Beiträge von Goldmarie

    Hi Susannah,


    das klingt gut. Es ist nunmal so, dass Krebs nicht bei jedem gleich verläuft. Jeder Mensch ist anders und was bei dem Einen gut wirkt, muß beim anderen noch lange nicht funktionieren. Letztlich muß jeder Betroffene für sich entscheiden, was er will und vor allem auch nicht will. Ich hole mir gerne dazu nie nur eine Meinung ein. Es gibt gute und schlechte Ärzte. Und ich glaube mittlerweile längst nicht mehr alles, was mir so aufgetischt wird. Ich bin da kritischer geworden als noch vor zwei Jahren. Tatsache ist aber auch, dass gerade in der Krebstherapie bei Brustkrebs in den letzten Jahren wirklich große Fortschritte gemacht worden sind, von denen wirklich viele Betroffene auch profitieren.


    Halt die Ohren steif. Viele Grüße und alles Gute


    Jeannette

    Hallo Olivia,


    ich habe seit November 2013 die Diagnose Her2neu positiver hormonabhängiger Brustkrebs mit Metastasen in Leber, Wirbelsäule, Becken und Brustwirbel.


    Als Therapie gab es 6 Zyklen Docetaxel sowie Perjeta und Herceptin, dazu 36 Bestrahlungen auf die Knochen und XGeva (ein Bisphosphonat gegen die Knochenmetastasen). Nach der Chemo im habe ich dann noch Tamoxifen dazubekommen. Ist alles kein Pappenstiel und hat auch ordentlich Nebenwirkungen.


    Ich habe auch immer Naselaufen und die Schleimhäute in der Nase sind immer geschwollen, so daß ich immer das Gefühl habe, erkältet zu sein. Oft bekomme ich keine Luft, weil die Nase so verstopft ist. Dann muß ich Nasenspray zum Abschwellen nehmen, was aber auch den Schleimhäuten auf Dauer schadet. Ich habe außerdem starkes Augentränen und jeden Morgen Durchfall, zum Glück aber nur morgens. Mein Magen spielt auch oft verrückt mit Magengrummeln und wenn ich was esse, wird mir manchmal auch schlecht. Ich kann auch nie viel essen, weil ich dann das Gefühl habe, dass der Magen voll ist. Ist er aber nicht und kurz darauf habe ich wieder Hunger. Ich esse deshalb immer mal zwischendurch kleine Happen
    (Möhren, Kohlrabi, Banane, Apfel, etc.). Manchmal habe ich starkes Herzrasen und kann nicht einschlafen. Außerdem fühle ich mich immer schlapp und müde. Meine Knochen tun mir weh und ich habe an immer unterschiedlichen Stellen Hautausschlag und Juckreiz. Manchmal so stark, dass ich nicht schlafen kann und mich zusammenreißen muß, mir die juckenden Stellen nicht aufzukratzen. Von der Chemotherapie ist auch noch Polyneuropathie in den Fingern übriggeblieben, vielleicht kommt das aber auch von den Antikörpern. Wer weiß...


    Fazit: alles nicht so klasse. Dennoch, die Therapie wirkt seit 25 Monaten und meine Onkologin ist hochzufrieden. Durch die Therapie sind die Tumore in der Brust
    verschwunden und es ist kein weiterer Progress bei Leber- und Knochenmetas aufgetreten. Tumormarker nie höher als 18. Dennoch, ob ich das mein Leben lang verkrafte, glaube ich nicht. Ich muß einfach für mich entscheiden, wie lange ich das Spiel spielen kann. Leider kann mir ja auch kein Arzt sagen, ob nicht irgendwann alle Krebszellen vernichtet sind, wenn man eine Therapie über Jahre so fortsetzt.


    Hast Du oder jemand anderes von Euch in diesem Forum Infos? Und gibt es vielleicht jemanden, der ähnliche Erfahrungen mit Herceptin, Perjeta, Tamoxifen und XGeva hat? Und vielleicht auch ein paar Tipps, wie man die ein oder andere Nebenwirkung bekämpfen kann?


    Viele Grüße
    Jeannette

    Hallo Susannah,


    ich habe im November 2013 die Diagnose Her2neu positiven hormonabhängigen Brustkrebs mit Metastasen in Leber, Wirbelsäule, Becken und Brustwirbel bekommen. Zwei Primärtumore (1,7 cm und 0,8 cm) waren in der linken Brust.
    Ich habe dann eine Chemotherapie mit 6 Zyklen alle 3 Wochen Docetaxel gemacht. Gleichzeitig habe ich Perjeta und Herceptin von Anfang an auch alle 3 Wochen bekommen. Parallel dazu gab es noch 36 Bestrahlungen auf die Knochen. Und außerdem gab es alle 4 Wochen XGeva (ein Bisphosphonat gegen die Knochenmetastasen). Nach Ende der Chemotherapie im März 2014 habe ich dann noch Tamoxifen als tägliche Tablette dazubekommen. Seit 25 Monaten nehme ich also jetzt Herceptin, Perjeta, Tamoxifen und XGeva. Ist alles kein Pappenstiel und hat auch ordentlich Nebenwirkungen. Aussage der Onkologin war, dass ich das Zeug bis zum Lebensende nehmen soll oder solange, bis es nicht mehr wirkt. Operiert worden bin ich nicht. Durch die Therapie sind die Tumore in der Brust verschwunden. Meine Onkologin sagte, dass es für mich keinen zusätzlichen Nutzen bringen würde, die Brust zu operieren, da die Tumore schon gestreut hätten und die Krebszellen schon in meinem Körper im Blut und in den Lymphen unterwegs seien. Außerdem seien die Tumore ja auch beide weder in der Mammographie noch in der Sonografie mehr nachweisbar. Sie hat mir aber freigestellt, ob ich mich operieren lassen wollte. Ich habe das bisher aber nicht gemacht. Ich wollte mir das einfach ersparen. Ich habe einfach schon zuviel mitgemacht. Mit der Therapie bin ich bisher gut gefahren, habe immer Tumormarker um die 16. Ich werde eine Brust-OP nur dann machen, wenn in der Brust wieder was auftaucht. Ich kann aber gut verstehen, dass Du Dir Gedanken machst, warum bei Dir nicht operiert wurde. Ich bin mir, als ich die Diagnose bekommen habe, auch in vielen Fragen unsicher gewesen und wollte nicht nur auf eine ärztliche Meinung vertrauen. Ich habe mir dann eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt eingeholt. Das steht jedem Krankenversicherten zu und wird auch von den Krankenkassen bezahlt. Vielleicht wäre das noch eine Möglichkeit, Dich nochmal abzusichern. Wo bist Du denn derzeit in Behandlung?


    Viele Grüße
    Jeannette