Beiträge von Sonnenglanz

    Ich habe mich gerade nochmal mit Fatigue auseinander gesetzt. Leider muss ich zugeben, dass ich es wahrscheinlich auch ein bisschen hab. Jedenfalls schlaf ich nicht nur wegen der Polyneuropathien schlecht.


    Wie soll man sich denn attraktiv finden, wenn man so durchs Leben schlumpft?


    Ich habe eine Kollegin gesehen, etwas jünger als ich, noch bessere Prognose als ich, und der setzt es auch zu. Sie ist bildschön. (Finde ich).


    Uns verdreht diese Krankheit doch die Selbstwahrnehmung. In vielerlei Hinsicht. Hinzu kommt, dass wir zu streng mit uns sind.8o



    Ich versuche es jetzt mal mit "machen wir das Beste draus". Wenn ich mal wüsste, wie das geht.


    LG Sonnenglanz

    Ich habe gerade einen Bericht über Fatigue gelesen, echt übel,und wahrscheinlich hast du Recht, liebe Tosca , es klingt danach, was du schreibst.


    Wenn es irgendwie geht, versuche dich zu bewegen, kleinere Spaziergänge, frische Luft. Der Leiter meines Tumorboards hat mir gesagt, Bewegung sei das einzige, was einigermaßen wirke. Und hat mich schon vor der OP schräg abgesehen und gemeint, wahrscheinlich hätte ich es schon ein bisschen.


    Das blöde ist halt, dass einen Fatigue wirklich lähmen kann. Ich habe mich jeden Tag etwa eine Stunde bewegt, ganz langsame Spaziergänge. Damit bin ich ganz gut durch gekommen. Ich weiß aber auch, daß nicht jede die Kraft dazu findet. Und etwas Müdigkeitssyndrom habe ich wohl auch gehabt und immer noch. Ist ja auch kein Wunder, wenn auch sehr blöd.


    Mit dem Ende der Bestrahlung sollte es besser werden, und ich fänd es möglicherweise gut, zu versuchen, durch regelmäßige leichte Bewegung etwas vorzubeugen, damit es nicht oder zumindest weniger schlimmer wird.


    Alles Gute für dich und 5 Mal noch, dann lässt du die Korken knallen. Was du alles geschafft haben wirst:!:Zieleinlauf.:thumbup:


    LG Sonnenglanz

    Liebe Amy48 ,


    so wunderbar, einen solchen Partner zu haben.


    Ich freue mich, wenn du dich ein bisschen aufbrezelst - für dich. Ich mache das auch, und ich habe auch manchmal das Gefühl,ich tu das nicht nur für mich, sondern auch, damit die anderen still sind.


    Ich bin zwar immer noch schlank, aber ein bisschen grau und halt diese Spuren. Meine Gyn meint dann immer, das hätte ich sowieso. Neeee , never. Ich war mega fit vor der Diagnose, und ich bin nur noch ein Schatten dessen, was ich vorher war. Deswegen bin ich aber noch lange nicht reif, mich jetzt schon zu verstecken.


    Aaaber, ich bin diesen Weg gegangen, ich habe mich gestellt, ich hab gesagt, ich will :!:leben. Wenn es ganz arg ist, versuche ich zu denken, schaut her, so sieht jemand aus, der versucht, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen.


    Und dabei schaffe ich immer noch ziemlich viel.


    Ich möchte gerne annehmen, daß ich oft nicht durch schlafen kann, wegen der Polyneuropathien. Alles besser geworden, lange nicht gut.


    Ich bin froh, dass es diese Tiegelchen gibt, die zB die dürren Brauen kaschieren...


    Und wenn ich zu meinem Mann ins Bett schlüpfe, abgeschminkt, müde, angezickt... und er schaut mich an als wäre ich grad mal 30...


    Dann ist auch alles wurscht. Wie gut, dass er nur meine Seele und mein Wesen sieht.


    Der Rest kann mir dann relativ egal sein.


    LG Sonnenglanz

    Neee, liebe Eifelkater,


    Der Laden ist nicht wichtiger als du. Es ist ja nett, dass du es deiner Arbeitgeberin einfach machen möchtest, aber wenn du kündigst, kann dir das schaden. Und da geht es dann um Kohle, die dir möglicherweise fehlt.


    Allerhöchstens ein Aufhebungsvertrag, weil du aus persönlichen Gründen woanders hin möchtest.


    Hör auf Heideblüte


    LG Sonnenglanz

    Liebe Milli ,


    Vielleicht sollte ich noch schreiben, dass ich mir wünschen würde, dass diejenigen, die Not haben, ihr Leben wieder in etwas mehr Normalität zu bringen, die gleichen Möglichkeiten haben sollten wie diejenigen, die wahrscheinlich mehr Unterstützung haben können als andere.


    Unser System ist schon ziemlich gut. Aber als ich die Not der jungen Mutter gelesen habe, dachte ich, es braucht noch mehr ! soziale Gerechtigkeit.


    Ich hänge an " (kontrolliert) verstümmelt, vergiftet, verstrahlt" gerne noch "(wahrscheinlich) geheilt."


    Es ist trotzdem schwer. Und ich kann jede von uns verstehen, die sich eher krank fühlt als gesund. Ich möchte auch mein altes Leben wieder. Und das sage ich, obwohl mir bestimmt ganz viele nicht ansehen, was ich hinter mir habe.


    Wir bräuchten so eine Pille, ein Mal geschluckt, und die Krankheit ist da, wo sie hingehört. Teil meines Lebens ohne zu nerven.


    Stattdessen prallt immer wieder die Realität auf uns ein.


    Ich glaube, ich hätte es schon okay gefunden, wenn Frau S. etwas mehr gejammert hätte. Aber vielleicht haben die Journalisten auch geschönt. Und die Kerze ins Licht gehoben.


    LG Sonnenglanz

    Puh, hier geht es ja hoch her,


    ja, vielleicht ist es dieses Promi Super Leistungsfähigsein Image. Ich neide Frau S weder ihre Privilegien noch sonstwas. Mir ist es während der Chemo auch ziemlich gut gegangen, und ich hab auch während der Chemo schon wieder teilweise gearbeitet. Sie ist jünger als ich und das ist bei der Krankheit immer erstmal schlechter. Ich hatte im Verhältnis einige gute Jahre 'länger". Und ich hab tatsächlich auch dank make Up ausgesehen wie das blühende Leben.


    Ich hab aber auch den Beitrag von einer von uns im Kopf, ungefähr so: ich brauche das Geld, 3 Stunden im OP gestanden, danach wegen Fatigue völlig platt.


    Und hier ist ja auch von Fatigue die Rede, und mich erwischt es damit auch immer mal.


    Es ist eher meine Kollegin, die die Eibe aufs Podest gestellt hat und die Naturmedizin rühmte. In ihrer Kommunikation war nur selten vom Rückfallrisiko die Rede, aber auch sie hat es ab und an geschrieben. Da war Frau S. Im Vergleich zu ihr ehrlicher.


    Ja, das kann ein Vorbild sein. Allerdings sollte wirklich jeder auf sich achten, nicht jeder ist gleich so fit wie sie (scheint oder wirklich ist).


    LG Sonnenglanz

    Liebe SaDe ,


    es ist vielleicht so wie es bei meinem Mann gewesen wäre. Hätte man in dem 5 cm Tumor wenige, relativ beschränkte bösartige Zellen gefunden, hätte man auch nur geschnibbelt. Die Seltenheit des Streuens stünde auch in keinem Verhältnis zu den NWs. Glücklicherweise wurde nix bösartiges gefunden.


    Wenn du da jetzt sowohl rational als auch emotional ankommst, dann glaube ich, könntest du mehr Leichtigkeit gewinnen.


    Es war vielleicht blöd, dich wählen zu lassen. Es hätte wohl mehr heissen müssen, mit der Therapie schaden Sie sich hochwahrscheinlich. Diese Mittelchen, die ich bekommen habe, mit denen ist echt nicht zu spaßen. Aber ich hatte eine andere Prognose.


    Ich drücke dir die Daumen dafür, dass du da ankommst, dass es ohne Therapie der bessere Weg sein wird - nach bestem Wissen und Gewissen.


    Alles Gute für dich


    Sonnenglanz

    Liebe SaDe ,


    wenn ich dich lese, habe ich das Gefühl, ich hätte geschrieben.


    Hinzu kommen : ich wohne komfortabel, hab einen wirklich lieben Mann (meistens jedenfalls) und einen Job, der mir oft Spaß macht. Einen formal rücksichtsvollen Arbeitgeber, der leider manchmal fordernd ist. Okay, es ist trotzdem und trotz allem ziemlich Sonnenseite.


    Am Anfang der Diagnose war ich beseelt davon, eine Lösung zu finden, auf alle Fälle aufrecht aus dem Schlamassel raus zu kommen. Ich habe meinem Mann diktiert, was ich alles nicht mehr will. Aber wer weiß, falls ich in die Situation kommen sollte, vielleicht hänge ich dann wie blöde am Leben. Vielleicht gibt es dann Mittelchen, die mich mein Leiden vergessen lassen. Und: ich bin kreativ, im Sommer gibt es genug Pflanzen, im Winter schwatze ich den Ärzten Medis ab. Ich habe mich über die Konditionen in der Schweiz informiert.


    Einer Chemopatientin ging es genauso. Die hatte Triple negativ und mehrere Lymphknoten befallen. Die Ärzte waren eher sehr verhalten, was die Prognose anging. Bei ihr schlug die Chemo an wie eine Bombe, der Tumor schwand und die Lymphknoten schrumpften auch. Ich hoffe es geht ihr gut.


    Jetzt ist nicht der Zeitpunkt dafür, darüber nachzudenken, was wäre wenn. Deswegen hab ich erstmal versucht, mit diesen ganzen Unabwägbarkeiten Ruhe zu finden. Ganz lässt mich das Ganze auch nicht los.


    Deine Demut empfinde ich als grosse Stärke. Meine Psychotherapeutin meinte Mal, die Angst ist ja da. Man solle eher sagen, okay, du blöde Angst, ich habe dich nicht eingeladen. Aber wenn du schon Mal da bist, dann schauen wir mal, was wir zusammen machen.


    Ganz verstanden habe ich das Bild nicht, aber es sagt mir, dass die Angst uns nicht lähmen muß.


    Ich find auch, dass es dieses Jahr besonders viele sind, die sehr betroffen sind oder gar gehen mussten.


    Und wenn du über den Tellerrand schauen kannst, ist das eine große Leistung. Trotzdem wird dein Teller mitsamt deiner Krankheit bleiben. Und diese ist schlimm. Es wäre verkehrt, zu denken, schlimmer geht immer,also müsstest du froh sein, dass es bei dir einigermaßen gut aussieht.


    Hast du eigentlich Antikörper bekommen? Das wäre etwas, was ich bei deiner Formel fragen würde.


    Meiner Schwägerin hatten sie übrigens zusätzlich zur OP und Bestrahlung noch zur Chemo und AHT geraten. Sie hat auf beides verzichtet und es geht ihr seit 10 Jahren gut.


    Nur weiß trotzdem niemand, was mit uns passieren wird.


    Wenn es zu anstrengend hier ist, mach eine Pause.


    Und ansonsten: ich versuche auch, viel Schönes zu tun und vor allem Sport zu treiben, der soll es ja bringen8o


    Alles Gute für dich.


    LG Sonnenglanz