Beiträge von positiv_denken

    Ich bin hier nur stille Mitleserin. Meine Mutter ist letztes Jahr an Lebermetastasen mit unbekannten Ursprungstumor verstorben.

    Nachdem ich täglich bei ihr war und wir sie bis zum Schluss begleitet haben, möchte ich Dir hier gerne antworten.


    Der Sterbeprozess hat im Nachhinein gesehen bereits 3 - 4 Wochen vorher angefangen. Sie hat Nahrung verweigert, konnte sich nicht mehr selbständig drehen und sie kam auch nicht mehr zur Toilette. Sie war ständig müde. Sie hat sich in einer Phase gefragt ob sie sich anders entscheiden hätte sollen. (es stand damals ein Klinikwechsel im Raum) Sie fragte sich ob sie selbst schuld wäre das sie jetzt so hilflos daliegt.

    Dann kam eine Phase des "es ist mir jetzt alles egal". 4 Tage vor ihrem Tod hat sie mir gesagt, dass es wohl nichts mehr wird mit dem Gesund werden. Zu dem Zeitpunkt haben bereits ihre Nieren versagt.


    Dienstag haben wir sie auf Anraten der Ärzte auf die Palliativstation verlegen lassen. Das war die beste Entscheidung die wir treffen konnten.

    Mittwoch wurden wir angerufen das sie im Sterben liegt. Als wir ins KH kamen war sie sehr unruhig, hat immer wieder ihre Hände gegen den Himmel gestreckt. Sie hat an ihrer Decke gezupft und sie hat immer wieder gefragt wann sie endlich abgeholt wird. Sie will nach Hause.

    Irgendwie war allen klar das sie nicht ihr zuhause meint, sondern DAS zuhause.

    Einmal hat sie einen Besen verlangt. Sie wurde richtig sauer als wir gesagt haben, dass wir für sie kehren. Sie wollte selbst kehren.
    Wir durften ihren Hund mitbringen und am Mittwoch hat er sich zu ihr ins Bett gelegt.


    Donnerstag wollte er nicht mehr zu ihr. Tiere spüren das.

    Sie hatte in der Früh richtige Schmerzen wegen dem Wasser überall. Alles tat ihr weh. Die Ärzte haben ihr daraufhin stündlich Morphium gegeben. Sie lag über Stunden entspannt da. Das eine Auge Richtung Himmel (Fenster) das andere Auge in unsere Richtung.

    Was sie noch wahrgenommen hat wissen wir nicht. Die Atmung wurde immer langsamer. Es kam zu langen Atemaussetzern.


    Meine Mutti hat noch das Gewitter abgewartet und dann ist sie gegangen.


    Uns hat ein Heft von der Palliativstation geholfen. Da wurde der Sterbeprozess erklärt. Vieles war einem als Angehörige schlimm vorkommt, ist da als normal beschrieben. Und es hat uns das Gefühl gegeben, dass es für sie nicht einfach ist zu gehen, weil sie einfach ihr Leben zurücklassen muss. Aber das sie es ohne Schmerzen schaffen wird in die nächste Welt überzutreten.