Beiträge von Traumpfadfinderin

    Liebe Alberta,


    auch ich möchte Dich in unserer Runde herzlich begrüßen. Ich gehöre zwar auch zur Brustkrebsfraktion, aber bestimmte Dinge sind bei allen Krebsarten gleich und hier ist immer jemand, der ein offenes Ohr für Dich hat. Ich bin schon eine "Langzeitüberlebende" mit meinen 13 Jahren ohne neuen Befund und möchte Dir Mut machen, den Kampf aufzunehmen. Du bist ja schon auf einem guten Weg.


    Wichtig ist für Dich, dass Du schnellstmöglich psychologische Hilfe bekommst. Vielleicht können Dir die Damen in der Münchner Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs gerade in dieser Hinsicht gute Tipps geben. Ich kann Dir nur empfehlen, Dich mit der Selbsthilfegruppe in Verbindung zu setzen. Unter kontakt@frauenselbsthilfe.de bekommst Du die Ansprechpartnerinnen in München genannt.


    Ich wünsche Dir alles, alles Gute für Deinen weiteren Weg und einen guten Austausch hier in unserem familiären Forum.

    Liebe Angie,


    mir tut es so leid, dass Du Dich von Deiner kleinen Hündin verabschieden musstest. Sie hatte sicher ein schönes langes Leben an Eurer Seite und ihr durftet Euch noch in Würde verabschieden. Ich stelle mir immer vor, dass die uns lieben Tiere bis zum Ende der Regenbogenbrücke gehen und dort auf uns warten. Mir sind wieder die Tränen gelaufen und ich musste an den Abschied von meiner Wendy denken, die ich einschläfern lassen musste, weil sie so litt. Meine hat mir auch das Leben nach meiner Krebsdiagnose gerettet, da ich für sie sorgen musste, obwohl ich schon mit allem abgeschlossen hatte und der festen Meinung war, das war es jetzt. Das war es eben nicht und ich bin so dankbar, dass ich sie 10 Jahre haben durfte.


    Aus meiner tiefen Mutlosigkeit und Depression ( kommt jetzt auch der Krebs wieder?) kam ich nur mit Hilfe von psychologischer Betreuung und später einem neuen kleinen Freund, der mittlerweile auch schon 3 Jahre bei uns zuhause wohnt. Das war mein Weg und für mich genau richtig.


    Dir liebe Angie wünsche ich für die nächste Zeit viel Kraft und Liebe auf Deinem weiteren nicht einfachen Weg und dass ein wunderschöne Rose Dich immer an Deine kleine Freundin erinnert. :hug:

    Hallo Ihr Lieben,


    bin ganz gerührt, dass Ihr an meinen Geburtstag gedacht habt. Ich schau schon ab und zu hier bei Euch vorbei, auch wenn ich nicht mehr oft mitschreibe. Ich nehme großen Anteil an den Beiträgen und unserem wunderbaren Forum . Ich freue mich mit Euch wenn Ihr Erfolge, und sind sie noch so klein, vorweisen könnt und auch, wenn ihr mal so richtig Eure Wut und den Frust rauslasst. Wo wenn nicht hier trefft Ihr auf Verständnis. Es ist herzerfrischend, wie ihr Euch gegenseitig aufbaut, auch wenn es Euch selbst nicht so Gold geht. Es ist richtig ansteckend und ich spüre die Besonderheit dieses Forums.


    Liebe Phönix, ich hoffe, auch Du hattest wie ich ein schönes Geburtstagsfest :cake: und ich wünsche Dir alles, alles Gute und viel Gesundheit und Freude am Leben.


    Wie steht auf meinem Kaffeebecher mit meiner lachenden Tochter drauf: "Ein Tag, an dem Du nicht lachst, ist ein verlorener Tag".


    In dem Sinne wünsche ich Euch allen viele schöne Tage und dass ihr immer wieder mal lachen oder zumindest lächeln könnt! ;) :) ^^

    Hallo Ihr Kronenträgerinnen,


    das habt Ihr toll gemacht. Schön ist sie geworden, Eure Homepage. Ich wünsche euch viel Erfolg und einen regen Zugriff und macht weiter so. Da geht mir richtig das Herz auf und ich wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit und dass Ihr viele junge Menschen (die es eigentlich mit dieser Krankheit nicht geben dürfte) erreicht. :thumbsup:

    Liebe Edi,


    es ist ziemlich viel, was Du körperlich und vor allem psychisch zu verkraften hast. Da ist Onkel Google nicht gerade das probate Mittel, Deine Ängste, Befürchtungen und massiven Beschwerden zu mildern. Wenn Du Dir ein wenig Zeit nehmen kannst, dann stöbere hier in unserem familiären Forum. Hier sind Erfahrungsberichte, Meinungen, Tatsachen und Schilderungen der unterschiedlichsten Art.


    Die Beschwerden ähneln sich manchmal sehr und sind doch sehr individuell verschieden. Wie jeder Mensch, jeder Körper und, ja auch der Krebs, unterschiedlich sind. Ich kann Dich sehr gut verstehen und möchte Dir Mut machen, Dein Leben wieder oder trotz allem in die Hand zu nehmen. Du bist auf keinen Fall alleine. Klar tut es gut, sich mal richtig auszulassen über die schlimmen Nebenwirkungen, die verständnislosen Ärzte, unklaren Diagnosen und überhaupt. Nur, was bringt es? Erleichterung sicher aber effektiver ist es, sich über alles auszutauschen, Tipps und/oder Anregungen zu bekommen und vor allem Mut, das Leben wieder anzupacken. Mut, sein Leben zu leben, neue Perspektiven zu finden und vielleicht auch andere Ärzte, die Dich ernst nehmen und helfen können.


    Vielleicht stellt Du Dich in unser Vorstellungsrunde einmal richtig vor. Ich kenne die Foris. Du wirst hier empfangen, aufgefangen und - wenn Du Dich darauf einlässt - getragen auf einer Welle von Empathie und Verständnis.


    Mir ging Dein Beitrag zu Herzen, da meine Tochter im gleichen Alter wie Du ist und meine Erkrankung schon 13 Jahre zurückliegt und es mir heute - was den Krebs angeht - gut geht. Ich wünsche Dir alles, alles Gute und darf Dich doch mal :hug:

    Liebe Wildebeest,


    alles, alles Gute zu Deinem heutigen Geburtstag. Lass dich schön feiern heute. :cake: Ich wünsche Dir vor allem viel Gesundheit, Glück und Zufriedenheit und alles das, was Du Dir sonst so wünscht. Einen wunderschönen Tag mit viel Freude. :hug:

    Liebe Mäusel91,


    vielen Dank für Deinen Beitrag zum Mitgefühl. Es ist erstaunlich und ich bin geplättet, wieviel Lebenserfahrung und erstaunliche Gedanken aus Deinem Beitrag zu ersehen sind. Erstaunlich auch, da ich ganz vergessen habe, dass auch so junge Menschen wie Du die Tiefe der Gefühle empfinden und auch ausdrücken können. Als alter Hase, was die Erkrankung und auch das Lebensalter angeht, finde ich es einfach schön, immer wieder durch solche Beiträge auf das wesentliche gestoßen zu werden und zu merken, wieviele Menschen es gibt, die ähnlich ticken wie ich, und dass das Alter keine Rolle spielt! Danke nochmals dafür, dass Du und die anderen uns allen an Deinen Gedanken teilhaben lasst.


    Was nun die Thematik des Mitgefühls angeht, so kann ich für meinen Teil mich noch gut erinnern, dass ich verschiedene Phasen des Umgangs mit Freunden, Bekannten und anderen Mitmenschen erlebt habe. Direkt am Anfang der Krankheit mit Verwirrung, Unglauben, tiefer Fall und Verzweiflung konnte ich überhaupt keinen Kontakt herstellen. Alles was mir gesagt wurde habe ich auf die Goldwaage gelegt, vieles auch verschwiegen und als die Wut kam, hat ein armer Mensch stellvertretend für die gesamte Menschheit sein Fett abbekommen. Das war zufällig ein noch junger unerfahrener Angestellter meiner Krankenkasse, der mir ein besonderes Programm vorstellen wollte. Später, als ich schon länger Kontakt zu einer FSH Selbsthilfegruppe vor Ort aufgenommen hatte konnte ich, und auch meine mir näher stehenden Mitmenschen, besser mit der Situation umgehen. Es waren einige dabei, die sich still und heimlich veabschiedet haben und im nachhinein war das auch gut so. Von allen anderen, von einigen Freunden ganz besondern, habe ich das Mitgefühl erhalten, das ich mir gewünscht hatte. Nämlich ganz dosiert und ansonsten habe ich versucht, es mir und den anderen leicht zu machen, den Krebs zu akzeptieren aber nie ihn zu verleugnen. Mich gibt es einfach nur mit Krebs und wenn jemand das nicht aushalten kann, muss er sich verabschieden aus meinem Leben.


    Auch mich beutelt es noch nach 13 Jahren, auch ich habe immer noch ein mulmiges Gefühl wenn ich, wie jetzt wieder, zur Vorsorge gehe oder es wieder an anderer Stelle im Körper zwickt. Aber genervte Blicke, wenn ich mal wieder versuche, in meinem Umfeld den Krebs aus der Tabzuzone zu holen und über Aktionen informiere, ignoriere ich einfach.


    Mitgefühl ist glaube ich etwas anderes als Mitleid. Mitfühlen ist z.B. emphatisch zu sein, aber sein eigenes Ich nicht zu vergessen. Hier in diesem Forum beobachte ich genau dieses Mitgefühl so oft, das macht es für mich so wertvoll. Ich freue mich, dass ich ein Teil dieser Gemeinschaft bin.

    Liebe Miami,


    meinen allerherzlichsten Gückwunsch zu Deinem heutigen Geburtstag. :cake: Genieße den Tag und lass Dich feiern. Für alles Kommende nur das Beste, viel Gesundheit, Glück und Freude :thumbsup: und dass Du uns weiterhin so viel Mut machst:hug:

    Liebe Elaine und die anderen,


    es ist ein ganz bekanntes Phänomen, am besten wird es immer anhand von Schwangeren erklärt. Du bist selbst schwanger und plötzlich siehst Du rings um Dich und überall nur schwangere Frauen. Und das Gleiche gilt z.B.: da sucht man jahrelang die geignete Wohnung und kaum hat man dann irgendeine Kompromißwohnung gemietet und dann, dann wäre sie dagewesen, Deine Traumwohnung.


    Mit meiner Krebserkrankung ist es mir auch so ergangen. Nachdem ich das für mich akzeptiert hatte: Ich - habe - Krebs - schockierte ich erst einmal meine Umwelt, in dem ich unverblümt gesagt habe, was mit mir los ist. Die Reaktionen waren und sind heute noch sehr unterschiedlich. Ich war derart versessen darauf, den Krebs aus der Tabuzone zu zerren, daß ich zarte Gemüter ziemlich erschreckt habe und selbst schuld war, wenn Menschen auf die andere Straßenseite gingen, nur damit sie mich nicht fragen mußten wie es mir ginge. Nachdem ich die Wutphase hinter mich gebracht hatte, konnte ich viel differenzierter damit umgehen, ob ich es überhaupt soll und will, anderen Menschen gegenüber meine Situation darzustellen. Meine Erfahrung ist, dass viele, viel zu viele Menschen Erfahrungen mit Krebs haben. Erfahrungen schlimmer Art, Erfahrungen, die sie mitunter verzweifeln lassen oder ganz tief im Innern verstecken. Die Zahl derer, die "Krebs"- Erfahrungen der unterschiedlichsten Art haben, ist wirklich erschreckend und die Statistiken geben nur ein unzureichendes Bild. Die Krebserfahrungen beziehe ich jetzt auch auf Angehörige, man denke nur an die BRCA-Problematik.


    Was mir Zuversicht gibt ,ist die Vielzahl der Erfolge in der Schulmedizin und auch, dass die Grenzen zu alternativen Behandlungsmethoden immer mehr verwischen und vor allen Dingen es immer mehr Ärzte und Ärztinnen gibt, die nicht den "Krebs" ansich behandeln sondern den speziellen Menschen mit seinem Krebs. Es gibt immer mehr Menschen in den Heilberufen, die die Lebensqualität in den Fokus stellen und auch mal ungewöhnliche Wege gehen. Natürlich gibt es auch immer noch "die Götter in Weiss", sie gehören aber einer aussterbenen Spezies an (hoffe ich doch). Und natürlich gibt es Fälle, da kann nur ein Wunder helfen, aber selbst das ist schon passiert!


    Ich bin schon ein Mensch der - wieder - sagt, das Glas ist noch halb voll. Klar, mit positivem Denken kann man auch nicht zaubern, von wegen "sorge dich nicht lebe". Ich kann jetzt ja nur von mir sprechen, aber mir hilft halt meine wieder erworbene positive Grundhaltung. Das Größte für mich ist, mit Menschen zusammen zu sein, die diese Haltung mit mir teilen, es gibt immer ein Zeit zum Weinen aber auch Raum genug zum Lachen.


    Ich wünsche Euch allen viel Raum zum Lachen (auch wenn viel Galgenhumor dabei ist) :thumbsup:

    Liebe Barbara,


    ich wollte es eigentlich nicht erzählen, aber vielleicht komplettiert ja das Folgende meine "Mutmachgeschichte".


    Nein, leider lebt meine Wendy nicht mehr. Sie hatte lange schon Spontilose und die Beschwerden wurden mit dem Alter, sie war inzwischen 10 Jahre, so immens, dass wir es nicht mehr aushielten, wie sie sich quälte. Der Tierarzt hat alles getan, um ihr die Schmerzen zu nehmen. Ohne Schmerzmittel ging sowieso nichts mehr. Mein Mann hatte auch noch das Treppenhaus umgebaut mit einer flacheren Steigung, sie musste aber, obwohl wir im erhöhten EG wohnten, zum Schluss getragen werden. Eine OP war auch sinnlos. Schweren Herzens haben wir dann den Tierarzt bei uns zu Hause sie erlösen lassen. Ich war den ganzen Tag noch bei ihr gelegen und habe sie in den Armen gehalten.


    Dann kam für mich der große Zusammenbruch. Mein Lebensretter war tot, ist das ein Zeichen, dass der Krebs wieder kommt? Fragen über Fragen. Der Kopf sagt, es war richtig, das Herz sagt ganz was anderes. In einer Klinik wurde mir in einer Krisenintervension geholfen, plötzlich konnte ich wieder Licht sehen. Ich erinnere mich, dass ich eines Morgens um 7:00 Uhr in den wunderschönen Parkt der Klinik gegangen bin und wieder die Vögel zwischern gehört habe, die uralten Bäume mit dem Laub geraschelt haben, die Schwäne majestätisch im kleinen Flüßchen auf und abschwammen. Ich bemerkte wieder die Sonne auf der Haut und konnte endlich meinen Tränen freien Lauf lassen.


    Wieder zuhause schaute ich ins Internet und fand auf der Tierhilfeseite unseren Neuen. Ganz anders, klein, weiss/schwarz und ein Männlein. Er war mit drei Geschwistern und Mutter im Wald in der Toskana gefunden worden und wurde auf einem Bauernhof großgezogen. Jetzt ist der Bursche immer noch klein, aber ein großartiger Kamerad für meinen Mann und mich, ein bildschönes Kerlchen mit einem guten Charakter und einigen Marotten.


    Ich weiß, vielleicht kann nicht jeder das so nachvollziehen. Meiner Meinung nach ist es aber wichtig, sich in Krisensituationen jeglicher Art helfen zu lassen, sich professionelle Hilfe zu holen. Das Leben macht einfach mal keinen Bogen um uns, nur weil wir Krebs haben.


    Ich hatte und habe das Glück ein tolle Familie und gute Freunde zu haben und Hilfe zur rechten Zeit zu bekommen. Inzwischen beuteln mich andere gesundheitliche Probleme, aber in meinem tiefsten Inneren konnte ich wieder eine Zuversicht aufbauen und bin, wie in meiner ersten Geschichte bereits erwähnt, auf gutem Wege, die gewünschte Gelassenheit zu erreichen.

    Hier meine Geschichte:


    Es war einmal vor 13 Jahren eine Frau von 54 Jahren, voll im Beruf, engagiert als Betriebsrätin mit viel sozialem Einsatz, sportlich (altersentsprechend), mit großem Bekanntenkreis und schönem Hobby. Gerne mit dem Wohnmobil, Hund und Mann (man beachte die Reihenfolge) überall in Europa unterwegs. Hie und da zwickte es auch ganz schön; die Bandscheibe, die ganze Wirbelsäule war ein gesundheitlicher Knackpunkt, der als einziges den Tatendrang bremste.


    Dann 18.01.2003: der Schock. Dem Radiologen gefiel nach der Mammografie das Bild nicht. Er murmelte was von viel Kalk und Veränderungen gegenüber dem vorherigen Bild von vor einem Jahr und dass ein Schnellschnitt Klarheit brächte. Ehe ich es richtig wahrnahm, war ich einmal operiert mit dem Befund : Randbildendes, mindestens 2,6 cm großes, wenig differenziertes, ductales CA in situ (DCIS) Grad III an der rechten Brust. 2 Tage später wurde, nachdem mir mitgeteilt wurde, dass doch die Gefahr des Austretens bestand, eine zweite OP durchgeführt. Es wurde an gleicher Stelle eine Nachresektion im Sinne einer breiten Wundabtragung (ca. 1/3 der Brust) durchgeführt. Anschließend Ausräumung der rechten Axilla und das Ergebnis: Nicht hormonabhängiges Mammakarzinom, G 3 ohne Befall der Lympknöten, Her2 3+ (starke Überexpression). Es wurde vorgeschlagen, eine Bestrahlung durchzuführen, Chemo wäre nicht vonnöten. Ansonsten solle ich mich nicht beunruhigen, es gäbe gute Chancen für mich. Ich könne zwar außer gesund leben, nichts dazu beitragen, dass der Krebs nicht wieder andockt (keine Hormonersatzbehandlung wie Tamoxifen nötig) und ich wäre jetzt wieder gesund.


    Klasse, ich durchlebte die ganze Bandbreite von Ungläubigkeit, "ich doch nicht" bis totale Verzweiflung, "warum ich" und "was habe ich falsch gemacht im Leben" und unglaubliche Wut. Mir konnte keiner einreden, ich sei wieder gesund. Ich las alles, was ich in die Finger bekam und verstand gar nix. Bis ich, ich war noch mitten in der Strahlenbehandlung, auf die Selbsthilfegruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs stieß. Da waren sie plötzlich, die Menschen die mich verstanden und die ich verstand. Menschen unterschiedlichen Alters. Einfache und komplizierte, lustige und traurige und vor allem jene, die nach ihren Therapien schon 20 Jahre krebsfrei leben. Meine ganze Familie, meine Tochter, mein Mann, meine Mutter, Bruder, Schwägerin und und und .....alle wollten mir helfen und konnten es doch nicht. Mein Mann war zu dieser Zeit ganz besonders belastet, seine Mutter lag im Sterben und er wechselte von der die Nachwache bei seiner Mutter zu meiner Betreuung und schließlich nach der Beerdigung standen die zu regelnden Dinge an.


    Ich beschloss, das alles mit mir selbst auszumachen. Ließ die Familie wissen, mir ginge es gut, dabei regelte ich klammheimlich alles für mein Ableben. Listete alles auf, was weg muss, wer was bekam und verkroch mich, wenn es niemand sah.


    Aber "einfach so" wollte meine Familie mich nicht gehen lassen. Sie wussten, wie sie mich - eine leidenschaftlich Hundefreundin - kriegen konnten. Plötzlich hatte ich (mein Mann war die treibende Kraft) einen kleinen Hund, ein Mädchen, 10 Wochen alt, bildschön, aber sehr pflegeintensiv. So hatte ich wider Willen wieder Verantwortung zu tragen, musste spazieren gehen, mich um die Erziehung kümmern und hatte wieder Zukunft. Nicht plötzlich, sondern ganz langsam und vorsichtig richtete ich meinen Fokus auf das "ganz normale Leben". Nahm wieder die Bäume, die Blumen, die kleinen Dinge des Lebens wahr und konnte wieder erst lächeln und dann lachen. Lachen über mich, über andere oder ganz einfach so. Immer wieder habe und hatte ich Rückschläge. Die erste AHB nach der Bestrahlung geriet zu einem Desaster und brachte mir einen erneuten Halsbandscheibenvorfall und eine neue OP im Jahr 2003 ein. Drei Vollnarkosen in einem Jahr, manchmal war ich doch ziemlich verzweifelt!


    Dauernd rief mein Chef an, wann ich denn wieder arbeiten könne. Ansonsten erkundigte sich niemand aus der Firma wie es mir ging, die Kollegen machten mich für ihre Mehrarbeit verantwortlich und meinen Kunden erzählten sie, mich gäbe es nicht mehr. Super Motivation! Nach 13 Monaten wagte ich den Neuanfang und musste feststellen, wie sehr sich die Arbeitswelt verändert hatte, wie sehr ich mich verändert hatte. Bis dato kannte ich Mobbing nur vom Hörensagen und nun musste ich selbst feststellen, dass ich am Sonntag schon Bauchweh hatte, montags ins Büro zu gehen. Ich sah keinen Sinn mehr darin zu kämpfen, aber es dauerte 5 Jahre, bis ich vorzeitig in Rente ging.


    Ach ja, ich vergaß zu erwähnen, dass ich bereits 2 Monate nach meiner Erkrankung Mitglied der Frauenselbsthilfe nach Krebs wurde und mithilfe von Weiterbildungen, Patiententagen, Kongressen und der allgemeinen Gruppenarbeit vieles über meinen schlimmen Feind in Erfahrung bringen konnte. Der schönste Nebeneffekt war und ist, dass ich unglaublich viele tolle, wunderbare und aufregende Menschen, meistens natürlich weiblichen Geschlechtes, kennengelernt habe. Ein weiterer Effekt ist, dass ich noch viel mehr lachen konnte und kann, als ich das schon vorher gemacht hatte. Klar werde ich immer gefragt, auch von Ärzten, warum ich mich immer wieder mit dem Thema Krebs beschäftige. Ich mache dies lieber aktiv, weil ich sowieso immer damit konfrontiert bin. Die Angst, dass das Schalentier wieder kommt, ist zwar immer latent vorhanden, aber erstens ist die Furcht viel weniger geworden und zweitens weiß ich jetzt, dass und wie ich mich wehren kann.


    Natürlich haben einige wertvolle, wunderbare Wegbegleiterinnen den Kampf verloren. Ich aber durfte und darf immer noch erleben, welch intensive und erfüllende Zeit ich mit ihnen verbrachte und immer noch verbringe. Sie haben tiefe Spuren in meinem Herzen hinterlassen und niemand kann mir die Erinnerungen nehmen.


    Hurra, ich lebe noch und das mit allen meinen Ängsten, Erwartungen und Freuden. Die Fliege an der Wand kann mich mal, aufregen tut mich nur Intoleranz, Gleichgültigkeit und Kleingeist, und das auch nur am Rande. Ich bin jetzt nicht der Weltmeister in Gelassenheit, habe aber das erklärte Ziel, an dieser Eigenschaft zuzunehmen. Bis jetzt nehme ich nur an Gewicht zu, aber da befinde ich mich in bester Gesellschaft.


    Meine Rückschläge, die ich natürlich habe, benenne ich jetzt nicht im Einzelnen. Ich übe aber Gnade mit mir aus und gestehe mir zu, dass ich auch nur ein Mensch bin.


    Allen Neuerkrankten, mit Chemotherapie, Bestrahlung und mit Nebenwirkungen beschäftigten Betroffenen rufe ich zu: Habt Mut, traut Euch, lasst Euch helfen und habt Zuversicht.


    Lebt das Leben denn es ist schön!

    Hallo Ihr Frischlinge,


    schön, dass dieses Thema wieder mal aktiviert wurde. Nun sind es bei mir schon 12 Jahre nach meiner OP. Mein Gott, wo ist nur die Zeit geblieben ?(. Genau das wollte ich nie nie sagen, hatte ich mir als Jugendliche vorgenommen. Aber irgendwie verändert man sich. Es verändern sich An- und Einsichten, vor allem nach einer Krebserkrankung. Ich bin so glücklich, dass ich leben darf, dass ich den 12. Frühling nach der Diagnose riechen und schmecken darf. Die 12 Jahre bis jetzt waren so durchwachsen, wie ein Leben nur sein kann. Mit viel, viel Freude, ziemlichen Tiefen und trotzdem.....hurra ich lebe noch! Ich möchte Euch allen da draußen Mut machen. Ich habe es erlebt und erlebe es immer wieder, dass mich Ängste packen, Unsicherheiten und auch andere Krankheiten. Ich bin ja aber auch 12 Jahre älter, und mein Kopf hat ziemlich Mühe, dies zu begreifen. Mein Körper weiß, wie alt er ist und ich habe mir vorgenommen, ein wenig gnädiger mit den Widrigkeiten des Älterwerdens umzugehen. Klar, wäre vieles auch passiert, wenn ich keinen Krebs gehabt hätte. Ich hätte gut auf diese Erfahrung verzichten können. Aber wenn er sich nun schon mal bei mir eingenistet hat und ich ihn -hoffentlich- auf Dauer vertrieben habe, so kann ich mir zugestehen, dass die Krebserkrankung ganz schön was mit mir gemacht hat. Eine dauernde Lymphdrainage (Lymphödem in dem verblieben Brustrest) sorgt schon dafür dass ich ihn nicht vergesse. Aber sonst habe ich in meinem Ehrenamt für die FSH so tolle Menschen kennengelernt, so meinen Horizont erweitert und doch einiges zurückgegeben, was mir an Gutem wiederfahren ist.


    Nochmal Ihr Frischlinge, geht durch das tiefe Tal und, um beim Bild zu bleiben, kämpft und geht nachher wieder in schwindelnde Höhen, es kann auch nur ein kleiner Hügel sein und freut Euch über noch so kleine Erfolge. Ihr dürft auch mal so richtig schimpfen, auf alles und jeden. So etwas befreit und wenn Ihr über Euch selbst wieder lachen könnt, oder wenigstens ein wenig lächeln, ist schon viel gewonnen.


    Viel viel Glück Euch allen und drückt auch mir die Daumen, dass ich weiter verschont bleibe. Eines muss ich jedoch sagen, die Angst bleibt, aber größtenteils vergessse ich sie. Ich :hug: Euch alle!

    Liebe Sonja,


    was lese ich da, schon ist ein Jahr wieder rum und Sonja hat Geburtstag! :cake: Lass Dir ganz herzlich gratulieren und auch ich wünsche Dir für das neue Lebensjahr nur das Beste. Viel, viel Gesundheit und die Erfüllung großer und kleiner Wünsche. Lass Dich feiern und die Sonne, die sowieso in Deinem Herzen ist, strahlt jetzt auch bei Dir im Norden vom Himmel, so wie es sich für das Geburtstagskind gehört. Auch wenn ich nicht mehr viel schreibe bin ich doch immer wieder mal im Forum und freue mich, von und über Dich zu lesen. Ich muss es jetzt einfach mal sagen, du bist eine ganz tolle Frau, mit viel Mut, Verstand und Emphatie und für mich ein Vorbild im Umgang mit unserer Krankheit. :hug:

    Liebe Meeresperle,


    schön dass Du den Mut gefunden hast, Dich anzumelden. Manchmal genügt es nicht, still mitzulesen. Es ist effektiver, direkt von den doch sehr unterschiedlich Betroffenen gute Tipps oder Erfahrungsberichte zu bekommen, die wertvolle Informationen bieten. Jeder Krebs ist anders, jeder Organismus ist anders. Es gibt aber ärztliche Leitlinien und viele, viele Betroffene, die wie Du mitten in der Behandlung stehen und hier kannst Du, wie Du ja schon festgestellt hast, Deine Fragen stellen, es ist immer jemand da der Dich hört. Was uns alle eint sind die Ängste, Unsicherheit und das Gefühl des Ausgeliefertseins. Meine Erkrankung ist nun 12 Jahre her und Gott sei Dank manchmal ganz schön weit weg. Und dann holt es mich wieder ein. Aber ich bin froh und glücklich, immer noch auf dieser Welt zu sein und möchte dieses Gefühl auch weitertragen. Viel viel Glück und Erfolg bei Deiner weiteren Behandlung. Du schaffst das mit unserer aller Unterstützung.

    Hallo Daggi,


    auch von mir ein herzliches Grüß Gott, wie wir in Franken sagen. Ich kann mir gut vorstellen, dass du ziemlich "im Eimer" bist aufgrund Deiner momentanen Situation. Du hast recht, Google hilft überhaupt nicht weiter. Wichtig ist auch, dass Du bei den Ärzten Deines Vertrauens gründlich nachfragst, was das jetzt alles bedeutet. Hier können Dir die ähnlich Betroffenen, ich bin leider oder Gott sei Dank nicht dabei, nur schildern, wie es ihnen ergangen ist. Jeder Verlauf ist anders und wird anders wahrgenommen. Ich kann Dir nur Mut zusprechen und Dich einfach mal ganz vorsichtig in den Arm nehmen. :hug: Lass den Kopf nicht hängen und ich kann Dir nur wieder sagen, frage penetrant nach, bis Du befriedigende Antworten bekommst. Hole Dir gegebenenfalls eine Zweitmeinung ein. Du hast das Recht dazu. Leider ist es auch heute noch so, dass man selbst immer am Ball bleiben muss. Meine Operation, ebenfalls Mammakarzinom ,mit Bestrahlung ist bereits ziemlich genau 12 Jahre her. Bis auf ein stetiges Lymphödem in der verbliebenen Brust, das immer mal mehr oder weniger schmerzt und dauernder Lymphdrainage bedarf, geht es mir gut und ich führe ein gutes, allerdings viel intensiveres Leben als zuvor. Wenn ich all die Berichte der neu Erkrankten oder in Behandlung befindlichen (meistens) Mädels lese, geht mir das Herz auf, mit wieviel Emphatie, Mut und Ausgewogenheit diese mit ihrer und der Krankheit der anderen Forumsteilnehmer umgehen. Ich wünsche Dir viel Glück und drücke Dir die Daumen auf Deinem weiteren Weg. :thumbsup:

    Liebe Wolke,


    bei mir ist es jetzt schon 12 Jahre her und ich hatte viel Zeit drüber nachzudenken, woher, warum, ob und/oder was habe ich falsch gemacht ?(. Einen Satz einer Psychoonkologin habe ich behalten: "Es gibt keine Schuld, ich muss meine Krankheit als einen Unfall betrachten, der mich erwischt hat". Aber das gilt für mich. Bei mir gab es auch keine Krebsfälle in der Verwandschaft und es ist mir schwer gefallen, da ich ja auch so erzogen wurde, nicht die Schuld bei mir zu suchen. Klar habe ich immer wieder nachgedacht, ob der Arbeits/Beziehungs/Geldsorgenstress sowie schlimme Kindheitserlebnisse der Auslöser für meinen Brustkrebs war. Mich hat die Krankheit allerdings in einer Phase erwischt, in der ich mich relativ glücklich fühlte. Es war der sogenannte "Blitz aus heiterem Himmel". Mich hatte das eigentlich nicht gewundert. Es war schon immer so, dass ich schon drauf gewartet habe: "Da muss doch jetzt was kommen, Dir geht es schon wieder zu lange zu gut! " Dieses Muster habe ich jetzt durch meine Krankheit durchbrochen. Ich habe gelernt, auch durch Austausch mit anderen Betroffenen und mit Hilfe guter Psychologen, dass ich selbst für mich verantwortlich bin und mich gut annehmen kann. Mich erwischt zwar immer wieder auch heute noch der Blues und andere, nicht so lebensbedrohliche Krankenheiten machen mir zu schaffen. Ich freue mich aber wie Bolle, dass ich leben darf und es gelingt mir auch immer besser mich zu lieben.


    Es ist aber ganz normal, dass wir uns in dunkle Gänge verirren, sobald in unserem Körper was passiert, was wir nicht zuordnen können. Die Angst wieder zu erkranken können auch nur wir richtig nachvollziehen. Davon dürfen wir uns aber nicht beherrschen lassen. Mein Leben bestimmt jedenfalls nicht die Angst.


    Liebe Wolke, ich denke es ist gut, sich Gedanken zu machen aber es ist nicht gut, sich wie in einem Hamsterrad immer um die eigene Achse zu drehen und den Ausgang aus den Augen zu verlieren. Hm, ich weiß jetzt nicht ob das ein gutes Bild ist, mir fällt gerade nix besseres ein.


    Ich wünsche Dir und allen anderen Foris, deren Gedanken in ähnliche Richtungen gehen, einen entspannten Sonntag und als einzige Grübelei am heutigen Tag die Frage: "Soll ich jetzt den Apfel- oder den Käsekuchen essen? " ?( Ich umarme Euch :hug:

    Liebes Sonnenblümchen,


    rechts bin ich auch ziemlich kleinbrüstig und ich habe die Lösung für mich gefunden. Ich habe mir mehrere Sport-BHs zugelegt. Allerdings nicht die stramme Version. Hier sind Taschen eingearbeitet, in die Du Schalen unterschiedlichster Art einschieben kannst.Ich habe mir auch eine Teilprotese (Krankenkasse mit Eigenanteil) besorgt, die ich aber gar nicht so oft verwende. Ich bilde mir ein, das sieht gut aus und vor allen Dingen zwickt und zwackt nix. Mit ist sowieso die Unterschiedlichkeit erst in letzter Zeit bewußt geworden, da nach einer 6kg-Abnahme (inzwischen leider wieder die Hälfte drauf) auch die Brüster kleiner und unterschiedlicher geworden sind. 8)


    Wie Flora aber schon mitteilte, fällt das anderen Leuten sowieso nicht so sehr auf (bei Männern kann ich das nicht beurteilen) als einem selbst! Eine liebe Freundin, die sehr busenfixiert ist weil sie so kleine Brüste hat, hat mich darauf aufmerksam gemacht, es aber nicht böse gemeint. Viele Frauen mit gesunder Brust haben unterschiedliche Brüste. Aber man kann wirklich was machen, wenn es für das Selbstwertgefühl gut ist.


    Einen schönen Herbstsonntag wünsche ich Dir und allen Foris. Genießt das hoffentlich sonnige Herbstwetter. :rolleyes:

    Nach langer Sprachlosigkeit bin ich wieder mal im Forum und freue mich über die Beiträge und ganz besonders über diesen Tread. "Kraft-Orte" sind Auftankorte, Wohlfühlorte, die uns eine Weile ganz alleine gehören. Es ist berührend, wie unterschiedlich und doch ähnlich Ihr diese Orte erlebt und Euch sucht. Auch mit wieviel Eigensorge diese Orte erlebt und mit uns geteilt werden. Mir ist es vollkommen egal,ob ich sentimental oder rührselig genannt werde. Was soll man denn machen, wenn ein kleiner Hund voller Lebensfreude wie ein Springball vor einem herhüpft, die Sonne im Herbstwald bunte Lichter zaubert und ich mich freue, dass ich leben darf. Manchmal zaubert auch ein Lied aus meiner Jugend ein Lächeln hervor. Diese Momente sind meine "Kraft-Orte" und wenn ich über die Hügel meiner fränkischen Heimat schaue, breitet sich ein warmes Gefühl in mir aus. Es ist schwer vorzustellen für alle, die mitten in der Therapie, mitten in der Bewältigung unserer Krankheit stecken, aber glaubt mir, übt das ein wenig, es wirkt. Nehmt Euch meinetwegen eine Tasse Tee, oder auch ein Glas Prosecco und stoßt mir euch selbst auf das Leben an. :thumbup:


    Ein schönes Wochenende und viel "Kraft-Ort-Momente" an alle :hug:

    Nun muss ich mich doch auch noch in die Reihe mit den Gratulanten aufstellen. Alles, alles Gute für den gemeinsamen Lebensweg, liebe Sonja und Ehemann. Lasst die Sonne in Eure Herzen :cake: :cake: :cake: ! Wie ist es wunderbar und ich bin ein klein wenig zu Tränchen gerührt, dass Ihr beide Euch gefunden habt und den Mut habt, Ja zu Euch und zu einer gemeinsamen Zukunft zu sagen. Alles Glück der Welt und es freut mich sehr, dass es solche Augenblicke im Leben gibt. :cake: :cake: :cake: :cake: :cake: