Beiträge von Eva_henry

    Hallo Xena


    Danke für Deine Antwort! Im Allgemeinen sehe ich das auch so, ich will mir keinen Stress machen und meine Reißleine auch erst irgendwo Anfang 30 verorten. Manchmal überwiegt für mich aber einfach die Angst. Nicht zuletzt, wenn ich hier im Forum Schauder-Krebsgeschichten lese. Das Thema ist einfach momentan omnipräsent, ich arbeite viele alte Wunden, die beim Tod meiner Mama entstanden sind, auf. Zudem hat meine Tante (die Schwester meiner Mama, von der alle glaubten, an Ihr wäre das Zepter vorbeigegangen) letzte Woche ihre erste Chemo anfangen müssen. Da denkt man schon manchmal, es wäre so einfach, weg mit den Möpis und dann ist der Alptraum für einen selbst (erstmal) vorbei.


    Mein Frauenarzt, wirklich ein echt lieber, sagte aber eher salopp zu mir: "Schau, Schätzchen, das Beste ist, Du hast jetzt noch 10 Jahre, so bis 30. Bekommst du mal 3 Kinder und stillst alle, das ist die Beste Vorsorge." (wirklich schwer nachzumachen, er ist Araber und hat selbst 2 Frauen :D:D) Da hat man dann schon wieder einen kleinen zeitlichen Druck:/.

    Ansonsten möchte er, dass ich schon viel früher anfange, mich auf eigene Kosten regelmäßig mit Ultraschall untersuchen zu lassen. Auch mit dem MRT, wenn ich mich unsicher fühle.

    Mein errechnetes Risiko fängt auch erst mit 30, in der Statistik wirklich an, "hoch" zu werden. Allerdings sind das "bloß" Zahlen, die mit meiner Lebensrealität ja recht wenig zu tun haben. Bei meiner Mama wäre es dort schon zu spät gewesen. Diese engmaschige Überwachung vom Brustkrebszentrum soll bei mir also mit 25 anfangen, in meiner Familie sind die Frauen aber immer um einiges früher, als die in der vorangegangenen Generation, erkrankt, weshalb ich mich auf diese 5-Jahres-Regel nicht wirklich verlassen will. :rolleyes:

    Damit ist das alles gar nicht mehr so weit weg, und ich wünschte man könnte sein Leben wasserdicht und unveränderlich planen.:/^^

    Wenn ich mir vorstelle, mein Freund und ich würden uns, warum auch immer, einmal trennen. Müsste ich darauf auf jedes erste Date sprichwörtlich die Hochzeitstorte mitbringen, schließlich sollte sich dann möglichst schnell jemand entscheiden mich zu heiraten und Vater zu werden.:D;( Man kann das wohl alles sehr gut mit Humor nehmen, aber seit dem Testergebnis fühlt es sich an, wie ein Leben im Zeitraffer.

    Hallo Xena,


    Danke für Deine Antwort! Das bedeutet mir viel. Momentan versuche ich immer wieder abzuwägen. Auf der einen Seite liegt der Wunsch zu stillen und all das Positive daran, auf der anderen das hohe und bedrohliche Risiko. Und ich frage mich immer wieder, und ich versuche mich damit wirklich nicht zu stressen, aber wie lange überwiegt "stillen wollen" noch? Und wann ist das Risiko zu hoch?

    Hast Du schon vor Deinem ersten Kind von Deinem hohen Risiko gewusst? Und was würdest Du sagen, wie wichtig war es Dir wenigstens beim ersten Kind stillen zu können. Glücklicherweise bist Du ja nicht vorher oder währenddessen erkrankt, aber hättest Du die Mastektomie auch vor Deinem ersten Kind machen lassen?

    Und das jetzt nur aus Interesse aber wann, denkst Du, hättest Du die Reißleine "Mastektomie" gezogen, wenn Du viel später, also Anfang, Mitte 30 "erst" schwanger geworden wärst, wie es momentan gesellschaftlich angesehen ist? Also Kinder nach Karriere oder so.


    Vielen Dank für Deine Antworten!


    Grüße

    Eva

    Hallo Ihr Lieben!


    Vielen Dank für diesen Thread! Besonders die ersten Konversationen, haben mich unheimlich berührt und mir Mut gemacht. Auch ich bin BRCA1 positiv getestet und noch 20 Jahre alt. Allerdings scheint plötzlich alles ziemlich aufzudrängen. Meine Mutter bekam mich mit 30 und mit mir zum ersten mal BK, nach mehrfachen Erkrankungen und Metastasen starb sie nach 5 Jahren Kampf. Sie selbst hat auch Ihre eigene Mutter durch die Chemo begleitet und gepflegt bis zum Ende.

    Jetzt habe ich Zeitstress. Eine tickende Biologische Uhr mit 20. Nach dieser goldenen 5 Jahres Regel habe ich gerade noch etwas über 4 Jahre. Kinder zu bekommen ist mir unheimlich wichtig, manchmal fühlt es sich so an als wäre ich genau dazu auf der Erde, mein Partner würde diesen Weg sofort mit mir gehen, das freut und beruhigt mich oft. Dennoch bin ich gerade erst aus dem Hotel Papa ausgezogen, studiere und bin irgendwie selbst noch ein Kind. Wie soll ich jetzt meine Kinder planen? Mich fragen ob mein Freund einmal ein Ehemann für mich sein wird? Wann fängt man mit den ganzen Operationen an? Darf man sich dann trauen und warten um wenigstens einmal stillen zu dürfen?


    Im Besten Fall habe ich mit 30-35 keine eigenen Brüste und keine Eierstöcke mehr, dafür aber 3 Kinder und bleibe als Frau nach einer sehr verfrühten Menopause gesund.

    Wenn es schlecht läuft erkranke ich vorher und, davor habe ich besonders Angst, werde den Krebs wie meine Mama, Oma und Uroma nicht mehr los.

    Am allerschlimmsten wäre aber ich bekomme meine Kinder, erkranke kurz darauf und darf dann meinen Jungen Ehemann und Vater dieser Kinder darauf vorbereiten Witwer und alleinerziehend zu werden.... und wie kann ich das Kindern antun??

    Immerhin war ich ja selbst mal so ein Kind.

    Kennt Ihr diese Panik, vor der eigenen Lebensplanung mit Risiko?


    Würde mich freuen Eure Erfahrung dazu zu hören.