Beiträge von Amalie

    Es steht dir ein AHB zu. Die zweite Reha nur bei "Bedarf". Das werden sie dir sagen im AHB, wie das geht. Da geben sie einem viele Tipps hierzu. Unter anderem haben sie gesagt, dass die beste Erfolgsaussichten hat man, wenn man den Antrag noch im ersten Jahr macht. Oft wird abgelehnt und da muss man dann Widerspruch machen. Ob man ein zweite Reha bekommt haengt viel davon ab, welche Beschwerde man hat und auch wie der Antrag ausgefuellt ist. Es gibt hier im Forums Tipps dazu.

    Schaiti - mir fällt eine Idee ein. Die SBV (Schwerbehinderten) kann mit deinem Chef verhandeln. Er kann mit deiner langen Anfahrtszeit argumentieren. Es ist dann eine Verhandlungssache.
    Wenn ich den Fall bei mir im Betrieb hätte würde ich so verhandeln: Lange Anfahrtszeit, dass es auch ein positives Signal ist zu anderen SBs dass man entgegenkommt, Eventuell die Möglichkeit von einem Tag zu Hause die Arbeit zu erledigen. Ich würde 2 oder 3 Vorschläge ausarbeiten und würde es versuchen zu verhandeln. das Würde ich auch als Aufgabe der SBV sehen.


    Das hat Angie oben auch gesagt, dass der AG versuchen soll entgegen zu kommen.


    Die Rechtlage sieht anders aus (15 Stunden) aber mit guten Argumenten kommt man weit.

    Distudis - wenn die Wiedereingliederung scheitert faengt man neu an. Der neue Plan kann anders aussehen. DRV hat ihren Regel so festgelegt. Dh wenn konkret: mehr als sieben Tage krank, in Verbindung setzen mit dem Traeger. Dann macht man es richtig.


    Job bleibt erhalten. Es geht hier um Formalitäten.

    Hallo Schaiti,


    Das ist kein ungeschrieben Regel, dass mindestens 15 Stunden gearbeitet werden müssen. Das ist auch im Schwerbehindertenrecht zu finden (SGB IX §102).
    Dh er kann verlangen, dass du 15 Stunden machst.


    Wenn deine Schwerbehinderung der Grund ist, warum du nur teilzeit arbeiten kannst, muss der Arbeitgeber dir entgegenkommen (und das gilt dann für die ganze 5 J Zeit und solange die Behinderung der Grund dafür ist.) Und das hat er ja auch.
    Vor Ablauf der fünf Jahre und mindestens 6 Monate davor kannst du einen neuen Antrag auf Schwerbehinderung stellen (das heißt auch "Verschlimmerungsantrag"). Da sollte Gründe angeben werden, warum du weiterhin scchwerbehindert bist. Das kann so Sachen sein wie Armschwellung vom Lymphknotenentfernung, Fatigue von der Behandlung, und und und. Und dann auch neue Krankheiten, die nicht mit dem Krebs zu tun hat z.B. Diabetes, Migraine, etc.


    Ich habe gelernt, dass man automatisch auf 30 GdB nach fünf Jahren "runtergestuft" wird. Aber mit 30 gdB gilt man als "Gleichgestellt". Das heisst man hat die gleiche Nachteilsausgleiche wie ein Schwerbehinderten Mensch: Kündigungsschütz, Anpassungsbedürfnisse (darunter könnte Teilzeit gehören), Wahlrecht auf der Wahlversammlung von Schwerbehinderten. Nur dann halt nicht meh die fünf Tage Zusatzurlaub. Aber dennoch (und das wissen viele nicht) einen Steuerfreibetrag von ca 300 Euro.


    Die Schwerbehindertenvertretung ist verpflichtet dir zu helfen. Das steht in seine Aufgabenbbeschreibung SGB IX §95 als alleroberste Priorität von seinen Aufgaben. Nicht nur muss er helfend und beratend zur Seite stehen, er hilft auch beim ausfüllen vom Antrag (steht im § auch). Er hat ein Amtspflicht und wurde dafür von den Schwerbehinderten Menschen gewählt. Wenn er nicht in die Gänge kommt, denk daran bei der nächsten Wahl. Ausserdem ist er dafür freigestellt und er muss seine normale Arbeit liegen lassen um muss sich erst um sich dein Anliegen zu kümmern. Ist alles im Schwerbehindertenrecht abgedeckt. Letztens hat er auch Anspruch auf rechtliche Beratung sollte es notwendig sein und er hat den Draht zum Integrationsamt. Er alleine entscheidet über seine Zeit für die Schwerbehinderten Menschen und kann von sich auch tätig werden und ist weisungsfrei. Wie ich sagte, es ist ein schönes Amt.

    Angie - wenn man sieben Tage krank ist während der Wiedereingliederung (und wenn die Wiedereingliederung von DRV bezahlt ist) gilt es als gescheitert. Ist leider so. Ob das fair ist oder nicht, kann man sich fragen. Das ist halt die Rechtlage.

    Hallo Angelina,


    ich habe deine 2. Post gelesen und verstehe was du willst. Du hast die Rechtlage richtig verstanden. Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) §81 sagt, dass wenn man krankheitsbedingt (mit der Schwerbehinderung zu tun) nur teilzeit arbeiten kann, hat man dann ein Recht darauf, oder besser gesagt, der Arbeitgeber muss es fördern.


    Ich würde in deiner Stelle die SBV machen. Es ist ein sehr tolles Amt! Man lernt viel und die Schulungen sind auch interessant.
    Ausserdem würde ich jährlich dem Betriebsarzt reden. Er kann dir auch unterstützen.


    Sollte der SB wegfallen, dann lese ich die Rechtlage so, dass der Arbeitgeber fordern kann, dass du wieder vollzeit arbeitest.
    Da ich deine Situation aber kenne, sehe ich gute Gründe dazu, dass deine SB auf mindestens 50 verlängern werden könnte. Da kann ich dir gerne per PN helfen, wie man den Antrag überzeugend und mit allen Argumenten aufüllt.

    Liebe Angelina


    ich hoffe, dass ich deine Frage verstanden habe: Nachdem deine Schwerbehindertenstatus abgelaufen ist, kann der Arbeitgeber verlangen, dass du deine Stundenzahl erhöhst?


    Es läuft in der Regel so: Nach fünf Jahren Heilungsbewährung wirst du automatisch auf 30 Gdb runtergestuft. Dies passiert 6 Monate vor Ablauf. Mit 30 GdB hast du auch SB-Status im Unternehmen und hast dann die gleiche Rechte.


    Es wurde empfohlen (ich war auf einer Schulung), dass man mindestens 6 Monaten vor Schwerbehinderungsstatus abläuft (Datum auf dem Ausweis), eine "Verschlimmerungsantrag" stellt. Dieser Antrag hat damit zu tun, dass viele immer noch mit viele Nebenwirkungen zu tun hat, die oft ein GdB von 50 rechtfertigt.


    Es gab hier auf diesem Forum einen Hinweis auf einen vorgefertigtem Brief: http://www.mamazone.de/erste-hilfe-briefe/
    der helfen sollte, zu erklären, warum Brustkrebs oft eine Behinderung, die mehr als 5 Jahre dauert, ist


    Ich weiß nicht, ob ich deine Frage dann überhaupt beantworte :-)

    Hat dein Unternehmen eine Schwerbehindertenvertretung? Er/sie kann dich beraten.


    Wenn du mehr als sieben Tage krank während der Wiedereingliederung bist, gilt die Wiedereingliederung als gescheitert. Das hat aber kein Einfluss auf deine Rechte als SB als Kaktus auch schrieb.

    Ich habe vor drei Wochen eine 2. Reha beantragt. Mein Hausarzt sagte, dass die Chancen sehr gering wären.
    Aber ich habe was gelernt von meiner Schulung als Schwerbehindertenvertretung, dass es Menschen sind, die solche Anträge behandelt und dass man deshalb Beiblätter benutzen soll.
    Ich habe dann ein Beiblatt zu allen geeigneten Punkten geschrieben: Wie beinflusst mich das, was macht die Krankheit mit mir, wie fühle ich mich beruflich, warum bin ich beruflich eingeschränkt - solche Fragen hatte ich ausführlich beantwortet.
    Ich hatte dann alles sehr organisiert präsentiert gesamt alle Befunde in der richtigen Reihenfolge und mit einem Hinweis was das war. Jeder Befund war mit meiner Verischerungsnummer markiert (alle Seiten). Ich hatte nicht nur onkologische Befunde dabei, sondern auch andere Krankheiten sowie Herz.


    Ich hatte dazu auch ein Anschreiben gemacht (warum brauche ich die Reha) und ich hatte eine Empfehlung von meinem eigenen Hausarzt für ihn verfasst. Er hatte dann Teile übernommen aber natürlich war es mein Schreiben mit den Punkten, die für mich wichtig waren. Zudem hatte mein Hausarzt eine lange Amamnese für mich gedruckt mit allen bisherigen Krankheiten.


    Es hat geklappt ohne Ablehnung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es an diese gründliche Vorbereitung liegt. Ich glaube ich habe über acht Stunden dafür gebraucht.


    An meiner Schulung für die Schwerbehindertenvertretung haben sie uns beigebracht wie man einen Antrag auf Schwerbehinderung stellt. Das nicht so einfach wie man denkt. Das hat mir geholfen, zu wissen, was man alles abdecken muss.

    Betsy, wenn dein Unternehmen keine Schwerbehindertenvertretung hat, dann ueberleg dir ob du nicht selbst kandidieren willst. Dann kannst du dich auch selber einigermassen schuetzen, wenn du gewaehlt wirst. So habe ich es gemacht und voila das Unternehmen behandelt mich ploetzlich viel besser.

    Hallo Betsy,


    Wenn du deinem Arbeitgeber mitgeteilt hast, dass du schwerbehindert bist, muss er deine Wiedereingliederung zustimmen. Das ist Gesetz.


    Jeder Arbeitgeber in Deutschland ist verfplichtet eine betriebsliche Eingliederungsmanagement (auch als BEM bekannt) durchzuführen. Der Ziel ist Arbeitsunfähigkeit (AU) zu überwinden und vorbeugen. Es gibt im Unternehmen ein beauftragter dafür. Andere beteiligten könnte der Betriebsarzt oder die Schwerbehindertenvertretung sein. Das Unternehmen wendet sich an die Mitarbeiter, die mehr als sechs Wochen krank waren und fragt da, wie/ob man der Person helfen kann und besonders ob der Grund für die AU an der Arbeit liegt. Das Gespräch ist ein Angebot und ist keine Pflicht. Ich vermute, dass das du deshalb die Einladung bekommen hast.


    Der Betriebsarzt hat Schweigepflicht. Es könnte sich lohnen dich mit ihm ein Gespräch durchzuführen. Ich selbst habe gute Erfahrungen damit gemacht. Ich hatte und habe immer noch nicht meinen Kollegen und Arbeitgeber über die Diagnose informiert. Dem Betriebsarzt habe ich es aber erzählt, da ich eine Anpassung zum Arbeitsplatz wollte. In meinem Fall wollte ich auf Grund der viele Arzttermine und therapeutische Massnahmen einen Tag von zu Hause arbeiten und dies hat der Betriebsarzt zugestimmt. Als Schwerbehinderte kannst du eine Anpassung zum Arbeitsplatz beantragen/fordern. Dies könnte auch ergonomische Massnahmen sein.


    Du kannst das BEM-Gespräch ablehnen. Du brauchst also nicht mit dem Betriebsarzt dieses Gespräch durchzuführen. Auch bist du nicht verpflichtet mit anderen darüber zu sprechen. Hat das Unternehmen eine Schwerbehindertenvertretung? Ein Unternehmen mit mindestens fünf Schwerbehinderten Menschen kann eine Schwerbehindertenvertretung wählen.


    Du musst dem Arbeitgeber nicht über die Schwerbehinderung informieren. Tust du es nicht, hast du auch keine Rechte auf die Nachteilausgleich wie die fünf Tage Zusatzurlaub. Kündigungsschutz besteht aber.


    Viele Grüße

    Liebe Gartenfee,


    Ja das würde ich machen. Auf jeden Fall.
    Schreibe alle Beschwerde im Antrag auf. Nicht nur die Diagnose (z.B. Metastasen) sondern auch die Beschwerden z.B.:


    Gelenkschmerzen, dauernde Hitzewallungen durch Tamoxifen
    Anpassungstörungen weil Umfeld die Erkrankung nicht versteht
    Angst wg xyz/Psychische xyz


    Schick auch die Befunde gleich mit. Auch ein Beiblatt mit den Beschwerden ausführlich beschrieben.


    Viele Grüße


    Amalia

    Hallo Rose,


    Es ist keine rechtliche Pflicht dem Arbeitgeber zu informieren. Es gibt viele Gründe, warum einige es nicht tun. Dann haben sie halt die Nachteilausgleiche nicht, sondern nur den Steurfreibetrag.


    Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Man kann auch eine zeitlang warten und dann zu einem späteren Zeitpunkt es sagen.
    Wie gesagt, sollte es zu einer Kündigung kommen, gilt der Kündigungschutz immer noch, halt muss man binnen drei Wochen dem Arbeitgeber informieren, dass man schwerbehindert ist. In dem Moment ist die Kündigung unwirksam bis das Integrationsamt die Zustimmung erteilt hat.


    @ Esma - Du verlierst nicht den Kündigungschutz, wenn also der Arbeitgeber dich kündigen würde, und du rechtzeitig ihm dies mitteilst.
    Ich zitiere SGB IX §85 Feldes 12. Auflage Rand 9:


    "Fallkonstellationen: Die Schwerbehinderung ist festgestellt, der Arbeitgeber weiß nicht davon: Es besteht Kündigungsschutz, wenn der Arbeitnehmer das binnen drei Wochen nach Zugang der Kündigung dem Arbeitgeber mitteilt"


    Wir brauchen nicht mehr im Internet zu suchen. Es gilt was im Gesetz Steht :-)


    Viele Grüße


    Amalie

    Hi Lofty
    Das ist sehr gut!
    Wenn dann dein Arbeitgeber dein Zusatzurlaub für 2015 ausrechnest, prüf ob er es richtig macht. Wenn er dir zu wenig gibt, sag was und wenn zu viel kannst du dich freuen.


    Liebe Grüße


    Amalia

    Ich glaube auch dass du den richtigen Rat bekommen hast. Wenn man ein AHB antritt, muss man krankgeschrieben sein. Es gilt ja als Anschluss zu deiner Erkrankung. Ist das der Fall bei dir?
    Ich kenne Leute, die den AHB-Antrag stellten, die aber dann eine Verschlimmerung erlebten und dann musste die AHB verschoben werden. Wenn du also dann krank länger wärest, wäre es dann möglich.


    Wer ist der Kostenträger? Es kann sein, dass andere Regel gilt, wenn du privatversichert bist.

    Hallo Lofty,


    Schön, dass du dieses Forum gefunden hast.


    Ich bin Schwerbehindertenvertretung an meinem Arbeitsplatz (und auch betroffen) und wollte dich auf den Antrag auf Schwerbehinderungsausweiss hinweisen.
    Hast du es schon beantragt? Wenn ich helfen kann, sag Bescheid. Das gehört zu meinen Aufgaben in diesem Amt :-)


    Toll, dass du schon so schon einige von den Behandlungen gut überstanden hast.


    Liebe Grüße


    Amalie