Beiträge von Schwefelbadhexe

    gerade den Faden durchgelesen.

    Ich hatte von frühster jugend an Probleme mit mastopathischen Brüsten. Immer knotige Stellen. Daher schon Mitte 20 die erste Mammografie. Ab 50 war ich dann pünktlich alle 2 Jahre. Meine Mutter bekam mit 57 Brustkrebs. Ich letzten März mit 59 die Diagnose. Ich sah eines Morgens eine zarte Rötung, so als hätte ich in der Nacht falsch gelegen. Abends war die Rötung immer noch da. Nächsten Tag zum Gyn. Montag Mammografie (wäre 3 wochen später fällig gewesen) . Dienstag Biopsie und 3 tage später der Befund. Auf der Aufnahme aus 2016 hätte man den verdichteten Bereich sehen müssen. Wir haben uns vor einiger Zeit alle Aufnahmen geben lassen und für mich ist es schlimm, dass es nicht damals schon gesehen wurde. Früher behandelt wäre mir vielleicht einiges erspart geblieben. Auch mein gyn hatte 6 monate vorher beim Abtasten gar nix gespürt. Ich bedaure, dass ich nicht alle halbe Jahre Ultraschall hab machen lassen. Aber hilft ja jetzt nur der Blick nach vorn. Bin mit der Therapie weit voran. Sehr viele Komplikationen. Von Nierenversagen gleich bei der neoadjuvanten Chemo, 7 Monate kein Tag ohne Durchfall, Fieber, Fieber, Fieber . 28 Tage Klinik alleine dafür. Portabstossung. Amputation mit 32 Lymphknoten, davon 3 befallen, 11 Tage Klinik und doch noch mit Drainage heim. Bis heute kommt und geht die Schwellung auf der Brustwand. Weil noch Resttumor in der amputierten Brust war, bekomme ich seit Januar zum Glück Kadcyla. Leider wieder mit Fieber und Schwäche, Kopfweh, Schwindel, Nasenbluten und immer wieder mal einen Infekt. Die Schwäche setzt mir sehr zu. Ich kann nicht lange stehen und das seit Monaten. Und oft kann ich beim Essen nicht lange gerade sitzen. Ruhe sehr oft. Solange das Fieber da ist, kann ich nicht zur Reha. Aber ich bin sehr sehr dankbar, dass ich das Mittel erhalte. Ich schaff das. Wird wohl bis Oktober gehn mit 14 Gaben. Bestrahlung hab ich auch rum. 25 plus 5 boost. Die Haut hat gut durchgehalten. Aber im Achselbereich bekomme ich wie vorher den Arm nicht hoch und ich habe beginnendes Lymphödem. Aber alles wurscht. Ich will leben und ich schaff das. Meine Familie und meine Freunde sind an meiner Seite. Mein Mann tut alles was nötig. Ist immer da. Die meiste Angst hab ich wie wohl alle vor dem weiteren Progress. Ich lese hier still mit. Mal haut es mich um, mal hilft es mir weiter. Auch, dass es weitere Möglichkeiten der Behandlungen bei Fortschreiten gibt, macht mir Hoffnung. Ich finde es wunderbar, wie ihr euch hier gegenseitig helft, Mut macht usw. Für heute liebe Grüsse an alle und für alle nur das Allerbeste.


    Liebe Grüsse

    Hallo Saphira,
    ganz lieben Dank für dein Willkommen hier :)


    Ich hab heute abend dem Krebsinformationsdienst eine Anfrage gesendet. Denke auch, dass ich von dort Erklärung bekommen werde.

    ich suche auch schon im Forum nach Mitgliedern mit inflammatorischem Brustkrebs.

    Auf jeden Fall freu ich mich total, dass ich hier jetzt eine Austauschmöglichkeit gefunden habe.
    Ich habe eine sehr sehr liebe Freundin, die mir auch zur Seite steht, aber es ist sicher besser, wenn ich sie nicht überstrapaziere und es ist super, dass man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann.


    Ich hoffe, dass auch ich hier im Forum für Mitbetroffene da sein kann.


    Liebe Grüße und einen schönen Abend für dich und alle hier


    Schwefelhexe

    Ein herzliches Hallo an alle hier,

    seit kurzem habe ich die Diagnose Inflammatorischer Brustkrebs.

    Ich hatte bereits einen Termin in einem Brustkrebszentrum und warte nun auf weitere Untersuchungen (CT Thorax, Herzultraschall und EKG) Das Brustzentrum hat bei diesem ersten Termin auch die Lymphe gestanzt, also dieses Ergebnis steht ebenfalls noch aus. Ende nächster Woche wird mir wohl das Ergebnis der Untersuchungen sowie der Tumorkonferenz mitgeteilt.

    Diese Wartezeit ist nicht ganz leicht. Auch das anstrengende Hin und Hergerenne von einem zu anderen Arzt ist sehr anstrengend.


    Hier die Histologie, die mir leider noch nicht wirklich verständlich erklärt wurde:

    Mikroskopischer Befund: Mammagewebe mit Infiltraten eines strangförmig trabekulär aufgebauten Tumors mit Tubulusbildung in <5% des Tumorgewebes. Innerhalb des Tumors Mikrokalzifikationen. Die Tumorzellen mit deutlichen Kernatypien. In einer CK5-Immunhistochemie keine residuellen Myoepithelien. Die Tumorzellen mit einer starken nukleären Expression von ER in 90% der Tumorzellkerne bei Negativität für PR. Die Her2/neu-immunhistochemie zeigte bei mehr als 10% der invasiven tumorzellen eine starke, die komplette Membran umfassende Immunreaktivität (Ergebnis: stark positiv - score 3+). Membranär eine starke E-Cadherin-Expression. Der Anteil der proliferierenden Zellen(Proliferationsfraktion (Ki67) beträgt ca. 40-50%. Nachweis von acht Mitosen/10 HPF.

    Pathologisch-Anatomische Diagnose:

    Corestanzen der rechten Mamma bei 10h mit einem gering differenzierten, ER positiven (IRS 12), PR-negativen (IRS 0), Her2neu-negativen (Score 3+) invasiv-ductalen Carcinom(invasives Carcinom NST mit einer Proliferationsfraktion vn 40-50%, G3 (Elston-Ellis-Score 3+3+3=9)= B5b


    Vielleicht noch ein wenig zu meiner Person: Ich bin 59 Jahre und habe drei erwachsene Kinder. Immer und noch vollzeit berufstätig. Mein Mann ist bereits seit vielen Jahren Rentner und er steht mir jetzt bei. Seit der Diagnose begleitet er mich zu sämtlichen Arztterminen - worüber ich sehr froh bin. Ich bin seit der Diagnose oft neben der Kappe. ....


    Seit ca. 2009 habe ich gesundheitliche Beschwerden, immer wieder Leistungsknicke. Seit 2011 kann ich gar keinen Sport mehr machen und trotz mehrerer Versuche kann ich auch nicht mehr tanzen gehen. Ich war bei vielen Ärzten. Niemand fand eine Ursache. Letztlich erhielt ich damals die Diagnose Fibromyalgie, eine Verordnung für schwache Dosis Antidepressiva und den Rat, dass ich meine Ernährung auf mediterrane Kost umstellen soll. Psychotherapie wurde mir ebenfalls angeraten und dass ich dafür sorgen soll, dass ich besser schlafe. Bezüglich Vorsorgeuntersuchungen: Ich war immer beim Frauenarzt und habe seit meinem 50. Bday alle Mammografien wahrgenommen. Schon Anfang 20 hatte ich große Probleme mit meinen Brüsten. Immer verhärtet..... Angeblich habe ich eine Krebsform, die erstmal keinen Knoten bildet und wenn es sich dann zeigt, ist es schon sehr fortgeschritten.
    Wir haben die Mammografien von 2016 und 2018 verglichen. Selbst wir als Laien sehen auf den Bilder aus 2016 bereits den besonders verdichteten Bereich, der jetzt Krebs ist.
    Aber hilft ja nicht, rückwärts zu schauen. Ich blicke jetzt nach vorn und versuche Schritt für Schritt weiterzukommen.

    Durch meine lange Arztodysee habe ich leider alles Vertrauen in Ärzte verloren.
    Das ist jetzt für mich echt schwer. Wie soll ich jetzt wieder Vertrauen finden?

    Im Brustzentrum sind alle sehr positiv, aber ich habe doch das Gefühl, dass alle gehetzt sind und ich letztlich nicht in Ruhe meine Fragen beantwortet bekomme, eben auch nicht die Zeit da ist, um direkt zu hinterfragen.


    Vielleicht hat hier jemand einen ähnlichen histologischen Befund und kann mir etwas dazu sagen?
    ich werde auf jeden Fall hier auf die Suche gehen.

    Und ansonsten hilft nur Warten auf die restlichen Ergebnisse, meine Fragen für das nächste Gespräch im Brustzentrum notieren...


    Ich bin von Haus aus ein eher Grübelmensch. Die Leichtigkeit des Seins ist nicht so meins.
    Aber depressiv bin ich nicht.

    Mein Umfeld sagt, dass ich ein viel zu netter Mensch bin. :rolleyes:


    Was ich noch sehr gerne mache, ist Baden in der therme, am allerliebsten im Schwefelgasbad oder in einem Strömungskanal oder in Wechselbädern.
    Im Wasser kann ich mich halt noch bewegen. Seit der Diagnose hoffe ich total, dass meine ganzen Knochenbeschwerden nur von einer Polyarthrose kommen, die ich laut Knochenszintigramm habe.

    Ich freu mich, dass ich jetzt hier sein darf und werde mich einlesen.
    Euch allen hier viel Kraft und ganz viel Lebensfreude.


    Die Schwefelhexe