Beiträge von marita

    Hallo …


    Milli : Lippenbekenntnis ist eigentlich folgendermaßen definiert:


    "jemandes Bekenntnis zu etwas, das sich nur in Worten, nicht aber in Taten äußert"

    Ich würde - natürlich - im Traum nicht sagen, ihr Betroffenen "habt keine Ahnung" Tut mir leid, wenn Du es so aufgefaßt hast.


    Und für mich klang es nach einem Lippenbekenntnis immer wieder zu lesen: "ja , jeder darf natürlich selber entscheiden, ABER … (und dann wurde immer wieder auf ihr Angehörigen- statt Betroffenenstatus hingewiesen) . Deshalb habe ich als Betroffene mich zu Wort gemeldet. Auch weil ich eben durchaus den Druck und - wie berichtet - die "Bestrafung für mein Ungehorsam" durch die Ärzte erlebt habe. Bestimmt nicht aus Bösartigkeit, sondern aus Zeitmangel und Sparmaßnahmen der Kliniken geboren.


    Aber ich will die Diskussion gar nicht wieder aufleben lassen …


    Alles Gute noch für Euch


    marita

    Liebe Loewenzahn60


    wie so viele bin ich auch traurig - und dankbar. Dankbar für Deine Stärke, die Du immer wieder bewiesen hast, und für Deinen Mut! Den Mut, uns teilhaben zu lassen und nicht einfach so zu gehen.

    Ach, Loewenzahn60 Du warst so lange so stark, jetzt darfst Du müde sein, zu kämpfen; darfst Dich in sorgende Hände begeben und Dich fallenlassen. Es ist o.k.!

    Ich wünsche Dir, daß Du auf dem letzten Stück Weg Erleichterung Deiner Beschwerden findest, so daß das Ende friedvoll ist.


    Ich möchte noch so viel sagen und finde nicht die richtigen Worte, also nur noch mal: DANKE!


    marita ;(

    Lieber YBERION


    jetzt schreibe ich doch mal. Ich lese schon länger Deine Beiträge und bewundere Dich für Deine Stärke, und wie sehr Du Deine Mutter unterstützt. Insgeheim habe ich gehofft, daß ein Bericht kommt: "Meiner Mama geht es wieder besser!" Daß Du jetzt traurig und erschöpft bist, ist verständlich, so lange habt ihr gekämpft. Kümmere Dich jetzt erstmal darum, selber gesund zu werden, so daß Du die letzte Zeit mit Deiner Mama nutzen kannst, um in Ruhe Abschied zu nehmen. Auch wenn Du es jetzt wahrscheinlich nicht glauben magst, ich habe die Erfahrung gemacht, wenn der Kampf verloren ist und eine gewisse Akzeptanz eingetreten ist, kann den letzten Wochen noch ein gewisser Frieden innewohnen, an den man sich im nachhinein gern erinnert.


    Ich wünsche Dir erstmal eine schnelle Genesung - Du darfst Dich erstmal nur um Dich kümmern, um dann für Deine Mama dazusein!

    Alles Liebe, in Gedanken bin ich weiterhin bei Dir!


    marita

    Hallo,


    schade, daß ich ein paar Tage nicht im Forum war, ich hätte Ms.Verzweifelt gern ein bißchen Rückendeckung gegeben.

    Es wurde immer wieder geschrieben, sie sei "nur" Angehörige, meiner Meinung nach sehr unfair.

    Nun, ICH bin betroffen. Und mir stellt sich durchaus die Frage, ob der Erfolg den Preis wert war.


    Der Erfolg: der aggressive Teil meines Lymphoms ist erstmal zurückgedrängt. Er hätte mich innerhalb von 6 Monaten das Leben gekostet. Der niedrig-maligne Teil des Follikulären Lymphoms ist aber weiterhin vorhanden. Mit sehr viel Glück bleibt es beim langsamen Wachstum, da es aber schon mal "umgeswitcht" ist... Heilbar ist es nicht.

    Der Preis: Auch 16 Monate nach Behandlungsende bin ich immungeschwächt, d.h. gerade zu dieser Jahreszeit muß ich größere Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen meiden. Nichts mehr mit dem Besuch von Vorträgen oder auch nur Essen in gut besuchten Restaurants. Bücherei- Bücher muß ich wegen der Pilz-Gefahr meiden, und mein Hobby "Puzzlen" kann ich nur mit Neuware durchführen (wird somit Teuer!) Jetzt erst rückt meine Onkologin damit raus, daß es nicht ungewöhnlich ist nach dieser Behandlung und zwischen 2 und 4 Jahre andauern kann! Brauche ich bis dahin bereits wieder eine Therapie?!

    Ich bin vor der Therapie viel gelaufen, habe, da ich nicht selber Autofahren kann, vieles zu Fuß erledigt. Gern auch diese oder jene Gegend bei "Wind und Wetter" erwandert. Jetzt bekomme ich nach einer halben Stunde Muskelschmerzen. Leide auch schubweise Nachts an Schmerzen.

    Da auch mein Magen-Darm-Trakt (wie auch meine übrige Schleimhaut) immer noch geschädigt ist, gibt es kein Schmerzmittel, das ich länger als ein paar Tage (wenn überhaupt) vertrage. Denn auch "gesunde" heißt ballastreiche Speisen vertrage ich nicht!

    Unterstützung von der Onkologie meines Krankenhauses: Fehlanzeige! Ist übrigens bereits das "Wechselkrankenhaus", die erste Klinik hätte mich fast das Leben gekostet, als sie an ihrer Fehldiagnose festhielten.


    Also: Hurrah, ich lebe noch: mit einer sehr eingeschränkten Lebensqualität, ohne Unterstützung der Ärzte, ohne soziales Netz. Ich frage mich durchaus, ob ich so will. Aber ich bin für ein anderes Leben verantwortlich.


    Und der Zwang durch Ärzte? Oh, ja den gibt es. Mein größter Lymphknoten befand sich nahe am Herzen im Aortenbogen. Dort ist jetzt auch noch ein Restbefund von 1,5 cm, der aber genauso Narbengewebe sein kann. Ausserdem wurden bei einer Biopsie keine Krebszellen gefunden. "sicherheitshalber" sollte dennoch eine Bestrahlung stattfinden. Als ich es aufgrund der Lage unter diesen Umständen ablehnte, wurde mir auch ein abschliessendes PET-CT verweigert (steht sogar so im Abschlußbericht). Als ich den letzten Zyklus um eine Woche verschieben wollte, da ich grenzwertige Leukozythen-Werte sowie eine Erkältung hatte, wurde mir erzählt, ich würde den Erfolg der ganzen Therapie gefährden. Damals wußte ich es noch nicht besser!


    Laut meiner Onkologin sind die Ärzte nur verpflichtet, über die üblicherweise auftretenden Neben-/Nachwirkungen aufzuklären. Bewußt wurde mir nicht alles gesagt, um keine Ängste bezüglich der Therapie aufkommen zu lassen. Und ich kann nicht fragen "was eine blaukarierte Kuh frißt", wenn ich nicht weiß, daß es sowas gibt!

    Gute Ärzte klären natürlich auf und arbeiten mit den Patienten auf gleicher Ebene zusammen. Aber das ist zeitaufwendig und mühsam, und es gibt viele Ärzte, die es daher eben nicht tun!!! Und das betrifft übrigens nicht nur Onkologen.


    Ich wundere mich, daß es vollkommen in Ordnung ist, wenn jemand in einer Patientenverfügung lebenserhaltende Maßnahmen verweigert, weil ihm das Leben unter bestimmten Umständen sinnlos und als Quälerei erscheint. Weil er Lebensqualität vor Quantität setzt.

    Bei mir bestand anfangs aufgrund der Fehldiagnose der Verdacht auf Lungenkrebs im Endstadium. Als ich sagte, ich würde dann meine letzten Monate nicht mit einer Chemo verbringen, schickte man mir sofort eine Psychoonkologin, die mich bekniete.


    Die Chemo-Therapie verursacht je nach Mittel starke Folgeschäden, und es ist ein bekanntes Problem, daß die Nachbetreuung bundesweit sehr zu wünschen übrig läßt, man hinterher oft allein dasteht. Wenn man das also bereits bei der Diagnose weiß, hat doch wirklich jeder das Recht, selber zu bestimmen, welcher Preis an Lebensqualität er bereit ist zu zahlen. Die bisherigen Beteuerungen eurerseits kamen mir aber eher wie "Lippenbekenntnisse" vor.


    Eine schöne Vorweihnachtszeit trotz eures Krebstieres!


    marita

    Hallo Biggi58


    hab´ich irgendwas überlesen in Bezug auf Deine Bekannte? Hast Du ihr schon mal mitgeteilt, daß Du mit Deiner Erkrankung so sehr beschäftigt bist, daß Du keinen Kopf für ihre Sorgen und Nöte hast. Wäre ja verständlich, denkt aber ein Außenstehender sicher nicht dran.

    Kannst Du ihr wirklich verdenken, daß sie besorgt bzw. "gestreßt" ist, wenn ein Verwandter mit Verdacht auf Darmverschluß ins KH muß?

    Einer - gerade in dem hohen Alter - akut lebensbedrohlichen Erkrankung? Daß sie in Sorge vielleicht Deine Untersuchung vergessen hat? Hat sie es überhaupt gewußt? Wahrscheinlich hat sie in dieser Situation von Dir ein bißchen Zuspruch erwartet.


    Ja, wir haben Krebs und sind mental sehr sensibel, aber für die "Anderen" geht das normale Leben weiter. Haben wir wirklich das Recht, anderen das zu verweigern, was wir selbst erwarten? Meiner Meinung nach sollten wir trotz Krebs die Fähigkeit behalten, für die Sorgen und Nöte anderer ein offenes Ohr zu haben. Oder vielleicht gerade gerade deshalb?


    Ich wünsche Dir eine schöne Vorweihnachtszeit


    marita

    Hallo Bonny und Frieda


    Hast Du darüber mal mit Deinem Onkologen gesprochen? Meist wird man zu Beginn einer Immun-Chemo-Therapie über die Nebenwirkungen der CHEMO aufgeklärt, über die Wirkungsweise und somit der NW der Immun-Therapie wird nicht gesprochen. Meine Onkologin muß ich zu diesem Thema auch alles "aus der Nase ziehen"; von sich aus erklärt sie nichts hierzu und bestätigt auf Nachfrage höchstens, was ich selber (nach den R-CHOP-Zyklen!) selber rausgefunden habe. Deshalb wäre ich selber sehr an Informationen eines Fachmannes interessiert.


    Daher unter Vorbehalt (hab ich aus einer Studie über Rituximab):

    Rituximab reagiert auf das CD20-Protein der B-Lymphozythen und es zerstört sehr zuverlässig die Zellen, die dieses tragen. Daher ist die Therapie sehr wirksam bei der Bekämpfung eines Lymphoms. Dieses Protein tragen aber nicht nur die Krebs-, sondern auch die gesunden Zellen. Ausnahme sind die Stammzellen und die "Spätentwicklungsstufe" der Lymphozythen, die für das Impfgedächnis zuständig ist (der Fachbegriff fällt mir gerade nicht ein). Das heißt alle 8 Wochen bekommt dein Immunsystem eins "übergebraten" und alle 8 Wochen muß Dein Knochenmark neue Zellen bilden.


    Meine Theorie: Ich kann mir vorstellen, das es den Körper mehr und mehr erschöpft. Auch die übrigen Abwehr-Zellen müssen ja in der Zeit der Neubildung die Aufgaben der Lymphozythen übernehmen. Laut Studie kommt es nach ca. 9 Monaten immer häufiger zu Infekten. Ausserdem kostet es den Körper auch Kraft, die zerfallenen Zellen zu beseitigen. Und jetzt bin ich mal uncharmant: wir sind beide ja nicht mehr die Jüngsten und unser Körper steckt Anstrengungen nicht mehr so gut weg.


    Ich war bereits während der 6 R-Chop Zyklen gleich nach der Verabreichung für ca. 1,5 h total erschöpft. Eine typische NW des Rituximab wurde mir gesagt - und Du reagierst auch noch leicht allergisch (noch eine Baustelle für Deinen Körper?!). Wegen meinem hochmalignem Lymphom ist es nicht Standard alle 8 Wochen Rituximab zu geben. Ich hatte vor 15 Monaten meine letzte Gabe. Dennoch dümpeln meine Leukozythen noch immer so um die 2800 - 3000, auch weil sich an der Lymphozythen-Anzahl nur ein geringer Anstieg zeigt. Von meiner Onkologin bestätigte Nebenwirkung des Rituximab.


    Sprich´ mit Deinem Onkologen, laß es dir erklären! Ich hoffe, Du hast einen, der mit der Aufklärung nicht so auf dem "Kriegsfuß" steht wie meine Onkologin.


    Alles Gute


    marita

    Hallo NorthFace


    laß´ Dich nicht davon verunsichern, daß hier die "Brustkrebs-Fraktion" stark vertreten ist. Es ist nunmal (leider) eine häufige Krebsart im Gegensatz zu "unserem" Lymphom". Dennoch verbindet alle der Kampf mit seinen Höhen und Tiefen; die Ängste und Nebenwirkungen der Therapie. Sich dann austauschen zu können und aufgefangen zu werden, ist bei jeder Krebsart wichtig.


    Auch Männer sind hier gern gesehen, und ich wünsche Dir den Mut, Dich hier im Forum zu öffnen. Hier mußt Du nicht stark sein.


    Also herzlich willkommen und fühl´Dich von den Forumsmitgliedern aufgefangen. Vielleicht magst Du ja bei Gelegenheit mitteilen, ob Du bereits eine Therapie bekommst, Watch-and-Wait bist oder noch ganz am Diagnose-Marathon bist .


    Wo auch immer Du zur Zeit stehst, ich wünsche Dir viel Kraft


    marita:)

    Hallo gudi53


    Du hast Deinen unwillkommenen Untermieter vertrieben, eine tolle Leistung! Schön, daß Du in Deinem Umfeld Unterstützung hattest.


    Leider ist es bei einer Krebserkrankung - egal welcher - so, daß mit dem Vertreiben des Untermieters noch nicht alles "gegessen" ist. Ich vergleiche es immer mit Einbruchsopfern, auch diese fühlen sich hinterher in ihrem eigene Haus /Wohnung plötzlich nicht mehr sicher.

    Im Laufe Deines Lebens hast Du gelernt die Zeichen deines Körpers zu deuten, wußtest, was Du tun und lassen musstest, damit es Dir besser geht, wann Du etwas allein hinbekommst und wann du dir lieber (ärztliche) Unterstützung holen solltest. Du hattest das Vertrauen, daß Dein Körper - wenn Du nur etwas auf seine Signale achtest - sich gut verteidigen kann.


    Diese Sicherheit ist jetzt plötzlich weg. Da hat sich ein sehr gefährlicher "Räuber" eingeschlichen. Ihn zu bekämpfen/rauszuwerfen hat Kraft gekostet und der Kampf hat sicher auch körperliche Spuren und gesundheitliche Nachwirkungen hinterlassen. Und wahrscheinlich mußt Du neu lernen, was Deinem Körper gut tut, weil alte "Strategien" nicht mehr greifen, vielleicht jetzt sogar kontraproduktiv sind.


    Ich denke, Krebs, wie auch jede andere lebensgefährliche Erkrankung, ist ein seelisches Trauma, das an den Grundfesten unserer Existenz rüttelt. Das Du mehr in Dich hineinhörst, schnell Angst bekommst und verunsichert bist, ist ganz normal. Mit dem Sieg über den Krebs ist der Kampf in den wenigsten Fällen vorbei. Gerade deshalb würde ich Dir empfehlen, eine psychoonkologische Betreuung in Anspruch zu nehmen.


    Sprich auch offen mit Deiner Tochter und den Freunden darüber, daß Deine "Überängstlichkeit" eine Neben-/Nachwirkung einer Krebserkrankung ist. Sie wird sichin dem Maße mindern, in dem Du wieder Vertrauen in Deinen Körper aufbaust. Es wird vielleicht etwas dauern, aber es wird wiederkommen.


    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft auch durch die anderen Mitglieder des Forums.


    Alles Liebe :hug:


    marita

    Moin,


    <3danke, liebe Bonny und Frieda für den Erklärungsversuch.

    Da ich von meiner Onkologin zu keinem Zeitpunkt eine Aufklärung über meine Krankheit und auch keine Anschlußbehandlung erhalten habe, sauge ich jede Information darüber auf! Auch wenn unsere Krebserkrankung eher unerforschter ist und wohl verschiedene Meinungen und Vorgehensweisen bei den Ärzten vorliegen. Die Entstehung habe ich so noch nicht gehört, interessant.

    Allerdings habe ich gehört, daß man in einem entnommenen LK, der ja ganz untersucht wird, zweifelsfrei die Art eines Lymphoms feststellen kann, da es für jede der über 50 Non-Hodgin Lymphome eine spezielle Zusammensetzung des Proteinbesatzes gibt.


    blonderengel78 : Ich denke, mit der Frühentstehung eines hochmalignen Lymphoms ist nur die des "Primär hochmalignen B-Zelllymphoms" gemeint, hier gibt es keine Vorerkrankung, durch die aggressive, sich schnell teilende Art ist es sogar komplett heilbar.

    Bei mir und wahrscheinlich auch bei Dir liegt durch das "Umswitchen" ein "Sekundär hochmalignen B-Zelllymphom" vor.

    Diese "umswitchen" gibt es z.b auch bei mindestens einer anderen Lymphomart, dem CLL. Dort liegt die Wahrscheinlichkeit bei 10%, daß es passiert. Warum es umkippt, ist meines Wissens nach auch für die Medizin noch ein Rätsel. :/


    Mogret : Im Bauchraum ist viel Platz, da die Organe dort erstmal ausweichen können. Daß ein so großer Lymphknoten dort unentdeckt entstehen kann, ist nicht ungewöhnlich. Aber irgendwann werden die Organe eben doch beeinflußt. Ich denke, so wird es auch bei Deinem Magen gewesen sein. Der wird jetzt erleichtert aufatmen, daß der Nachbar nicht mehr so´n Druck macht;)

    Während der weiteren Immunbehandlung wirst Du wohl leider oft ein niedriges Immunsystem haben, es greift ein bestimmtes Protein der Lymphomhülle an (CD20), dieses sitzt nur leider auch auf der "guten" B-Zell-Lymphozythen, ausgenommen den Stammzellen und einigen Gedächniszellen. Dein Knochenmark muß also Hochleistung erbringen, sie anschliessend immer wieder neu zu produzieren.


    So, nach meiner "Klugscheißerei" wünsche ich allen einen schönen Wochenstart


    marita

    Hallo, Katerfrauchen


    Du hast eine Frage gestellt, die auch mich sehr interessieren würde. Ich denke, jedes KH hat seine eigenen Standards, zumindestens jede Stadt.


    Zu mir: ich habe im Juli letzten Jahres meine R-Chop Behandlung aufgrund eines Sekundären hochmalignen B-Zell- Lymphoms abgeschlossen. Die befallenen Lymphknoten waren Hals und Thorax.


    Als Abschlußuntersuchung wurde eine CT-Untersuchung Hals und Thorax gemacht, außerdem ein Herz-Echo.

    Auch ich habe im Thorax im Aortenbogen ein Restbefund, der ebenfalls "nur" Narbengewebe sein kann.

    Alle 3-4 Monate wurde eine Blutuntersuchung gemacht (meine Abwehr ist immer noch unter dem Referenzbereich), sowie eine Sonographie von Hals und Abdomen. Alle 6 Monate ein Herz-Echo.

    Jetzt nach einem Jahr "darf" ich erst in einem halben Jahr wieder zur BE und Sonographie kommen. Ein Herz-Echo wird vonseiten der Onkologie nicht mehr gemacht.

    Der Restbefund im Thorax wurde nicht mehr kontrolliert und dies ist auch nicht geplant, da hierfür ein CT nötig wäre - kein Standard meiner Klinik. Erst wenn B-Symptome auftreten, würde eventuell genauer geschaut werden.


    Das Vorgehen Deines Onkologen scheint also mit dem PET-CT zum Abschluß-Staging und dem geplanten MRT in einem Jahr sogar über dem Standard-Verfahren zumindestens von Kiel zu liegen.


    Ich kann Deine Verunsicherung gut verstehen, mir ging (und geht) es genauso, gerade weil bei mir im Thorax die meisten Befunde vorlagen und ich sogar damals kein B-Symptomatik hatte . X(


    Liegt bei Dir ein reines Hochmalignes Lymphom vor oder fußt es auf ein niedrigmalignes Lymphom (bei mir Follikuläres Lymphom) und ist irgendwann "umgeswitcht"? Die Information mit der 30 - 50 % Rückfallquote im ersten Jahr hatte ich bisher nicht, sagt das Dein Onkologe?


    Wichtig ist jetzt erstmal, daß Du wieder zu Kräften kommst, das wird ein Weile dauern. Ich hoffe, auch psychisch wirst Du unterstützt. Der Krebs und die Behandlung hinterläßt Spuren, positive und negative.


    Alles Gute weiterhin :hug:


    marita

    Hallo Cremjo


    schön, daß es sich als Fehlalarm herausgestellt hat!

    Und danke, daß Du mich mit Deinem Bericht zum Schmunzeln gebracht hast. ^^


    Wir kennen das wohl alle, daß wir verstärkt auf Ungewöhnliches achten und dann sehr schnell die Alarmsirene anschlägt. Das Vertrauen zum Körper muß erst wiederkommen!

    Schön, wenn man dann einen Arzt hat, der es eventuell auch mit Humor nimmt und nicht entnervt die Augen verdreht.


    Liebe Grüße aus Kiel


    marita

    Danke Kitty85

    Danke ratlos


    für eure Rückmeldungen. Ich habe den Vorteil, daß meine Behandlung seit 1 Jahr abgeschlossen ist. Ich muß also auf Wechselwirkungen mit der Chemo nicht achten. Ich hatte während der Immun-Chemo Neuropathien in Händen und Füßen, die sich aber anschließend glücklicherweise weitestgehend wieder zurückgebildet haben.

    Die (erst) eher leichteren Beschwerden in den Oberschenkeln habe ich damals auf die Abgeschlagenheit geschoben. Seit gut 7 Monaten nehmen die Schmerzen jedoch zu, keiner will sich auf eine Ursache festlegen und daher auch keine Medikation. Normale Schmerzmittel wirken jedoch nicht, so daß ich denke, es sind die Nerven (Rücken soll es lt. MRT nicht sein).


    Ich habe mir heute die CBD Tropfen bestellt. Werde mal an der Dosierung rumexperimentieren und hoffe, daß sie mir dann wieder mehr Lebensqualität zurückgeben. Kann dann gerne hier berichten, was für Erfahrungen ich mache.


    Euch allen noch viel Kraft für euren Kampf gegen den Krebs!


    Liebe Grüßen <3


    von marita

    Liebe Dopamin


    auch von mir ein herzliches Beileid! Beide Eltern in so kurzer Zeit, da bleibt die Luft zum Atmen weg.

    Vielleicht könne die Wünsche und Gedanken der Forumsmitglieder ein "Rettungsfloß" sein, damit Du in Deiner Trauer nicht ertrinkst.


    Das würde ich mir sehr wünschen!


    Ich reihe mich in die virtuellen Umarmungen ein :hug::hug: und wünsche Dir viel Kraft!


    marita

    Hallo Hanka


    ich bin zwar von der "Lymphom-Front" und bekam eine andere Behandlung als Du, aber das Problem mit Deinen Daumennägeln kenne ich von meinen Fußnägeln.

    Fing nach der 3. von 6 Zyklen an. Erklärung meiner Onkologin habe ich nicht bekommen, also hielt ich es für Hämatome, die ich zu dieser Zeit schnell bekam (obwohl ich nur offene Sandalen trug). Es besserte sich jeweils im Laufe der Ruhezeit zwischen den Zyklen, um danach wieder verstärkt aufzutreten. Nach dem letzten Zyklus habe ich die Zehnägel (die beiden "großen" - vergleichbar mit Deinen Daumen?, sowie 2 kleine) verloren.

    Im Nachhinein war es gut so : ich stellte fest, daß sich unter den Großzeh-Nägeln kleine Wunden befanden, die scheinbar unter den Nägeln nicht richtig heilen konnten. Du berichtest ja auch über einer Überempfindlichkeit. Als die Nägel weg waren und somit Luft rankam, ist es ganz schnell abgeheilt und die Nägel sind top nachgewachsen.


    Meine Fingernägel haben auch leicht "geschwächelt", indem sie sich minimal an den Rändern ablösten. Ausserdem waren sie sehr rissig. Geholfen hat dagegen medizinischer Nagellack.


    An den Händen die Nägel zu verlieren, wäre natürlich wesentlich unansehnlicher, als an den Füßen. X( Aber es ist - wie der Haarverlust - eine Nebenwirkung, die meist ohne bleibende Folgen, wieder vergeht.


    Alles Liebe, bleib´ tapfer! ;)


    marita

    Hallo SturmStina , BiggiL und Sonnenglanz


    entschuldigt, daß ich erst jetzt schreibe. Abgesehen, daß ich sowieso nicht täglich im Netz bin, mußte ich mich meinem erniedrigten Immunsystem geschlagen geben und lag mit einer Erkältung "danieder". <X


    Danke für eure Beiträge, die zeigen, daß ich mit den langanhaltenden Nebenwirkungen nicht allein bin.

    Ein großes Problem bei der Akzeptanz meiner Beschwerden ist nämlich, daß ich mich von den Ärzten im Stich gelassen fühle. Wie scheinbar auch bei euch SturmStina und BiggiL hat meine Onkologin auch nie richtig mit mir geredet - schon während der Therapie nicht. Und Neben- bzw. Nachwirkungen der Immun-Chemo? "Nein! Ist alles nur altersbedingt." Auch Hausarzt und vorallem Fachärzte vermuten nur, daß die Beschwerden von der Krebsbehandlung kommen. So schiebt einer die Verantwortlichkeit auf den anderen.


    Ich bin ein Mensch, der besser mit Beschwerden/Schmerzen umgehen kann, wenn er weiß, woher sie kommen. Ich wäre froh, wenn ich irgendeinen Arzt dazu bringen könnte, mal genauere Diagnostik durchzuführen. Entgegen meiner Onkologin weiß ich, daß die "Vergiftung" meines Körpers Schäden verursacht hat. Aber in welcher Form?

    Kommen meine Muskelschmerzen durch Neuropathien (da meine Reflexe o.k. sind, schließt die Neurologin das aus).

    Sind Sehnen und Muskeln "trocken", so wie mein Haut und Schleimhäute und daher überempfindlich, entzünden sich die Muskeln daher?

    Hat sich die Knochensubstanz meiner Wirbelsäule verändert und reizt einen Nerven (Reflexe müssen dadurch ja nicht gestört sein)?

    Oder, nicht zu vergessen, ist die Stärke der Schmerzen psychosomatisch bedingt, gerade weil ich mich während der Krebsbehandlung und in der Nachsorge so im Stich gelassen fühle (ist ne ganze Menge schiefgelaufen bei Diagnosestellung und Behandlung!)?


    Ich brauchte einfach euer Feedback, um zu erfahren, daß es auch andere gibt, die sogar nach längere Zeit stärkere Beschwerden/Schmerzen haben. Andauernde aber auch neu aufgetretene. (So leid es mir für euch natürlich auch tut!:().

    Ich brauchte die Gewißheit, ich stelle mich nicht nur an. <3Daher nochmals vielen Dank.<3


    Auf meine onkologische Betreuung kann ich mich nicht verlassen. Und für alle anderen sollte es doch nach der Behandlung besser werden.


    Alles Gute für Euch


    marita