Beiträge von Sonnenglanz

    Liebe Sonne69 ,


    deinen Beitrag habe ich mehrfach gelesen, du hast auch schon viel einstecken müssen in deinem Leben und klingst gefasst. Du scheinst im "Annehmen" schon sehr gut zu sein. Ich wünsche dir - wie allen hier- von Herzen, dass alles gut geht . Es ist wirklich auch schwer, annehmen zu dürfen, dass wir auch wieder Glück empfinden können und dürfen.


    Liebe Sil , ob man es merkt? Ich weiß es auch nicht. Wahrscheinlich ist da auch jeder anders. Ärzte haben diesen heiligen Eid des Hyppokrates geschworen, die meisten werden eher für das Kämpfen sein. Aber wenn man so bewusst drüber nachdenkt und spürt wie du, da glaub ich, dass man ungefähr weiß, in welche Richtung es geht. Ich habe x Pläne B hier liegen, die ich hoffentlich alle nicht brauchen werde, aber wenn das Leid zu groß werden würde, würde ich"aussteigen" mögen. Auch wenn es für die Hinterbliebenen extrem bitter ist.


    Liebe Busenwunder , kalt trifft es wohl, dabei möchte man so gerne warmherzig sein. Und dann fühlt es sich an wie ein eingefrorenes Herz.


    Die Ärzte würden sagen, was für ein Quatsch, das Herz ist eine Muskelpumpe.


    LG Sonnenglanz

    Liebe Jarn ,


    Es tut mir sehr leid, auch die Fehldiagnose bei dir.


    Ich denke, deine Mutter malt sich keine Chancen aus und will sich mit der Chemo nicht quälen. Meine Oma ist mit über 80 an BK erkrankt und meinte damals, wenn das ihr Schicksal sei, da würde sie nix mehr gegen machen. Das Biest war nicht schön, aber sie wurde mehr als 90 Jahre.


    Heute ist es mit den Chemos ja eigentlich besser. Vielleicht braucht es Überzeugungsarbeit. Jemanden, der das in ihrem Alter gut weg gesteckt hat. Oder man sagt anfangen und notfalls aufhören. So hab ich die Infusionen durch gestanden. Schritt für Schritt.


    Das mit der Fahrerei halte ich für vorgeschoben und ihr müsst ihr klar machen, dass es keine Last ist.

    Allerdings hat sie mit 81 das "Durchschnittsalter" in D erreicht. Da gilt es wirklich, abzuwägen.



    Alles Gute für euch


    LG Sonnenglanz

    Ich bin so unschlüssig, mich treffen die Schicksale auch sehr, und das Wissen, dass ich jederzeit auch diesen schweren Weg vielleicht einschlagen muss, das würde ich auch gerne verdrängen. Jeder Bericht über einen Todesfall macht mich tief traurig, manchmal kann ich nicht einmal etwas dazu schreiben. Es verschlägt mir den Atem.


    Und dennoch bin ich doch irgendwie demütig, wir haben hier unsere Zeit und den Raum, uns auszutauschen. Wie gut, dass es diese Möglichkeit gibt. In meinem Umfeld "kämpfen" auch viele im real life mit dem Untermieter, sie meistern Großartiges. Therapien, von denen man denkt, sie seien niemals zu schaffen. Und dann sind doch die dabei, die es schaffen. Entgegen allen Erwartungen. Die, die uns Mut geben, diesen grauslichen Wege überhaupt zu gehen.


    Diesen Krebs als tödlich zu akzeptieren, das ist meine schwerste Aufgabe. Und dass er tödlich sein kann... das wird hier tatsächlich natürlich mehr deutlich als anderswo.


    Wenn wir aber vielleicht alle guten "Ergebnisse" so zusammen tragen würden wie hier die wirklich schlechten, dann wäre es vielleicht ausgewogener. Außerdem, machen wir uns nichts vor, Krebs ist gerade für die Jüngeren meist noch schlimmer als für die Älteren - und das Internet ist das Medium der Jüngeren.


    Ich habe auch schon Pausen vom Forum gemacht.


    Ich komme mir vor wie mein Vater. Der ist fast 90 geworden und musste es lernen, den Tod vieler Verwandter und Freunde zu ertragen. Mir kommt es vor, als wäre das die Lebensaufgabe schlechthin, zu akzeptieren, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Hier im Forum wie an anderer Stelle. Also versuche ich es mit annehmen, Die Trauer, die Wut über die Ungerechtigkeit, das Leid der Angehörigen.


    Und oft genug denke ich auch, dass ich das nicht aushalte.


    Und dann stürze ich mich in mein persönliches Abenteuer, danke meinem Schicksal für jeden (guten) Tag, den ich noch habe.


    Die Achterbahn der Gefühle ist steiler und schneller geworden. Ich fände es mit ruhiger Fahrt durchaus besser, aber ruhiger gibt es nicht mehr.

    Liebe Shiva_001 ,


    danke für die Informationen, die sind ja der Hammer.


    Also, bei mir ist offensichtlich alles kreuz und quer gelaufen....


    Bei uns kann der Arbeitgeber allerdings nicht betriebsbedingt und auch nicht krankheitsbedingt kündigen. Er muss regeln, dass die Arbeit funktioniert (Hilfestellungen, Erlaubnis zB eine Physiotherapie auch während der Dienstzeiten wahr zu nehmen, falls man außerhalb der Dienstzeiten keinen Termin erhalten kann...) Der Arbeitgeber kann zB nahe legen, dass ein Arbeitgeber eher in den Ruhestand geht. Oder nahe legen, die Arbeitszeit zu verkürzen. Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist nur in Absprache mit dem Arbeitnehmer möglich und dann normalerweise mit einer Abfindung. Ansonsten sind Hilfestellungen oder zulässige Versetzungen am Arbeitsplatz und Weisungen möglich - aber nicht alle Rechtens. Ich arbeite in einer Stiftung, die Teilhabe und Inklusion ganz oben in der Satzung stehen hat. Wie der Personalrat das hingekriegt hat, dass betriebsbedingte Kündigungen unmöglich sind, weiß ich nicht. Aber er hat es hingekriegt.


    Ich glaube, wenn es ernst wird, ist ein guter Anwalt echt Gold wert.


    VG


    Sonnenglanz

    Liebe Caro_caro , liebe Hanka ,


    ich habe ja doch eine Wiedereingliederung gemacht, nämlich, als ich während der Therapie gearbeitet habe. Das hatte mir unsere Personalerin empfohlen, aber ich glaube, unser Verwaltungsleiter fand das nicht so dolle. Der oberste Chef war einverstanden, dass ich arbeiten wollte, die Ärzte mit etwas Zähneknirschen auch. Die Psychlogin fand es super.


    Dementsprechend bescheuert war dieses Gespräch mit dem Verwaltungsleiter, der natürlich recht behalten wollte. Es beinhaltete, dass ich die Wiedereingliederung nicht auf meiner Stelle wahr nehmen sollte. Während der Chemo und der Bestrahlung war mir das egal, aber nach der AHB wollte ich in meinen alten Job. Da habe ich gedacht, einfach langsam machen und gut ists.


    Der Job ändert sich im Aufgabenfeld nochmal, weil der "Laden" neu umstrukturiert wird. ich weiß nicht, ob ich das leisten kann, was da erwartet wird, weil es auf "mehr, mehr, mehr" hinaus läuft. Dabei ist mehr Qualität niemals einfach nur mehr in der Anzahl der Produkte. Ich warte das jetzt erstmal ab und erarbeite ein Konzept mit Mitarbeiter*innen, die aus anderen Bereichen zur neuen "Einheit" kommen.


    Bei uns kann auch niemandem gekündigt werden, der seine Arbeit "schlecht" macht und einen "entfristeten" Vertrag hat. Das heißt, wir haben einen Haufen fleißige Leute mit befristeten Verträgen, einen Haufen faulere Leute mit entfristeten Verträgen und einige Fleißige mit entfristeten Verträgen. Und die "Mobber", "Produktklauer", Nerver .... die die Spielchen spielen (haha, das ist ja so witzig, die Arbeit zu verzögern, nein, nein, das ist Spaß, wir meinen das nicht böse"). Und die Leitungsebene hinkt eigentlich hinterher.


    Produktklauer: das sind diejenigen, die so tun als hätten sie irgendwas vorbereitet und nutzen die gute Vorarbeit anderer. Der Erfolg hat viele Väter, selten Mütter. Auch das noch. Und auch nicht neu. Früher war mir das wurscht, Hauptsache, der Laden läuft. Heute denke ich, neee, neee meine Lieben ohne mich.


    Übrigens ändert weniger arbeiten und weniger an andere abgegeben zu deren Nutzen am Status nicht so viel, ich bin jetzt bei der Umstrukturierung in der Leitungsebene geblieben (resp. aufgestiegen - aber klar, fürs gleiche Geld), während die anderen eher in der Zuarbeitungsebene gelandet sind. Was ich sagen möchte: fürchte dich nicht, du bist schlauer, als jede Strategie, die dich rausekeln soll. Du findest einfach eine Gegenstrategie. Hebelst das Fiese aus, und das, was du schreibst, klingt ganz so, als wärest du auf dem Weg dahin. Sehr gut gemacht! Schau drauf, dass das Wichtigste gut läuft, der Rest ist (wahrscheinlich) egal und wird verziehen.


    Ich habe ziemlich den Papps auf und versuche wirklich, darauf zu fokussieren, mich nicht zu überlasten. Ich kann nicht für diejenigen mitarbeiten, die nix machen oder gar kontraproduktiv arbeiten. Dass ich früher extrem schnell und gut und belastbar war, muss nicht heißen, dass ich jetzt schlecht arbeite. Früher, das war überdurchschnittlich. Jetzt eben durchschnittlich (möglicherweise bin ich da immer noch zu bescheiden), nicht mal "schlecht".


    Was bei mir schlimmer geworden ist, ist die Wut auf diese Unprofessionalität. Da muss ich wirklich aufpassen. ich bin 26 Jahre in diesem Laden, es werden mehr und mehr Leute eingestellt und nix läuft wirklich besser. Ich muss wirklich lernen zu akzeptieren, dass der Leitungsebene "Umsatz" total wichtig ist. Geld heiligt die Mittel, war ja auch immer schon so. Warum also aufregen? Je mehr Leute da wir die aufgescheuchten Hühner rumwirbeln, desto besser wird es von der Leitung empfunden. Lass ich sie also wirbeln und versuche, mich nicht umwirbeln zu lassen.


    Bleib ruhig, mach, was du kannst, so gut du kannst. Wenn mehr Arbeit verlangt wird, nennt man das Ausbeutung - so hat man mir das ganz deutlich in der AHB gesagt. Das war für mich sehr erhellend. Fokussiere auf das, was dir wichtig ist und dem Chef am Wichtigsten ist. Das mach gut. Den Rest lass hinten über fallen.


    Also, wegen des Krankengeldes lass dir nicht von anderen deinen Fuß auf das Gaspedal zwingen. Ob du Gas gibst oder vom Gas herunter gehst, das entscheidest du.


    Und wenn du was gut gemacht hast: Genieße es. Denk nicht dauernd, was war zu wenig oder zu "schlecht" oder nicht lang genug. Es reicht vollkommen, in einigermaßen entsprechender Zeit was Annehmbares zu produzieren. Du schaffst garantiert schon wieder sehr viel.


    Ich habe seit der AHB viel an Kraft dazu gewonnen. Trotzdem gibt es immer wieder Tage, in denen ich "abstürze". das haben sie in der AHB gesagt, dass das (jetzt) normal ist. Müde, kaum Konzentration, ich kann auch nicht mehr so lange stehen. Die gönne ich mir dann, ich lasse es etwas langsamer gehen und mache Pause. Bisher aht das immer ganz gut zu dem gepasst, was von mir erwartet wurde. Ich überlege trotzdem, eher mit der Arbeit aufzuhören. Auch wenn ich bei der rente Einbußen haben werde. Aber ich höre nicht jetzt auf, dann wären die Verluste auch zu groß. Ich lasse mir doch nicht die Ansprüche nehmen, nur weil es asoziale Tendenzen in verschiedenen Bereichen gibt.


    Ich wünsche dir viel Kraft für diesen Mist und dass du bald klar siehst, Aus meiner Erfahrung heraus wird die eigene innere Haltung besser, das Anspruchsdenken der Chefs wird nicht weniger. Aber dem muss man sich ja nicht beugen. Nur anpassen, damit man selber damit klar kommt.


    Achja, 4std telco sind schon ein Hammer. Also, da brauchst du echt kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du da fertig bist.


    VG


    Sonnenglanz

    Liebe Tasha ,

    Da, die Säureblocker haben etwas geholfen. Allerdings, dieser Geschmacksverlust und die latente Übelkeit gingen natürlich nicht ganz weg.


    Da hast du wirklich viel Gewicht verloren. Bei mir ging es so 14 Tage nach der letzten Chemo besser, wobei ich die Paclitaxol besser vertragen habe als Epirubicin und Cyclophosphamid.


    Ja, das verstehe ich, jeden Tag jemand anderen zu sehen, fände ich auch schwierig.


    Ich hoffe sehr, dass es bei dir mit dem Ende der Chemo dann auch besser werden wird.


    Es dauert leider alles furchtbar lang. Aber jetzt, etwa 2 Jahre nach Chemo Ende, geht es mir doch viel besser.


    Ganz liebe Grüße Sonnenglanz

    Ach du meine Güte, liebe Caro_caro ,


    Das ist ja mega||


    Also, ich habe ja sofort nach der AHB mit Vollzeit angefangen, unter anderem auch, um gewissen unkollegialen Menschen durch Präsenz das Wasser abzugraben. Ich habe am Anfang erstmal langsam gemacht und Dienstreisen sowie hoch arbeitsreiche Prozesse gut gemeistert. Dazu habe ich eigene Strategien entwickelt, im mit der Arbeit umgehen zu können.


    Mein As im Ärmel ist, mich notfalls krank schreiben zu lassen.


    So viel geschrieben, alles futsch. Sorry. Das mit dem Angrenzen ist sehr wichtig, du musst auf dich aufpassen und die Mängel anderer musst du nicht auffangen.


    Wenn andere verhindern, dass du deine Arbeit gut machst, ist das nicht dein Fehler.


    Ich bin nicht mehr so belastbar wie früher und höre auf, wenn ich merke, ich mache nur noch Quatsch. Dann wird ja alles nur schlimmer. 8 st 5 Tage die Woche ist ok, mehr nicht.


    Pass gut auf dich auf.

    LG Sonnenglanz

    Liebe ich2020 , es kann sein, dass du sofort eine Einschätzung bekommst. Aber es kann auch sein, dass sich das erst alle drei Ärzte ansehen müssen. Dann musst du dich leider immer noch ein bisschen quälen. Ganz grosser Mist ist diese Warterei. Ich drücke dir mega die Daumen.

    LG Sonnenglanz

    Liebe Tasha ,


    diese Wut kenne ich auch.und dabei war mein Magen-Darm-Trakt nicht mal von der OP betroffen.


    Ich habe 8 kg abgenommen. Ziemlich zügig. Und wegen der Angst hatte ich noch eine Magenschleimhaut Entzündung.


    Dagegen habe ich einen Säureblocker erhalten.


    Zur Ernährung wurde mir von der Ernährungsberaterin Ovo...tine empfohlen. Die habe ich in Milch tatsächlich trinken können.


    Die Ärztin hat mir auch empfohlen, an dem Regal mit Aufbaunahrung für Sportler vorbei zu gehen und mir was auszusuchen.


    Und nimm die Hilfe an, ganz selbst bestimmt. Du willst da durch und das möglichst gut. Du hast die Unterstützung verdient. Und die Pflegenden verdienen so ihr Geld. Da schaffst du Arbeitsplätze. Du würdest gern drauf verzichten, aber es ist gut, dass es so ein Angebot gibt. Quäl dich bitte nicht mehr als nötig. Was würdest du deiner besten Freundin raten?


    Und mit den Ärzten besprichst du bitte auch alles. Du brauchst Antworten auf deine Fragen .



    Alles Gute für dich und LG Sonnenglanz

    Liebe Cola ,


    Ich meine eine Antikörpertherapie mit Trastuzumab.


    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, nutzt sie nur, wenn Her 2neu bei einem Score von drei + liegt oder bei Her 2neu 2+ mit Genamplifikation..


    Bei einem Score von 3+ nutzt die Antikörpertherapie.


    Bei einem Score von 2+ muß eine Genamplifikation zB durch die Fish Methodenachgewiesen werden.


    Bei einem Score von 0 oder 1+ kommt eine Antikörpertherapie nicht in Frage.


    Bei mir wurde Her 2neu negativ mit fish auch nachgetestet, da kommt auch eine zwei dazu. Das Ergebnis wurde mit zwei diagnostischen Verfahren gesichert. Bei der FISH-Testung wird das HER2-Gen nachgewiesen. Bei mir steht da Her 2neu negativ, 2, fish.


    Boah, wie soll das einer verstehen. Und erklären kann man es auch schwer.


    LG Sonnenglanz

    Und wie Pakt das deine Freundin mit der Ungewissheit?


    Ziemlich gut, woran die knabbert ist ein ziemliches Lymphödem.


    Der Krebs spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.


    Sie hat immer gesagt: nur noch miterleben, dass die Kinder von der Grundschule aufs Gymnasium gehen

    Nur noch miterleben, dass sie Abi machen

    Nur noch miterleben, dass sie studieren.


    Der Ältere ist bereits fertig mit dem Studium.


    Sie hat noch ihre Eltern gepflegt, ist jetzt umgezogen und ich hoffe sehr, dass sie Mal nur noch an sich denkt.


    Schritt für Schritt.


    LG Sonnenglanz