ambulanz gefahren. War mir im Ergebnis peinlich. Viel Lärm um nichts. Das Resultat entspricht dem Bericht von Sylvie. Nicht das Implantat hat sich verformt, sondern das sich gebildete Gewebe drumherum wirft Falten, was aber normal sei, solange diese beweglich seien. Das brennende Gefühl hat der Arzt als Nebenwirkung der Lymphdrainagen bezeichnet, Bei der MLD würde das Gewebe hin- und her geschoben und das könne schon Irritationen hervorrufen, wäre aber ungefährlich und würde der MLD nicht entgegenstehen. Ich solle mit der MLD aber nicht übertreiben. Das tu ich allerdings auch nicht, gehe nur noch einmal pro Woche. Das relativ starke Anschwellen Der Brust ist wohl dem schwülen Wetter geschuldet.

    Noch einen schönen Sonntag

    Lavara18

    Hallo Angelsun,

    schon interessant, wie unterschiedlich die ärztlichen Maßgaben sind. Ich hatte nach meiner hautsparenden Mastektomie mit simultaner Rekonstruktion mittwochs bis Sonntags einen Wärmeverband um den Oberkörper. Vor der OP hatte mich eine Dame vom Sanitätshaus vermessen und den ersten von zwei Kompressions-BHs der Fa. A.. geliefert mit Stuttgarter Gürtel, der oberhalb des BHs umgeschnallt werden muss und der sicherstellen soll, dass das Implantat nicht hochrutscht. Beide Teile zusammen kosten ca. 215 Euro, wurden aber von der Beihilfe und privaten Krankenversicherung (nach 2 Anläufen) übernommen. Ich brauchte 2 Stück, denn ich musste dieses Teil 12 Wochen tragen - mit dem Gürtel -. Die ersten 6 Wochen Tag und Nacht, die zweiten 6 Wochen nur noch tagsüber. Die Sanitätshausmitarbeiterin hatte mir zunächst einen schwarzen BH gebracht, den ich im Sommer - Ende Juni - eigentlich nicht haben wollte, weil man ihn ja unter heller Kleidung sieht. Der Stuttgarter Gürtel schaut außerdem überall heraus. Also hochgeschlossen gehen. Die Sinnhaftigkeit des schwarzen BHs habe ich aber scnell erkannt: Der Oberkörper sieht aus, als hätte man in Karottensaft gebadet. Die Desinfektionslösung, mit der man eingepinselt wird, wäscht sich nur langsam ab. Zuerst bleibt viel im BH hängen und geht beim Waschen auch schwer raus. Da wäre der weiße BH ratzfatz ruiniert gewesen. Und bei dem stolzen Preis wäre das schon sehr ärgerlich. Sport war mir bis auf Spazierengehen für die 3 Monate verboten. Hatte extra in Bezug auf Tanzen nachgefragt, weil mir nicht eingeleuchtet hat, was an einem langsamen Walzer gefährlich sein könnte. Mein Operateur war wohl besonders vorsichtig. Ich habe mich daran gehalten.


    Alles Gute für Dich

    Lavara a8

    Hallo Ihr Lieben, besonders Sylvie,

    eben wurde mein Beitrag gesendet, obwohl noch gar nicht fertig. Wohl auf das falsche Knöpfchen gedrückt.

    Danke für Eure Anteilnahme. "Blasen" trifft es gefühlsmäßig eher als Knubbel. Ich kann sie auch eindrücken. Im Ultraschall sah es aus wie eine "Höckerlinie", wo man beim letzten Ultraschall noch eine glatte Linie sah. Unabhängig von dem Schreckgespenst Kapselfibrose treibt mich die Frage der Verträglichkeit mit dem Lymph-Ödem und der MLD um. Meine Lymph-Therapeutin hat gestern den betroffenen Bereich - die Brustinnenseite - komplett außen vor gelassen, weil ich die Drainage dort als unangenehm empfand. Das ist aber auf Dauer keine Lösung, denn ich brauche eine effiziente MLD, weil sonst die Brust so anschwillt, dass das auch wieder Beschwerden verursacht. Mit der Ödem-Therapie war ich gerade auf einem guten Weg. Ich möchte nicht wieder auf den Stand vom ersten Quartal zurückgeworfen werden. Langsam fange ich an, meine Entscheidung pro Rekonstruktion zu bereuen.

    LG

    Lavara18

    Hallo liebe Silikon-Implantat-Trägerinnen,


    Ende des Monats jährt sich meine hautsparende Mastektomie mit simultaner Rekonstruktion. Heute morgen beim Duschen habe ich 3 Knubbel an der Innenseite der Brust festgestellt. Vor einigen Wochen hatte ich schon mal einen, Der verschwand dann wieder. Meine Lymph-Therapeutin - ich habe ein Mamma-Lymphödem - hat das Phänomen dem Ödem zugeschrieben, das bei dieser Hitze ja blüht und gedeiht. Eine Stunde nach der Lamphdrainage hatte ich meinen vierteljährlichen Kontrolltermin bei meiner Gyn und sie hat im Ultraschall gesehen, dass sich das Implantat verformt hat und 3 Hügel gebildet hat. Wenn ich die Knubbel etwas eindrücke, verspüre ich ein Brennen. Schmerzen habe ich sonst nicht. Ich bin beunruhigt, denke natürlich an Kapselfibrose. Meine Gyn will den Chirurgen kontaktieren. Wahrscheinlich werde ich mich dort einfinden dürfen. Frage aber trotzdem heute schon mal, ob jemand Erfahrungen mit einem ähnlichen Phänomen hat.


    LG

    Lavara18

    Liebe Anne,

    ich hatte die Tage vor meiner Mastektomie Erkältungssymptome (heißer Kopf, Kratzen im Hals) und habe ständig Fieber gemessen. Hatte aber keins. Vorsichtshalber habe ich ein homöopathisches Grippe-Mittel genommen. Das habe ich dem Narkosearzt auch gesagt. Er hat nur milde gelächelt. Nach der OP waren alle Symptome verschwunden. Es war wohl nur die Aufregung, die mir einen heißen Kopf bereitet hat. Ich drücke Dir beide Daumen, dass es bei Dir genau so ist und die OP planmäßig laufen kann und gut verläuft.

    LG

    Lavara18

    Liebe Sonkathie und Ihr anderen Mädels,

    wenn ich Eure Geschichten lese, merke ich mal wieder, welches Glück ich hatte mit meiner rechtsseitigen subkutanen Mastektomie und Simultanaufbau mit Silikon. Keine Hämatome, keine Wasseransammlungen, keine Schmerzen. Auch war der Arm durch die Wächerlymphknotenentnahme fast gar nicht in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Sehr wahrscheinlich hat die Beschwerdefreiheit aber dazu geführt, dass ich zu schnell zu viel gemacht habe im Haushalt und Garten - insoweit habe ich nach der OP tatsächlich sofort wieder mein normales Leben aufgenommen - und dadurch das Entstehen meines Brustlymphödems selbst befördert habe. Die Heilung der Nerven braucht wirklich sehr sehr lange. Die OP ist bei mir jetzt fast 11 Monate her. Die Achsel ist schon länger nicht mehr taub. Der Silikon-Busen gehört allerdings immer noch nicht ganz zu mir, was daran liegen mag, dass die Haut zweimal durchtrennt wurde durch die vorausgegangene brusterhaltende OP. In diesem Bereich ist die Brust immer noch taub. Aber das fiese Gefühl , dass da ein großer schwerer Klumpen an mir hängt, den ich festhalten muss, damit er nicht herunterfällt, ist weg. Es ist langsam, aber stetig besser geworden und wird es noch. Wenn das Jahr vor einem liegt, meint man, das dauert ewig. Rückblickend ist die Zeit aber schnell vergangen.


    Noch einen schönen 2. Feiertag

    Lavara18

    Hallo Madgy,

    auch von mir ein herzliches Willkommen. Meine Geschichte begann vor einem Jahr wie Deine. Da war ich 60. Ich hatte relatives Glück, weil der Krebs noch nicht invasiv war, d. h. kein Tumor, der hätte streuen können, sondern eine Vorstufe davon - sog. duktales carcinoma in situ. Weiter will ich mich an dieser Stelle nicht äußern, denn vielleicht hast Du noch mehr Glück und es ist nicht mal das. Ich hatte sofort das Gefühl, dass es keine "Entwarnung" gibt. Ich wollte den Biopsie-Termin verschieben, weil meine Mutter im Hospiz im Sterben lag. Der Arzt machte es aber dringlich. Er schien sich sicher zu sein, dass hinter dem entdeckten Mikrokalk Krebs steckte. Wegen meiner privaten Situation - meine Mutter ist genau zu der Zeit meiner Biopsie gestorben - hatte ich so viel um die Ohren, dass ich gar keine Zeit hatte, Ängste zu entwickeln oder im Forum oder mit Google zu recherchieren. Wonach auch? Ohne Befund macht das m. E. gar keinen Sinn. Deshalb würde ich Dir im Augenblick auch nicht empfehlen, hier weiter zu lesen, denn das könnte Dir unnötig Angst machen. Wenn Du ein Ergebnis hast, kannst Du gezielt Fragen stellen.


    Toi,toi,toi und schöne Pfingsten

    Lavara 18 (ursprünglich aus NRW)

    Liebe Cookie,

    ich trage breite Haarbänder, auch wenn das bei einer Kurzhaarfrisur ein wenig unmotiviert aussieht. Aber längere Haare würden unter der Perücke noch mehr stören. Im Allgemeinen erfasst diese Art der Alopezie nur die vordere Kopfhälfte. Man könnte an eine Haarverpflanzung vom Hinterkopf - da habe ich genug - denken, allerdings erst, wenn die Autoimmunkrankheit zum Stillstand gekommen ist, da sonst die verpflanzten Follikel auch wieder "gekillt" werden. Autoimmunkrankheiten sind leider unberechenbar und kaum zu beeinflussen. Kortison könnte helfen, muss aber nicht und die Nebenwirkungen - Gewichtszunahme - schrecken mich ab. Außerdem kann man damit nur retten, was noch da ist.

    Als das Haarproblem immer sichtbarer wurde, kam ein junger Kollege zu mir - könnte mein Sohn sein - und erzählte mir, dass seine Freundin seit ihrem 18. Lebensjahr kein einziges Haar mehr am Körper habe, aber für ihn bildschön sei. Das hat mich sehr ermutigt und zugleich beschämt. Da muss ein 30jähriger einer 60jährigen erklären, dass Schönheit nicht von Haaren (oder Brüsten) abhängt, sondern von dem, was ein Mensch ausstrahlt. Und da haben wir es wieder: Die ausdauernde Beschäftigung mit den Verlusten zieht einen runter und führt auch zu einer negativen Ausstrahlung. Also muss die Devise heißen: Positiv denken!

    LG

    Lavara18

    Hallo Cookie,

    ich kann Dich sehr gut verstehen. Mein Busen war auch der schönste und weiblichste Körperteil an mir, dessen Anblick ich selbst genossen habe. Jetzt vermeide ich den Blick in den Spiegel. Wenn ich an mir herunterschaue, fällt der Unterschied weniger auf. Bei Mastektomie ohne Aufbau wäre aber auch dieser Blickwinkel schockierend. Ich habe von einbrüstigen Frauen gelesen, die noch 2 Jahre nach der OP morgens und abends mit den Tränen kämpfen. Das kann nicht gesund sein. Wahrscheinlich sind wir selbst viel kritischer als andere. Es gibt ja auch von Natur aus asymmetrische Brüste. Einen asymmetrischen Busen würde ich daher noch nicht als Entstellung bezeichnen. Aber ich gebe zu, man fühlt sich schon ein bisschen wie 2. Wahl. Den Blick in den Spiegel scheue ich übrigens noch aus einem weiteren Grund: Ich habe auf Grund einer seltenen Autoimmunkrankheit eine vernarbende Alopezie, d. h. da wächst nichts mehr nach. Mein Haaransatz fängt inzwischen so etwa auf der Kopfmitte an. Perücke vertrage ich nur stundenweise. Aber auch damit muss/kann frau fertig werden.

    Was die Partnerschaft angeht, da bin ich in der komfortablen Situation, seit 35 Jahren mit einem wunderbaren Mann verheiratet zu sein, dem der Aufbau gar nicht wichtig war. Wichtig war ihm, dass ich gesund und wieder fröhlich werde. Ich glaube, wenn man sein verändertes Äußeres selbst annehmen kann, kann es auch der Partner. Zumindest fällt es ihm leichter.

    LG Lavara18

    Hallo Silikon-Ladies,

    Geduld, Geduld, Geduld ist angesagt. Meine Mastektomie mit simultaner Rekonstruktion liegt inzwischen 10 Monate zurück. Die anfängliche Taubheit ist immer noch nicht in Gänze verschwunden, aber die Brustwarze liegt nicht mehr im Dornröschenschlaf. Es tut mir leid, dass einige von Euch so heftige Schmerzen hatten. Da habe ich wohl ein Riesenglück gehabt, ich hatte in der Brust überhaupt keine Schmerzen und die mich piesackende Drainage konnte schon 3 Tage nach der OP gezogen werden.

    Mir scheint aber auch, dass die Optik nach einseitiger Mastektomie und Silikon-Rekonstruktion von den Operateuren mitunter ein bisschen schön geredet wird. Meiner hat z. B. 14 Tage nach der OP gemeint, in einem Jahr sähe niemand mehr, dass ich operiert worden sei. Na ja, 2 Monate sind es ja noch und die Brust hat sich gegenüber der Ausgangssituation zwar etwas nach unten bewegt, aber ein Unterschied ist immer noch und ich denke, der bleibt auch. Im BH ist die neue Busenwelt allerdings absolut okay. Meine Gyn hatte mich auf einen bleibenden Unterschied vorbereitet und bei Youtube hatte ich ein Interview mit einem Professor gefunden, der noch in derselben OP die kontralaterale Seite liftet und mit einem Silikonkissen füttert, weil die Patientinnen früher oder später mit der unterschiedlichen Optik - die wird im Alter ja nicht kleiner (aber die eigene Brust wird es), sondern größer - unzufrieden würden. Meine Gyn hielt davon wenig, denn 2x Silikon bedeutet auch 2x das Risiko von Komplikationen wie Kapselfibrose. Mein Fazit: Man darf den Zustand nach Rekonstruktion nicht mit dem Zustand vor der Mastektomie vergleichen, sondern muss ihn mit der Keine-Rekonstruktion-Alternative vergleichen. Und da schneidet er m. E. besser ab, solange das Implantat keinen Ärger macht.

    LG Lavara18

    Hallo Nani,

    ich hatte letzten Juni rechts eine Ablatio (haut- und mamillensparend) mit gleichzeitiger Rekonstruktion mit Silikon-Implantat. Wegen der von Heideblüte beschriebenen Phänomene (abends "Landkarte" auf der Brust und Spannungsgefühl in der Brust) bin ich Anfang Dezember zu meinem Chirurgen, der dann ein Lymphödem in der Brust festgestellt hat. Seitdem bekomme ich Lymphdrainagen, anfangs 3, dann 2 pro Woche und jetzt hoffe ich, auf 1 reduzieren zu können. Die Lymph-Drainagen allein haben bei mir aber keinen nachhaltigen Fortschritt gebracht, besser wurde es erst mit einem Spezial-BH zur Lymph-Entlastung (die Marke darf man hier wohl nicht nennen, aber der Sanitätsfachhandel kennt ihn). Eine Ärztin mit Schwerpunkt Lymphologie hat ihn mir Anfang Februar verordnet. Meine Gyn kannte ihn nicht. Lt. Auskunft der Sprechstundenhilfe zahlen die gesetzlichen Kassen diesen BH, wenn er als Lymph-Bandage verordnet wird. Ob ich die Kosten erstattet bekomme (Beihilfe und PKV) weiß ich noch nicht. Ist mir aber auch egal. Der BH sitzt super und bewirkt mit seinem Noppengewebe eine permanente leichte Lymph-Drainage. Er ist neben nahtlosen Shape-Wear-Tops und -Bustiers der einzige BH, den ich vertrage und ich habe mir schon einen zweiten gekauft. Er kostet allerdings im Sanitätshaus ca. 160 Euro. Den von Dir beschriebenen optischen Unterschied zur eigenen Brust kenne ich auch. Der Silikon-Busen geht mehr in die Breite und weniger nach unten. Das Ödem verstärkt diesen Effekt bei mir noch, denn es sitzt hauptsächlich an der Außenseite der Brust. Daher denke ich im Augenblick nicht über eine Angleichung nach, denn eine Angleichung an den krankhaften Zustand käme mir irgendwie falsch vor. Der BH ist zwar alles andere als schick, macht aber ein schönes Dekollete und da sieht man den Unterschied zwischen meinen Brüsten überhaupt nicht. Vielleicht siehst Du ihn Dir im Sanitätshaus mal an.


    Viel Erfolg und liebe Grüße

    Lavara18

    Liebe FlipFlop,

    ich freue mich riesig für Dich, dass Du den Befreiungsschlag gewagt hast und damit zufrieden bist. Die Amazonen-BHs hatte ich vor meiner Mastektomie auch entdeckt und auch schon Kontakt mit einer Dessous-Schneiderin aufgenommen. Leider wog meine Brust aber über 400 g und da geht das nicht wirklich, denn da braucht man nicht nur aus kosmetischen, sondern auch aus orthopädischen Gründen einen Ausgleich. Für den Fall der doppelseitigen Mastektomie gibt es in der Tat Möglichkeiten, das Manko modisch zu überspielen. Ich habe mir schon einen Ordner mit entsprechenden Modellen angelegt. Es mag verrückt klingen, aber für den Fall, dass meine linke Brust auch noch vom Krebs befallen wird - oder schon ist, wenn sich die in der Mammo festgestellte "Verdickung" bei den bevorstehenden Untersuchungen als Tumor entpuppt - habe ich einen Nähkurs angefangen, denn die Konfektion ist auf Brust geeicht.

    Da mein Lymph-Ödem in der Silikon-Brust erfreulicherweise auf dem Rückzug ist, würde ich allerdings in dem Fall, dass hautsparend operiert werden könnte, nochmals die Silikon-Lösung wählen, denn abgesehen von dem Lymph-Ödem, das auch ohne Aufbau am Thorax auftreten kann, habe ich mit dem Implantat - bisher - keine Probleme und bei beidseitigem Aufbau erledigt sich ja auch das Abweichungsproblem zwischen Natur und Silikon.


    Alles Gute für Dich und vielen lieben Dank für Deine Mutmach-Geschichte!


    Lavara18

    Liebe Sonnenglanz,


    ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich bin zwar nicht Naturwissenschaftlerin, sondern Juristin, aber als solche auch darauf geeicht, jedem Problem auf den Grund zu gehen und zu bohren, bohren, bohren. Ärzten geht man damit ganz schön auf die Nerven. Das können sie nicht immer verbergen, auch wenn sie höflich bleiben. Ich habe nach der Diagnose DCIS in der rechten Brust die Frage nach einem MRT der linken Brust gestellt, weil ich mich nicht für die Rekonstruktion entschieden hätte, wenn auch in der linken Brust Krebs gefunden worden wäre. Ich hatte Probleme mit der Asymmetrie und beidseitig flach ist immerhin symmetrisch. Das MRT wurde für untunlich erachtet - in Übereinstimmung mit den einschlägigen Behandlungsrichtlinien - und jetzt - gerade mal ein Jahr später - habe ich in der Mammo einen auffälligen Befund. Freitag habe ich den Termin für die Vergrößerungsaufnahme und dann ggf. Biopsie - same procedure as last year. Ich war gegen die Wächterlymphknoten-Entnahme, weil ein DCIS noch nicht metastasieren kann, auch nicht in die Lymphknoten, der Arzt mit dem Plädoyer für die Sentinel-Node-Biospie widersprochen hat. Natürlich besteht ein äußerst geringes Restrisiko einer übersehenen Mikro-Invasion. Das wollte der Arzt nicht eingehen (Angst vor Haftung?). Ich sollte dafür das Risiko eines Lymph-Ödems eingehen. Ich sei zu pessimistisch, solle positiver denken. Das Risiko liegt im einstelligen Prozentbereich. Ich bin aber dabei, mit einem Mamm-Lymphödem! Und da hilft die Statistik herzlich wenig. Und auch die "Macht der guten Gedanken" ist begrenzt. Keine Diagnose/Prognose gibt 100%ige Sicherheit. Ich habe das Gefühl, dass ich nur noch auf dünnem Eis unterwegs bin. Ein Trost: Man ist nicht allein damit.


    Alles Gute für Dich und alle hier im Forum


    Lavara18

    Hallo Sonnenglanz,

    ich bin nur wenig älter als Du (61), auch kinderlos, mit einem wunderbaren Mann seit 35 Jahren verheirat und bis Ende Oktober2017 mit viel Engagement berufstätig. Im Mai 2017 wurde ich brusterhaltend wegen eines DCIS G 3 ooperiert. Leider stellte sich heraus, dass an allen 4 Resektionsrändern noch Krebszellen waren. Ende Juni folgte deshalb eine subkutane Mastektomie mit Wächterlymphknoten-Entfernung und simultanem Brustaufbau mit Silikon. Parallel dazu erhielt ich von meiner Hautärztin die Diagnose lichen ruber planopilaris mit vernarbender Alopezie. Der Verlust der Brust und die Aussicht, allmählich meine Haare zu verlieren (und zwar dauerhaft nicht nur vorübergehend wie bei einer Chemo) haben mich ziemlich runtergezogen. Ich habe mich den beruflichen Anforderungen nicht mehr gewachsen gefühlt. Hinzu kam, dass ich infolge einer Umstrukturierung noch zusätzliche Aufgaben übernehmen sollte. Mit 60 Jahren und 10 Monaten bin ich daher Ende Oktober 2017 in den vorzeitigen Ruhestand gegangen - möglich auf Grund der Anerkennung der Schwerbehinderung. Das habe ich noch keinen Tag bereut. Mein Mann ist 7 Jahre älter als ich und auch Rentner. Er hat mir in den letzten Jahren schon sehr viel abgenommen und mich insbesondere auch bei der Betreuung und Pflege meiner schwerkranken, inzwischen verstorbenen Mutter unterstützt. Jetzt haben wir ein paar Jahre früher als erwartet Zeit für gemeinsame Aktivitäten. Wir trainieren zusammen im Fitness-Studio, besuchen einen Tanzkreis, besuchen Kunstausstellungen, machen ausgedehnte Spaziergänge, arbeiten zusammen im Garten. Ich brauchte zwar außer der Mastektomie keine weitere Therapie, habe aber inzwischen in der Brust ein Lymph-Ödem und muss 2 mal in der Woche zur Lymph-Drainage. Und jetzt habe ich in der kontralateralen Brust einen auffälligen Mammographie-Befund. Hoffe mal, dass es nicht auch bösartig ist. Es bestätigt mich in meiner Entscheidung, in den Ruhstand gegangen zu sein. Vielleicht wäre das auch eine Option für Dich.


    Alles Liebe und Gute

    Lavara 18


    Liebe FlipFlop,


    darf ich mal nachfragen, wie Du Dich entschieden hast? Ich hatte diese Woche eine Mammographie der nicht operierten Seite und habe heute über meine Gyn die Aufforderung erhalten, eine Vergrößerungsaufnahme machen zu lassen. Man habe eine abklärungsbedürftige "Verdickung" bei 9 Uhr gefunden. Bei halb fünf habe ich ein Fibroadenom, aber schon seit 20 Jahren. Der Befund bei 9 Uhr ist neu. Anfang März war ich noch zum Ultraschall bei meiner Gyn und sie hat nichts Auffälliges gesehen. Ich mache mich auf das Schlimmste gefasst und denke schon über eine Strategie (Plan A, Plan B usw.) nach. Bis nächsten Freitag habe ich dafür "Muße", denn die Vergrößerungsaufnahme soll unbedingt von der Röntgenassistentin gemacht werden, die die Erstaufnahme gemacht hat (Warum weiß ich nicht, war letztes Jahr nicht so, aber da war ich auch in einem anderen Zentrum) und das geht erst nächsten Freitag.


    Liebe Grüße

    Lavara18

    Guten Abend kruemelmotte,

    nach meiner Mastektomie mit simultaner Rekonstruktion bin ich mit Katheter aufgewacht. Den hat man mir auch bis zum nächsten Morgen gelassen, damit ich - so die Schwester - noch mal eine ruhige Nacht haben sollte ohne Toilettengang. War nett gemeint, mir aber lästig, denn so musste ich bei der Mobilisierung am OP-Tag zusätzlich zu den 2 Drainageflaschen auch noch den Katheterbeutel beim Spaziergang ums Bett tragen und konnte nur in ein eigenes Nachthemd schlüpfen und nicht in einen Pyjama. Hatte zum Glück beides dabei. Angenehm ist es übrigens - unabhängig von der Katheterfrage - wenn Nachthemd oder Pyjama vorn durchgeknöpft sind und nicht über den Kopf gezogen werden müssen.

    Schlaf gut und träum was Schönes

    Lavara18

    Hallo joinma,

    ich kann zu dem Thema Nebenwirkungen bei Tamoxifen zwar keine eigenen Erfahrungen beisteuern, da ich außer der Ablatio wegen DCIS keine Therapie brauchte, aber meine Mutter hatte nach 25jähriger Hormonersatztherapie nach Totaloperation einen invasiven Brustkrebs mit Ablatio und 5 Jahre Tamoxifen. Sie hat sich während der 5jährigen Tamoxifen-Behandlung selbst mit einem Mistelpräparat gespritzt (anthroposophische Medizin nach Rudolf Steiner). Sie war davon überzeugt, dass ihr dieses Medikament sehr geholfen hat, sowohl in Bezug auf die Nebenwirkungen von Tamoxifen als auch in Bezug auf die Stärkung des Immunsystems. Sie hat ihren Brustkrebs übrigens 20 Jahre überlebt, bevor sie letztes Jahr mit fast 90 Jahren einem Hirntumor erlegen ist. Die Kosten für die Mistel-Therapie sind damals von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen worden. Ich weiß allerdings nicht, welche neueren Erkenntnisse zu der Misteltherapie vorliegen und wie sich die Krankenkassen heute dazu stellen. Fragen kostet aber nichts.

    LG

    Lavara18

    Liebe Basanti,

    ich konnte nach nicht ausreichender brusterhaltender OP einen einzeitigen Aufbau machen lassen, d. h. Mastektomie und Silikonaufbau in einer OP, weil Haut und Brustwarze erhalten bleiben konnten. Das war eine verführerisch einfache Möglichkeit, um das Amazonendasein herumzukommen. Aber auch mit Silikon unter der eigenen Haut und Brustwarze ist man nicht dieselbe Frau wie vor der Erkrankung. Die rekonstruierte Brust ist für sich betrachtet schön, meine eigene auch, im "Körbchen" passen die beiden auch gut zueinander, aber nackt sehe ich den Unterschied, vor allem in der Frontalansicht, und mit dieser Ansicht fremdel ich nach inzwischen 9 Monaten immer noch, d. h. ich stelle mich nicht mehr nackt vor einen Spiegel. Die Silikonbrust geht mehr in die Breite und senkt sich nicht so weit wie die eigene Brust, obwohl ich keinen ausgesprochenen Hängebusen habe. Der Arzt hat mir gleich eine Angleichungs-OP angeboten, wenn der Endzustand der operierten Brust nach etwa einem Jahr erreicht ist. Dazu fehlen noch knapp drei Monate. Im Moment denke ich aber, dass ich mich dafür nicht unters Messer lege. Die Abweichung der beiden Brüste resultiert teilweise aus einem Mamma-Lymphödem in der operierten Brust und eine Angleichung an einen krankhaften Zustand macht m. E. keinen Sinn. Abgesehen von der hinter den Erwartungen zurückbleibenden Optik sind auch die Empfindungen in der rekonstruierten Brust immer wieder irritierend. Anfangs war alles taub, jetzt kommt teilweise Gefühl zurück, was aber manchmal auch unangenehm ist. Immer wieder frage ich mich, ob eine Missempfindung normal oder krankhaft ist, dem Lymphödem geschuldet ist oder den Beginn der gefürchteten Kapselfibrose anzeigt. Kurzum: Immer noch kreisen viele (nach meinem Geschmack zu viele) meiner Gedanken um die "Kummerbrust". Das hatte ich mir so nicht vorgestellt. Inzwischen glaube ich, dass frau, wenn sie sich erst einmal durch den Schrecken des Brustverlustes durchgebissen hat, die Rekonstruktion nicht mehr braucht. Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du diese Freiheit erlangst.


    Liebe Grüße

    Lavara18

    Liebe Isabella,


    DCIS ist nicht gleich DCIS. Man unterscheidet Malignitätsgrade. Bei mir wurde letztes Jahr eine Kalkablagerung im Mammographie-Screening entdeckt und es wurde mir noch im Screening-Zentrum zu einer sofortigen Biopsie, geraten. Diesem Rat bin ich gefolgt. Die Histologie der entnommenen Zellen hat dann ein DCIS Grad 3 (hohe Kernmalignität, aggressives Wachstum) ergeben. Den Grad der Malignität kann man allein mit den bildgebenden Verfahren nicht bestimmen. Er ist m. E. aber entscheidungserheblich und daher rate ich Dir zur Durchführung der Biopsie. Anders erhältst Du keinen "100%igen Befund". Mir war sofort klar, dass ich dieses Pulverfass los werden und nicht darauf vertrauen will, dass der daraus möglicherweise entstehende invasive Tumor entdeckt wird, bevor er gestreut hat. Bei Grad 1 kann Frau das vielleicht anders sehen, insbesondere wenn sie schon ein hohes Lebensalter erreicht hat. Ich bin dann zunächst brusterhaltend operiert worden. Das hat leider nicht gereicht, weil das - in Mammographie und Ultraschall unsichtbare - DCIS viel größer war als die - sichtbare - Kalkansammlung. Es folgte 6 Wochen später die Haut- und brustwarzensparende Mastektomie mit Rekonstruktion mittels Silikon in derselben OP. Der Histologie des Drüsenkörpers konnte ich entnehmen, dass sich mein DCIS strahlenförmig durch alle Milchgänge meiner Brust gezogen hat. Ich habe daher mit der Mastektomie im Nachhinein meinen Frieden gemacht und bin mir insoweit sicher, das Richtige getan zu haben. Es ist fraglos nicht einfach, die Brust zu opfern für etwas, was noch gar kein "richtiger" Krebs ist, während "richtige" Tumore in der weit überwiegenden Zahl der Fälle brusterhaltend operiert werden Ich habe nächtelang geheult. Nicht wegen des Krebses, sondern wegen des Brustverlustet. Aber irgendwann sind die Tränen versiegt.


    Viel Kraft wünscht Dir

    Lavara18

    Hallo Elfentraum,


    ich hatte wegen DCIS G3 2017 zunächst eine brusterhaltende OP. Diese Narbe auf der Brust habe ich mit einem Narbengel gepflegt. Nachts habe ich das gleiche Produkt in Form von Stripes über die Narbe geklebt. Weder der Chirurg noch meine Gynäkologin hielten dies für erforderlich. Allerdings hatten sie auch keine Bedenken. Bei einem Warentest ist dieses vielfach empfohlene Narbengel übrigens als wirkungslos bezeichnet worden. Die Narbe ist super geworden, wäre dies aber wohl auch ohne das teure Gel geworden, denn:

    6 Wochen später hatte ich eine hautsparende Mastektomie mit einzeitiger Rekonstruktion mittels Silikon-Implantat. Diese große Narbe sitzt genau in der Brustfalte. Hier hat mir der Chirurg die Anwendung eines Narbengels ausdrücklich verboten, weil dadurch ein feuchtes Milieu geschaffen würde, das der Heilung eher abträglich sei. Ich habe mich daran gehalten. Und die Narbe ist auch nicht schlechter geworden als die auf der Brust. Ob Narben glatt oder wulstig abheilen ist wohl eine Frage der persönlichen Veranlagung. Wer "gutes Heilfleisch" hat - wie der Volksmund sagt - kann sich das Geld für ein Narbengel sparen.