Beiträge von Mannix

    Hallo in die Runde,


    „Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.“


    Als ich das vor ein paar Minuten in der "Perspektive" las - das war Inhalt der Rede von Karin Meißler bei der Bundestagung der FSH in 2016 - fühlte ich mich an meine "Anfänge" nach meiner Krebserkrankung erinnert. Im Febr. 1998 bekam ich die 1. Krebsdiagnose. Es sollten bis März 1999 noch zwei Metastasen-Diagnosen erfolgen.
    Was "dazwischen" lag - mehrere Operationen, Chemo- und Immuntherapien, viele Kontrolluntersuchungen, viel Angst, viele Sorgen...und doch habe ich etwas gemacht, was mir möglich war - "kleine Schritte" und das im wahrsten Sinne des Wortes.
    5-Min. "Spaziergänge" waren es, die ich dann machte, wenn ich mich danach fühlte. Nach vielen Wochen konnte ich 10 Min "spazieren" ...dann irgendwann 15 Min, 20, 30 min. Es vergingen Monate, bis mein Hund mich begleitete....da "musste" ich raus.
    Es war aber nicht das Spazierengehen allein - mit den kleinen Schritten. In allen Bereichen des Lebens waren kleine Schritte möglich...und viel Unterstützung von außen...durch Ärzte, Therapeuten, Psychotherapeuten, und so weiter und so fort.


    Klitzekleine Schritte mit klitzekleinen Fortschritten...und das zog sich über Wochen, Monate, Jahre...


    „Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.“


    ...bis ich erfuhr, dass keine Therapien mehr möglich seien, und es auf ein "abwarten", hinauslief, was "mit Ihnen passiert"! Was ist passiert?


    „Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.“


    Viele kleine Schritte - sprichwörtlich, wie im übertragenen Sinne haben dazu beigetragen, den Krebs als meinen Krebs zu bezeichnen, auch
    wenn in all den Jahren - Im Febr. 2017 waren es 19 Jahre nach der Erstdiagnose - nur ein kleiner "Ausrutscher" im Aug. 2001 mit einer weiteren OP geschah und von da an alle Untersuchungen "o. B." - ohne Befunde - waren.


    Ein harter Weg war es bisher....und er hat sich gelohnt. Eine miserable Prognose gehabt zu haben, hat die "kleinen Schritte" dennoch nicht
    weniger werden lassen - im Gegenteil. Weiter im Nachsorge-Rhythmus zu sein - bei DER Diagnose quasi ein Muss - gibt mir eine relative Sicherheit. lässt das Risiko kalkulierbarer sein, nimmt die Ängste und Sorgen.


    Krise als Chance?! Anfangs wusste ich nichts von einer "Chance"! Das war auch gut so!


    „Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.“


    Das halte ich bei, ohne dass mir der Satz jemals zu Augen oder zu Ohren gekommen wäre....etwas "gemacht" zu haben, ohne dass ich mir zuvor Gedanken darüber gemacht hätte. Glück gehabt? Ja. Zuversicht gehabt? Eher nicht. "Abgewartet?" Ja. "Gemacht"? Ja.


    Zu machen, ohne "viel überlegen"...nur mit dem einen Gedanken verbunden: "Ich will leben!" Ja...dafür muss etwas getan werden.


    "Leben ist eine Holschuld - Gesundheit auch!"


    Grüße aus NRW...und Frohe Ostern ;)


    Mannix ;)

    Hallo Foris,


    ich habe verstanden!


    In Anbetracht der Rückmeldungen auf diverse Beiträge von mir kann ich sagen, dass die Resonanz durchaus gemischt war - sowohl öffentlich im Forum, als auch per privater Mail. Privat haben mich eine ganze Reihe zustimmender Antworten erreicht.


    Was ich noch anmerken möchte - Hinweise können bei dieser Thematik nur als allgemeine Hinweise angesehen werden. Ein Verallgemeinern von Hinweisen macht daher keinen Sinn.
    Die Individualität jedes Einzelnen lässt einen spezifischen Hinweis nur sehr schwer zu. Daher habe ich bewusst auf persönliche Hinweise verzichtet.
    Dass es zu Irritationen gekommen ist - das war im Forum zu lesen und ich bin durch die Forums-Leitung informiert worden - lag ganz sicher an meiner Ausdrucksweise, für die ich mich entschuldige. In der Sachse stehe ich weiter dazu, was ich geschrieben habe.
    Auch habe ich User persönlich angeschrieben, um Sachverhalte evtl. verständlicher zu machen. Auch da ist es vorgekommen, dass ich gerade deshalb Zustimmung bekommen habe.


    Wie so oft in diesem Forum erwähnt, muss JEDE/R den eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung finden. Dabei gibt es kein "falsch" oder "richtig", sondern nur "das mache ich", bzw. " das lasse ich"!


    Auf unbestimmte Zeit ziehe ich mich aus dem Forum zurück! Ja, das ist meine freie Entscheidung. Nein, das hat nichts mit der Resonanz auf meine Beiträge zu tun. Nein, das hat auch nichts mit der Schelte auf meine Beiträge zu tun.


    Euch allen wünsche ich eine FROHE und GESEGNETE Weihnacht und ein GUTES Neues Jahr 2016. Möge Euch das Neue Jahr das bringen, was ihr Euch wünscht .... vor allem Genesung und baldige Gesundheit!


    Gruß aus NRW


    Mannix

    Hallo Foris,


    wie unterschiedlich Reaktionen sein können, beweist folgende Aussage: Werde mal wieder normal!


    In einer Phase, in der es einem schlecht geht, kommt der Satz gar nicht gut an!
    In einer Phase, in der es einem etwas besser geht, wird der Satz gelassener aufgenommen.
    In einer Phase, in der einem scheinbar alles nichts mehr ausmacht, geht einem der Satz "vorbei"!


    Ich habe es erlebt, wie eine Bekannte auf diesen Satz - von Freundinnen an sie gerichtet - reagiert hat. Die Bekannte hat die Freundschaft "gekündigt", weil sie sich sehr gekränkt fühlte. Ich fand diese Reaktion überzogen.


    Mir ist das auch schon gesagt worden. Das kam auch bei mir nicht gut an. Meine Reaktion war eine gedankliche: wenn Du wüsstest, was ich jetzt als normal empfinde.


    Was es alles an "dummen Sprüchen" gibt, ist schier unglaublich. Der Thread gibt einen kleinen Überblick darüber. Jeder reagiert anders darauf.


    Wenn es darum geht, dass andere User etwas schreiben, womit ich Probleme habe, nehme ich das Geschriebene nicht persönlich. Wenn es etwas gibt, was ich für mich nutzen könnte, versuche ich es in mein Leben zu integrieren. Wenn es nichts für mich ist, war es den Hinweis dennoch wert. Ich bin froh über jeden Hinweis, ob ich damit etwas anfangen kann oder nicht. Das betrifft auch den Umgang mit Situationen, die Menschen in meinem Umfeld betreffen. Entweder ist das etwas, was ich bezogen auf mein Umfeld gebrauchen kann...oder eben nicht.


    Die letzten Beiträge dieses Threads habe ich sehr aufmerksam gelesen. Sie berühren mich, obwohl ich schon sehr lange mit diesen Themen vertraut bin. Weil das so ist, gehe ich anders damit um.
    Ich war in der gleichen Situation wie ihr alle. Ich kann daher alles nachvollziehen, was ihr an Bedenken habt, wenn es etwas zu lesen gibt, was ganz und gar nicht "Eures" ist. Sich gerade dieser Dinge persönlich anzunehmen, sie auf sich selbst beziehen, ist sehr schnell passiert. Daher können auch diese schwierigen Dinge nur als Meinung anderer gelten. Es ist kaum etwas 1 : 1 übertragbar.


    Manchmal kommt eine Formulierung "nicht gut an". Das kennen wir alle aus dem ganz normalen Alltag. Eine derartige Formulierung ist sicherlich nicht in dem "Ton" gemeint, wie sie im Wortlaut oder im Kontext rüberkommt. Dass ich den Wortlaut "Geheimniskrämerei" verwendet habe - auch das gibt es tatsächlich, weil aus Erkrankungen schon mal ein Geheimnis gemacht wird...auch Familienangehörigen gegenüber. Solche Negativschlagzeilen habe ich stets genutzt, um festzustellen, was für mich auch KEINEN Fall in Betracht kommen würde...nämlich Geheimnisse aus meiner Situation zu machen.


    MEINE Art und Weise im Umgang mit der Krebserkrankung kann ganz sicher NICHT 1 : 1 übernommen werden. Meine Schilderungen können/sollten nur Anregungen sein, sich über das eine oder andere Gedanken zu machen...oder auch nicht. Glaubt mir - ich habe sehr viel ausprobiert, weil ich nicht mehr weiter wusste. Ich habe gehadert, habe gezweifelt, bin fast verzweifelt von dem, was ich gelesen und gehört habe. Die besten und praktikabelsten Tipps bekam ich von ebenfalls Betroffenen. Es war etwas dabei, was ich für grundfalsch hielt...es war allerdings einiges dabei, dem ich voll zustimmen konnte. Was mir nicht gefiel, habe ich für behalten, kein Wort mehr darüber verloren. Was ich übernehmen konnte, war mir jedes Mal ein "danke schön" wert. Heute noch nehme ich Tipps sehr gern entgegen...


    Ja, ich habe durch die Selbsthilfegruppe der "FSH nach Krebs" sehr viel gelernt Die Gruppenstunden waren stets informativ. Auch da hatte ich Glück, auf eine Gruppenleiterin zu treffen, die sehr deutliche Worte fand, obwohl das nicht immer einfach war, damit umzugehen. Ihre "klare Kante" war mein Glück, aber nicht deswegen, weil ich ein Mann bin. Die GL wusste, was sie machte und hat das auch Frauen gegenüber sehr erfolgreich gemacht.


    Wir sitzen in einem Boot und die Art des Ruderns geht in EINE Richtung - nach vorn, auch wenn mal ein "Wellengang" aufkommt.


    Gruß aus NRW


    Mannix

    Hallo Foris,
    das Spiel mit Worten kann Unglaubliches bewirken. In Form von Durchhaltebonbons und/oder Kopfhochpulver kann das unglaublich hilfreich sein.
    Auch wenn das Glas Wasser dem Empfinden nach nicht immer halbvoll ist, so ist es halbvoll, wenn man das halbvolle Glas Wasser als Durchhaltebonbon und/oder Kopfhochpulver sieht.
    Wer z. B. bei der Einnahme/Verabreichung von Medikamenten, oder auch beim Lesen des Beipackzettels nur die Nebenwirkungen in de Vordergrund stellt, bekommt eher "Manschetten", als wenn die Wirkung im Vordergrund steht, die bekanntlich gewünscht wird.
    Deutlicher wird es, wenn ein Placebo gegeben würde, ohne zu wissen, dass es Placebo ist. Die Hoffnung wird in die "Tablette" gesetzt, dass sie hilft. Vielfach hilft es wirklich, ohne überhaupt die Substanz zu sich genommen zu haben.


    Der Kopf versetzt ab und an Berge, .....


    Gruß aus NRW


    Mannix

    Hallo Nicky,


    was Du von Deinen Eltern berichtest, kann ich auch von meinen berichten. Beide waren sehr fürsorglich. Beide haben "einen Faden" mitgemacht, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Sie haben mich unterstützt, wo sie nur konnten. Sie haben meine schlimmsten Phasen über Monate hinweg erlebt, sind auch durch die Hölle gegangen.


    Meine ältere Schwester ist etwa ein halbes Jahr vor mir erkrankt (nicht an Krebs). Dann erkrankte ich an Krebs, bekam 2 Metastasierungen diagnostiziert, bin mehrfach operiert, 2-fach chemotherapiert worden, habe 2 verschiedene Immuntherapien bekommen. Als das abgeschlossen war, erkrankte mein jüngere Bruder - bekam im Alter von 38 Jahren 3 Bypässe.


    Für unsere Eltern brach jedes Mal eine Welt zusammen. Sie haben das ohne ein Wort zu sagen erduldet. ertragen, ausgehalten. Mein Vater hat dann zu meiner Mutter gesagt, dass er liebend gern die Erkrankungen seiner Tochter und seiner Söhne auf sich nehmen würde - er war selbst schwer krank - damit seine 3 "Kinder" gesund sein könnten. Meine Mutter hat mir das erst nach dem Tod (nach dem 2. Schlaganfall) von Papa (Nov. 2000) berichtet. Bei uns blieb kaum Zeit, sich von einer schwierigen Nachricht zu erholen. Alle haben das gemeinsam getragen, sie es die jeweiligen Umstände zuließen.


    Meine Mama habe ich später gefragt, wie sie das alles durchstehen konnte. Sie blieb all die Jahre ruhig und gelassen, hat "gemacht", weil es erforderlich war, hat weder geklagt, noch gejammert. Wie es innerlich wirklich bei ihr aussah, darüber hat sie bis heute nicht reden können. Heute ist sie froh - mit 87 Jahren - dass ihre 3 "Kinder" ihren Weg wiedergefunden haben, auch wenn es völlig andere Wege geworden sind. Heute spricht sie über sich...aber nicht darüber, wie es damals um sie bestellt war.


    Dass sie damals Angst um ihren Mann (meinen Papa) hatte, Angst um die 3 "Kinder" hatte, dass unser Papa Angst um seine Frau und seine 3 erkrankten "Kinder" hatte, ist bei Eltern nun mal so, egal wie alt die "Kinder" sind. In der jeweiligen Zeit nicht darüber geredet zu haben, ist aus meiner Sicht der Generation der Eltern geschuldet. Sie wussten es nicht besser, wie wir "Kinder" es auch nicht besser wussten, obwohl wir längst erwachsen waren.
    Heute ist der Umgang sicherlich ein ganz anderer, weil die entsprechende Entwicklung im Umgang mit Angehörigen stattgefunden hat, die Betroffenen aufgeschlossener geworden sind - trotz aller immer noch vorhandenen Tabus. "Am Land" gibt es das allerdings immer noch, dass Betroffene ihre Erkrankungen vor Familienangehörigen verheimlichen (wollen). Wie schade, aus falscher Scham doppelt zu leiden, weil Geheimniskrämerei eine zusätzliche Belastung darstellt und Verheimlichung NIX mit Schonung der Angehörigen zu tun hat. Fatal ist, wenn irgendwann mal gesagt wird: "Hätte, könnte, würde, wäre...dies oder das gesagt worden....!"


    Es ist so....jeder muss den eigenen Umgang finden, eil nicht alle Empfehlungen übertragbar sind.


    Gruß aus NRW


    Mnnnix

    Hallo Foris,


    Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit - inzwischen auch in der Therapie von Krebs-Patienten. Auch wenn "Stahl, Strahl und Chemie" dem Körper unmittelbar zugeführt werden, so ist inzwischen bekannt, dass Geist und Seele durch die Krebserkrankung in Mitleidenschaft gezogen werden und gleichermaßen therapiert werden (sollten)!
    Nicht umsonst wird gerade deshalb in den jeweiligen Klinik-Zentren die Möglichkeit angeboten, eine psychotherapeutische Betreuung in Anspruch zu nehmen. Diese Möglichkeiten zu nutzen, kann bei der Bewältigung der Erkrankung sehr nützlich sein. In der Therapie geht es nicht nur um die Erkrankung selbst, sondern um das gesamte Spektrum des Lebensinhalts.


    Als 4. Standbein - neben Körper, Geist und Seele - wird inzwischen die Spiritualität gesehen. Es gibt inzwischen anthroposophische Wege der Therapie von Krebspatienten, die in komplementärer Form zur Anwendung kommt.


    Niemand kann sagen, dass dieses oder jenes der bessere Weg ist. Sich bei seriösen Stellen zu erkundigen, ist eine Möglichkeit, Wege aufgezeigt zu bekommen. Meine Quelle war diesbezüglich hauptsächlich die Biokrebs-Abwehr in Heidelberg.


    Krise als Chance, um neue Wege zu ergründen...diese Möglichkeiten hat jeder!


    Gruß aus NRW


    Mannix

    Hallo Secret,


    es liegt nicht an Dir...weil das von Dir Beschriebene enthält sehr viel Normalität. Natürlich ist es anfangs nahezu unmöglich, sie ablaufenden Vorgänge zu verstehen. Es "passiert" irgendetwas, was wir zuvor noch nie erlebt haben und können uns keinen Reim darauf machen. Das beunruhigt, obwohl die meisten Vorgänge normal sind.
    Was die Ernährung angeht - für eine Reha wurde ich in eine Klinik geschickt, in der überwiegend Magen-/Darm-Patienten untergebracht waren. Meine Krebserkrankung ist eine ganz andere, für die es keine Kliniken mit der entsprechenden Indikation gab. Die Ernährung war dennoch auf mich zugeschnitten, was mir sehr entgegen kam. Eine Ernährungsberatung habe ich SOFORT in Anspruch genommen und dabei erfahren, dass ich in DEM Haus "richtig" war. Dort habe ich sehr viele Hinweise bekommen, was ich bei der Ernährung beachten sollte. Bis heute halte ich mich daran - die Reha war in 1999!
    Eine Chemo verbleibt über einen längeren Zeitraum im Körper. Man spricht sogar von Monaten, je nach Intensität einer Chemo. Ebenso machen sich andere Therapien bemerkbar, die den gesamten Organismus, bzw. der Stoffwechsel mehr oder weniger beeinflussen. Mir wurde empfohlen, "viel" zu trinken, was für den Stoffwechsel sehr gut sei.
    Was den metallischen Geschmack angeht - auch das sind Folgen der verabreichten Therapien. Diese Folgeerscheinungen schleichen sich mit der Zeit aus, der Geschmackssinn verändert sich wieder. Bei mir haben sich diese Dinge alle wieder gegeben. Es ist allerdings geschehen, dass für bestimmte Dinge - Nahrung und/oder Getränke - der Geschmack nicht wieder zurück kam. Diese Nahrung/Getränke habe ich einfach weggelassen und nach einer Weile fehlten sie mir auch nicht mehr. Dafür habe ich andere Nahrung/ Getränke entdeckt, die ich zuvor nicht zu mir genommen habe. Und siehe da...ein toller "Ersatz" war das, was heute keinen Ersatz mehr darstellt.


    Sich in einer solchen Situation zu erkundigen, ist ein großer Vorteil Es gibt sehr gute Quellen, die Du auf der Website der "Frauenselbsthilfe nach Krebs" finden kannst - u. a. die von Dir bereits erwähnte Deutsche Krebshilfe, den Krebsinformationsdienst, die Krebsgesellschaften in allen Bundesländern, die Selbsthilfegruppen vor Ort, die Biokrebsabwehr. Das sind seriöse Quellen, die verlässliche Informationen vermitteln.
    Das Thema "Reha" muss jeder mit sich selbst ausmachen. Ich bin froh, einer Reha zugeführt worden zu sein, obwohl ich mich anfangs gesträubt habe. Als ich in der Reha war, hat sich meine Familie erholen können - von mir....trotz intakter Verhältnisse! Und ich hatte Zeit, die Reha für mich zu nutzen. Die Reha ist dafür da, sich auf sich zu besinnen, etwas für sich zu tun....


    Die Entscheidung, die Du für Dich triffst, ist die für DICH richtige....


    Gruß aus NRW


    Mannix

    Hallo Foris,


    wir alle sind sehr viel feinfühliger, verletzlicher geworden, gehen ab wie ein Zäpfchen, wenn wir in die Situationen kommen, wie sie in diesem Thread beschrieben wurden. Die Wenigsten sind in der Lage, "drüber" zu stehen, Es braucht sehr viel Zeit und Geduld, um eine entsprechende Einstellung zu bekommen.


    Zunächst mal tut es weh, wenn sich Nichtbetroffene - auch aus Unwissen - so verhalten, wie sie sich teilweise verhalten. Natürlich wollen sie "irgendwie" helfen, wirken "interessiert", bzw. wenden sich ab, weil sie mit der Situation ganz und gar nicht klarkommen. WIR spüren das und fühlen uns z. T. persönliche angegriffen, was in DER Situation völlig normal ist. Wer dann in der Lage ist, den Ball gleich flach zu halten - es sind die Allerwenigsten. Das solche Situationen an den Kräften zehren, ist den meisten sehr wohl bewusst. Ein probates Mittel gibt es nicht.


    Nicky1967 hat in ihrem Posting die Dinge angesprochen und auf den Punkt gebracht: Tabu-Thema, Angst vor der eigenen Situation, Unsicherheit, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Angst um die eigene Situation, Gedanken um´s eigene Leben und den Tod.
    Das sind aus Sicht eines Betroffenen z. T. "Angriffe" auf Betroffene. Aus Sicht der Nichtbetroffenen ist das eine normale Reaktion, weil sie es nicht anders/besser wissen. Ich erinnere noch einmal daran, wie wir als Betroffene in ähnlichen Situationen reagiert haben, als wir selbst noch nicht an Krebs erkrankt waren.


    Es ist gut, dass solche Themen hier angesprochen werden. Nur so ist es möglich, evtl. einen eigenen Weg im Umgang mit solchen Situationen zu finden. Ich vermeide bewusst zu sagen, "Du solltest" oder "Du müsstest".


    So... nun wünsche ich euch allen einen geruhsamen 3. Advent!


    Gruß aus NRW


    Mannix

    Hallo,


    es sind traurige Momente, wenn Menschen von uns gehen, die wir im Laufe unserer eigenen Erkrankung, bzw. erst durch die Erkrankung, kennengelernt haben.
    In solchen Momenten fehlen die Wort, fehlen Erklärungen auf die Fragen nach dem ....WARUM? Darauf gibt es keine Antworten. Und wenn es doch eine geben sollte, kann sie nur so lauten, dass die beste Freundin/der beste Freund erlöst wurde.
    In knapp 18 Jahren eigener Krebs-Betroffenheit habe ich viele solcher Momente erlebt. Es fehlten jedes Mal die Worte. Ein kleiner Trost war jedes Mal, dass sie/er erlöst wurde.


    "Es fehlen die Worte, aber die Gedanken leiten uns, dass die Menschen, die von uns gegangen sind, jetzt an einem Ort sind, an dem sie nicht mehr leiden müssen!"


    Grüße aus NRW mit dem besten Wünschen für den 3. Advent!


    Mannix

    Hallo Foris,


    weil das Thema Krebs immer noch ein Tabuthema ist, muss das nicht heißen, es dabei zu belassen. Dieses Thema können nur von Krebs Betroffene enttabuisieren. Kein Nichtbetroffener wird sich dieses schwierigen Themas annehmen.
    Die meisten Menschen im Umfeld reagieren geschockt, weil sie sich überfordert sehen. Die meisten Menschen verbinden die Diagnose Krebs unmittelbar mit dem Tod. Wir wissen, dass das nicht stimmt.


    Was den Umgang mit Freund/innen betrifft - wirklich GUTE Freund/innen sind immer für einen da. Sie brauchen nicht mal "vor Ort" zu sein, um sich mit ihnen verbunden zu fühlen. Meine besten Freund/innen leben nicht mal im Umfeld. Die gedankliche Verbindung ist immer gegeben. Der Austausch miteinander hat durch die räumliche Distanz eine ganz andere Dimension angenommen.


    Noch einmal komme ich darauf zurück, was ich in einem anderen Beitrag schon beschrieben habe - die Umstände im Umgang mit einer Krebserkrankung zu benennen, bezieht sich auf weitaus mehr, als das, was es mit der akuten Behandlung, den aktuellen Therapien auf sich hat. Es sind die Lebensumstände, die sich während einer Behandlung und erst recht nach einer Behandlung gravierend verändern können. Diese Dinge gilt es "beim Namen zu nennen", weil diese Dinge große Teile des alltäglichen Lebens ausmachen. Der "Alltag" hält irgendwann wieder Einzug, auch wenn sich der neue "Alltag" ganz anders gestalten wird. Es soll wieder eine Normalität aufkommen, die dennoch eine ganz andere sein wird. Diese Umstände gilt es anzusprechen - mit der Familie, den Freund/innen, Nachbarn, Verwandtschaft und Bekannten, bei der Arbeit und in den Vereinen ... wen ein Anlass gegeben ist.
    Offenheit lässt viel mehr zu, wobei ich immer so eingestellt war/bin: "Ich sage immer die Wahrheit, aber sage nicht alles, was wahr ist!" Dass dabei dennoch Vorsicht geboten ist, liegt auf der Hand. Ein Tabu kann nur gebrochen werden, wenn es schonend gelockert wird....


    Gruß aus NRW


    Mannix

    Hallo Foris,
    es ist größtenteils Unsicherheit, die wir mehr oder weniger im Umgang mit nicht Betroffenen spüren. Erinnern wir uns alle mal daran, wie wir für der eigenen Krebserkrankung mit von Krebs Betroffenen umgegangen sind - unsicher, weil uns die Worte fehlten.
    Ich habe den Umgang mit 2 Tanten und 3 Onkel noch gut in Erinnerung, die im Laufe der Jahre an Krebs erkrankt und bereits verstorben sind. Für mich war der Krebs vor der eigenen Erkrankung etwas ganz anderes. Damals habe ich nicht verstehen können. Seit ich selbst erkrankt bin, kann ich Vieles nachvollziehen.


    Der Umgang mit meinen Kolleg/innen war sehr unterschiedlich. Einige waren sehr aufgeschlossen, andere zogen sich ganz zurück. Von denen ich es niemals vermutet hätte, agierten sehr viel zugänglicher, als die, von denen ich es quasi "erwartet" hätte. Allerdings - es schwang sehr oft Mitleid mit, wurde Selbstmitleid von mir "erwartet".
    Was ich in einer Reha gesagt bekam, war Folgendes: "Erwarten Sie kein Interesse um Ihrer Situation!" Das sollte sich bestätigen, weil die meisten Menschen mit einer solchen Situation nicht umgehen können. Das ist nichts Ungewöhnliches, weil völlig normal.
    Heute rede ich von Ex-Kolleg/innen, weil ich längst berentet bin. Der Umstand mit ihnen gestaltet sich heute immer noch so, obwohl inzwischen viele Jahre vergangen sind. Ich komme damit klar - sogar sehr gut, weil es ein Stück Normalität geworden ist.
    "WIR" haben uns verändert! "WIR" kommen anders rüber! "WIR" waren/sind es, die einen schwierigen Prozess zu bewältigen hatten/haben. Und es ist so, dass eine Veränderung keinen Nachteil darstellt, denn wir müssen uns mit den eigenen Veränderungen arrangieren, um damit klarzukommen. Ob Außenstehende wiederum mit uns klarkommen, wird sich zeigen. Sie müssen in die Lage versetzt werden, um sich öffnen zu können.


    Nein, es will ganz sicher niemand mit uns tauschen wollen. Niemand will das durchmachen, was wir z. T. durchmachen mussten/müssen. Allerdings sind wir um viele Erfahrungen reicher, weil wir den Blick auf viel wichtigere Dinge im Leben gelegt haben/ legen werden.
    Alle Beiträge in diesem Thread geben Hinweise darauf, was wichtig sein/werden kann. Dieser Thread ist ein "Lehrbeispiel" dafür, die Probleme anzusprechen, sich mit ihnen zu beschäftigen, um dann einen Umgang mit ihnen zu finden - auch mit den Menschen, die uns all zunächst mal "spanisch" vorkommen. Sie kommen uns "spanisch" vor, weil...


    Gruß aus dem heute Mittag sonnigen NRW


    Mannix

    Hallo Foris,


    die geschilderten Umstände sind den meisten Betroffenen bekannt, viele sogar vertraut. Es ist schwierig, einen Umgang zu finden - mit sich selbst und mit anderen Menschen. Aber was nutzt es, vor Allen und Allem zu kapitulieren? Mal ist es die Flucht nach vorn, mal ist es der Rückzug, was Sinn macht.


    Dass man gefragt wird, wie es einem geht, ist normal. Dass diese Menschen oftmals gar nicht wissen, wie sie "mit uns" ins Gespräch kommen können, ist auch normal. Daher die "wie geht es Dir"-Frage. Es könnte auch die Frage nach dem Wetter sein!
    Menschen fragen aus echten Interesse oder auch aus Neugier nach dem Befinden. Rauszubekommen, was ehrlich gemeint ist und was auf Neugier begründet liegt, ist schwierig. Als es mir zu bunt wurde, habe ich nicht mehr unterscheiden wollen. Mein Antwort war: "Am liebsten gut!" Dass das eine Selbstschutz-Antwort ist, sollte dabei bedacht werden.
    Immer die Wahrheit über das Befinden zu sagen, ist sehr schwierig. Man selbst weiß nie, wie die VOLLE Wahrheit bei anderen Menschen ankommt. Die volle Wahrheit kann schockieren, kann abschotten, kann Wege sich trennen lassen. Diese Erfahrungen habe ich besonders mit den Arbeitskolleg/innen gemacht.
    Es kam allerdings auch zu umgekehrten Reaktionen, die mehr und mehr Verständnis aufkommen ließen.
    Es ist ein schwieriger Umgang, mit dem veränderten ICH (durch die Erkrankung und alles, was damit zusammenhängt) umzugehen, denn eine so heftige Erkrankung verändert einen. Es ist nichts mehr so, wie es vorher war....und das kann eine große Chance sein.


    Niemand muss verstehen, kann nicht mal verstehen, wie es einem von Krebs Betroffenen geht. Nicht Betroffene können nicht mal erahnen, wie es Betroffenen geht, wie sie sich fühlen, was sie denken. Betroffene setzen oft das Verständnis von nicht Betroffenen voraus - auch innerhalb der Familie. Da die Mitglieder einer Familie indirekt auch Betroffen sind, gilt es, auch auf sie zuzugehen, Verständnis für die Familienangehörigen aufzubringen, die gleichfalls Sorgen, Ängste und Nöte plagen und deshalb sehr viel mit sich selbst ausmachen - vor allem Kinder!


    Es gibt nicht DEN Weg, einen Umgang mit sich und dem Umfeld zu finden. Die Individualität eines Menschen lässt es nicht zu. Es gibt Menschen, die anfangs den Rückzug suchen, andere gehen gleich in die "Offensive"! Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, einen möglichst offenen und ehrlichen Umgang zu sich zu finden. Die Erkrankung anzunehmen halte ich für sehr entscheidend, denn wir können an den zwischenzeitlichen Umständen, die mit der Erkrankung nun mal einhergehen, vorübergehend nichts ändern. Für mich galt, mich für diese Zeit mit dem Krebs zu arrangieren, ihn aber nicht Oberhand gewinnen zu lassen, was schwierig genug war. So kam es, ganz andere Gesichtspunkt in mein Leben aufzunehmen...die Prioritäten wurden andere.


    Wer an Krebs erkrankt ist, ist kein Aussätziger! Sich ab und zu an den Rand gestellt zu fühlen, sich selbst ab und zu im Abseits zu sehen, ist normal, weil die Schwerpunkte im Umgang mit anderen Menschen andere geworden sind, die Themen andere werden können, bzw. längst geworden sind, "Freunde"/Bekannte sich abwenden, oder auch einen viel besseren Kontakt ermöglichen.


    Eine gesundheitliche oder welche Krise auch immer kann zum Schicksal, oder zur Chance werden. Das ist so
    Eine Krise kann eine große Chance werden, aus dem "Bekannten" etwas Neues entstehen zu lassen. Eine solch heftige Krise kann bereichern, und zwar damit, was sonst evtl. niemals entdeckt worden wäre. Auf das zu bauen, braucht Vertrauen in sich selbst, braucht Mut, es zu wollen und Zuversicht, es auch schaffen zu können.


    Meine Chancen standen bei 10 : 90 verdammt schlecht. Knapp 18 Jahre habe ich bis jetzt "geschafft", weil ich gewagt habe, ohne zu wissen, was dabei rauskommt. Viel Glück hatte ich dabei, weil mein Weg ein anderer wurde. Heute bin ich froh, den Weg gefunden zu haben und ihn gegangen bin.


    Mannix

    Hallo Foris,
    so heftig eine Ablehnung der Fahrtkosten-Übernahme auch ist - eine KK rechnet nicht auf, wenn andere Untersuchungen an anderer Stelle gemacht werden, weil diese günstiger ist. Die KK rechnet auch nicht auf, weil eine AHB/Reha nicht in Anspruch genommen wird. Eine KK geht streng nach den gesetzlichen Vorgaben, die sie zu erfüllen hat. Dass es KK gibt, die mal mehr oder weniger Patienten-orientiert entscheiden, gibt es allerdings.
    Einen Widerspruch einzureichen, ist der Mühen wert. Ein Widerspruch sollte med. begründet sein. Ebenso helfen persönliche Hinweise, um ggf. eine Einzelfall-Entscheidung herbeizuführen.
    Kleiner Hinweis - es wird sehr oft generell etwas abgelehnt. Ob die Fahrtkostenerstattung, Hilfsmittel-Ansprüche, Reha-Maßnahmen, oder oder oder! Meine KK lehnt generell "erstmal" ab. Da der Aufwand für einen Widerspruch gelegentlich sehr groß ist, scheuen viele Antragsteller einen Widerspruch, OBWOHL sie berechtigte Chancen auf eine Genehmigung hätten. Da erstmal "abgelehnt" wird, sparen die KK natürlich sehr viel Geld ein, weil sie wissen, dass die Quote der Widersprüche sehr gering ist. Das stammt nicht von mir - das sagte mit der Sachbearbeiter der KK auf meine Frage hin!
    Ja, ich weiß, wie viel Kraft eine solche Maßnahme kostet, weiß man ja vorab gar nicht, ob sich der Aufwand wirklich lohnt. Es geht dabei darum, sehr viel zu recherchieren, ob es eine berechtigte Chance gibt, einen Widerspruch einzureichen, der positiv entschieden wird. Bei der Formulierung von Widersprüchen kann Hilfe in Anspruch genommen werden.


    Mannix

    Laien helfen Laien! Sie versuchen es zumindest...


    Was Du beschreibst, ist eher ein sehr ungeordneter Ablauf. Ein roter Faden sollte schon gegeben sein. Allerdings ist es oftmals so, dass es keine geregelten Strukturen innerhalb einer solchen Gruppe gibt. Da braucht es jemanden, die/der ein solches Treffen organisatorisch leitet.
    Dass ein Vortrag durch Fragen der Besucher mehr Aufschluss geben kann, sollte bekannt sein. Die Fragen sollten sich auf jeden Fall auf das Thema des Vortrages beziehen, bzw. auch "Randgebiete" des Themas streifen - mehr nicht. Es liegt allerdings auch am Referenten, wenn die Fragestellung in ausschweifender Form erfolgt und daher nicht mal der gesamte Vortrag zu Ende gebracht werden kann.
    Was zudem zu bedenken ist - irgendjemand muss ja die Verantwortung für die Selbsthilfegruppe haben - ob diese Gruppe eine freie Gruppe oder eine einem Verband angeschlossene Gruppe ist. Es gehört zum Gefüge einer jeden Gruppe, eines jeden Vereins, dass dort jemand "die Zügel" in der Hand hat, der die Richtung einer Gruppenstunde in etwa vorgibt - und doch immer der Aktualität einer Gruppenstunde aufgeschlossen sein sollte. Zu 100 Prozent kann keine Gruppenstunde vorausgeplant werden, da Teilnehmer/innen ab und an mit ihren Problemen und Problemchen Fragen stellen möchten.
    Grundsätzlich gilt, dass es eines sozialen Verhaltens bedarf, sich in einer Gemeinschaft aufzuhalten - gerade in einer SOLCHEN Gemeinschaft. Ein guter Umgang und respektvolles Verhalten sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Leider ist es oft so, dass die Strukturen innerhalb einer solchen Gruppe "eingefahren" sind. Wenn sich Teilnehmer/innen informieren wollen - und zwar NUR informieren wollen - sind "Kaffeeklatsch-Strukturen" natürlich nicht angebracht. "Kaffeeklatsch" ja....aber nicht nur innerhalb einer Gruppenstunde. Auf eine gesunde Mischung kommt es an und die ist leider nicht immer gegeben.


    Grundsätzlich gilt für mich - eine Selbsthilfegruppe kann durchaus sehr hilfreich sein. 12 Jahre war ich in einer SHG, davon 7 Jahre als stellv. Gruppenleiter aktiv. Es waren 12 Jahre, die mir sehr viele Informationen gebracht haben. Es ist nur so, dass jeder seine eigenen Vorstellungen hat, jeder eigene Hoffnungen an eine Selbsthilfegruppe knüpft. Eine SHG kann vieles, aber nicht alles, weil....


    ...Laien helfen Laien! Sie versuchen es zumindest...


    Mannix

    Hallo Foris,


    nachdem die letzten Untersuchungsergebnisse ohne Befunde waren, habe ich mich selbst
    beschenkt! Das Geschenk war ein Konzert in Köln - gestern war ich dort! Die Art der Musik
    wirkt auf mich sehr beruhigend, berührt, weckt auf, macht zufrieden, gibt Gelassenheit.


    Es ist eine Musikrichtung, die keine ersten Plätze in den Charts erreichen wird. Es ist eine
    sehr ungewöhnliche Musikrichtung, auf die ich vor 4 Jahren aufmerksam wurde. Aus einem
    Gefallen heraus habe ich ein Konzert besuchen "müssen", zu dem meine Schwester wollte -
    ich sollte sie fahren. Die Musik, die ich mir zuvor im Internet angehört hatte, gefiel mir
    ganz und gar nicht. Meine Schwester schenkte mir die Eintrittskarte, damit ich sie fahre
    und sie ins Konzert begleite. Gelangweilt habe ich mich hingehockt...
    ...und als die Musik ertönte, dauerte es nicht mal 2 Minuten und ich hatte eine erste Gänse-
    haut, die mir rauf und runter lief. Nach 3 Stunden "Konzert" wollte ich nicht mehr aufstehen,
    so sehr hatte mich das LIVE-Konzert berührt. Gut 6 Wochen später saß ich in Baden-Baden
    in einem großen Konzertsaal und war sehr fasziniert.
    Inzwischen habe ich 8 Konzerte besucht - immer als kleine Belohnung für etwas, was es zuvor
    zu belohnen galt. Es sind Highlights geworden, die ich mir gönne. Gut ist jetzt, dass ich nicht
    "mal eben" zu einem Konzert fahren kann, weil die immer "nur" in großen Städten stattfinden.
    Weite Anfahrten nehme ich dafür in Kauf. Es ist eine Freude, inzwischen andere Bekannte
    für diese Art von Musik begeistert zu haben.
    Wer wissen möchte, um welche Musik und um welchen Interpret es sich handelt,
    kann mich per PN anschreiben.


    Im Februar gibt es ein anderes Highlight - diesmal OHNE eine vorherige "Belohnung". Im Februar
    nehme ich an einem tanztherapeutischen Seminar teil. Seit 11 Jahren mache ich das 2 Mal im
    Jahr. Bei dieser Art von Tanz geht es nicht um den Takt der Musik, sondern allein um die
    Bewegung, die "so erfolgen" soll(te), was die Intuition hergibt.
    Auch hier werde ich an dieser Stelle keine näheren Einzelheiten über die Art des Tanzes, bzw.
    den Initiator nennen. Auch diese Infos gibt es per PN.


    Diese Art Tanz habe ich in einer Reha-Klinik kennengelernt. Ich habe nicht lange überlegt, ob
    ich mich beteilige, sondern habe mich einfach beteiligt - als einer von 2 Männern unter mehr
    als 20 Frauen. Irgendwann habe ich mich für diese Seminare angemeldet, die dann an Wochen-
    enden stattfanden - in einer Klinik, in der ich zuvor 4 Reha-Maßnahmen gemacht habe. Wenn
    zu Beginn des Seminars gerufen wird "Endlich wieder tanzen!" bin ich "im Element"! Nein - ich
    kann NICHT tanzen, wie einige andere Teilnehmer/innen auch nicht. Und - das macht gar
    nichts...im Gegenteil Sich unbefangen zu bewegen, sich regelrecht gehen lassen zu können,
    macht den Kopf frei und die Gedanken ebenso.


    Gleiches geschieht bei den Konzerten. Diese Art von Musik wirken zu lassen, macht etwas mit
    einem. Nur so viel - vom Gros der Texte versteht man keine Silbe, weil in einem indischen
    Dialekt gesungen wird, was wie ein "Singsang" erscheint. Die Melodik und die Stimmen des
    Interpreten, bzw. des Chores sind es, die zu all dem beitragen, worauf es ankommen soll.
    Gestern beim Konzert - neben Gänsehaut und feuchten Händen gab es auch Rührung durch
    Tränen, zu denen ich stehe


    Neben allen Umständen, die mit einer heftigen Diagnose einhergehen, gehören auch Geist
    und Seele versorgt, gepflegt, behütet, gestreichelt. Auf diese Weise berührt zu werden, ist
    etwas wunderschönes. Gefühle und Emotionen auf diese Weise "Achterbahn" fahren zu lassen,
    gibt Mut, Kraft, Zuversicht, Perspektive. Daher...nicht zu viel überlegen, ob etwas "genehm"
    erscheint oder nicht, egal worum es sich handelt. Den Kopf bei solchen Entscheidungen mal
    "draußen" zu lassen, "Herz und Bauch" sprechen zu lassen...und dann MACHEN. Es zeigt sich
    irgendwann, ob es DAS ist, oder nicht. Wer nicht (mehr) wagt, der nicht gewinnt!


    Mannix ;) ;) ;)

    Hallo Foris,


    nach ein paar Stunden Aufregung um die Blutwerte, habe ich jetzt Gewissheit - die wichtigen
    Blutwerte sind in Ordnung.


    Nachdem mit der Onkologe vor einer Woche ds Ergebnis "in Kurzform" mitgeteilt hatte, bekam
    ich gestern auf Nachfrage etwas anderes gesagt - das Blut müsse nachuntersucht werden. Was
    eine Woche zuvor noch in Ordnung war, sollte jetzt nicht mehr in Ordnung sein? Es baute sich
    ein Szenario auf, was wahrlich nicht schön war. Die letzte Nacht war ein Chaos.
    Heute Morgen habe ich erneut eine Anfrage getätigt...und plötzlich war tatsächlich alles in
    Ordnung, haben keine Nachuntersuchungen des Blutes stattgefunden. Da ich die Werte immer
    schriftlich haben möchte - alle Befunde lasse ich mir aushändigen - war ich beruhigt, als ich
    die Werte selbst "lesen" konnte.
    Bei einer Untersuchung im Juni waren ein paar Werte aus dem Ruder gelaufen, was mich damals
    sehr erschreckt hatte. Das Hausarzt meinte damals dennoch, es sei alles in Ordnung. Als ich diese
    Werte jetzt dem Onkologen vorlegte, stutze dieser - ein paar Werte müssen in bestimmter Kon-
    stellation zueinander stehen, was er als Onkologe wissen muss, ein Hausarzt als Internist wissen
    sollte, ich als Laie allerdings nicht wissen kann.
    Jetzt "passen" alle relevanten Werte und auch alle Entzündungsparameter. Zwar ist der Blutzucker
    leicht erhöht....und dafür gibt es eine Erklärung - ich hatte gefrühstückt!


    Morgen gibt es für die guten Werte eine Belohnung - ein Konzert in Köln. Ja, ab und zu belohne
    ich mich selbst. Im Februar gibt es eine weitere Belohnung, die ich mir jedes Jahr 2 Mal gönne ;-)


    Gruß aus NRW


    Mannix ;)

    Hallo Menschenwesen,


    nach einer Krebsdiagnose verändert sich vieles, wenn nicht alles, was die Wahrnehmung des eigenen Körpers angeht. Es ist nahezu unmöglich, die Wahrnehmungen zuzuordnen. Lokal spüren wir etwas, wissen aber nicht, welches die Ursachen sind.


    Gut ist auf jeden Fall, dass Du die Wahrnehmungen nicht nur festgestellt hast, sondern Dich dazu äußerst. Es ist immer von Vorteil, das Befinden "nicht für sich" zu behalten. So wird auch Deine Onko-Praxis gut zuhören, wenn Du ihnen von Deinen Wahrnehmungen berichtest. Gegebenenfalls kann/muss das Nebenwirkungs-Management korrigiert werden. Die Ärzteschaft kann nur etwas unternehmen, wenn sie über solche Situationen, wie sie Dir gerade widerfahren, in Kenntnis gesetzt werden.


    Ich weiß, was ich damals falsch gemacht habe - ich habe ertragen und ausgehalten, obwohl die NW mir sehr zugesetzt haben. Ich habe nichts "gesagt", sondern mich total zurückgezogen und ausgehalten. Wider besseren Wissens habe ich das gemacht.


    Dass Dir die derzeitigen Wahrnehmungen Angst bereiten, ist normal und dennoch wäre es gut, dass Du Dich dazu äußerst - bei den Behandlern!


    Gruß aus NRW


    Mannix

    Hallo Foris,
    grundsätzlich stimme ich dem zu, was Saphira in ihrem letzten Post angedeutet hat. Es wird nach den jeweiligen Leitlinien vorgegangen, die es nun mal gibt. Das ist auch gut so. Ob sich im vollen Umfang an die Leitlinien gehalten wird, gerade bei der Nachsorge, versehe ich mal mit einem Fragezeichen - so entnehme ich das den Posts dieses Threads!


    Was mich als Melanom-Patient betrifft, hat der Verlauf gezeigt, dass ich tatsächlich ein "High-risk-patient" war/bin! Entsprechend versorgt zu werden, entspricht nun mal den Leitlinien.
    Bei einem "einfachen" Melanom werden die Nachsorge-Untersuchungen bei weitem nicht so intensiv betrieben. Ich habe ein Zweit-Melanom, was als "einfaches" Melanom gilt. Dabei wird lediglich die Narbe in Augenschein genommen...mehr nicht. Mit der OP mit Sicherheitsabstand beim Zweit-Melanom galt ich sofort als "geheilt"!


    Ich bin mir allerdings sicher, dass es bei anderen Krebserkrankungen gleiche/ähnlich ausgelegte Leitlinien gibt, die entsprechend zur Anwendung kommen. Wie beim Melanom nicht alles "gleich" gehandelt wird, wird auch beim BK mit all seinen Facetten nicht "gleich" behandelt...das ist auch gut so! Ich weiß von der ehem. Leiterin der SHG vor Ort, dass sie bei ihrem hochaggressiven BK eine ganz andere Nachsorge erfährt.


    Viel wichtiger ist es, sich überhaupt über diese Thematik auszutauschen, weil sich erhebliche Unterschiede bei gleicher Krebsart in der Nachsorge zeigen, obwohl es Leitlinien gibt, an die sich alle Behandler zu halten haben und doch sehr "individuell", bzw. eigenwillig zur Anwendung gebracht werden. Es ist den Beiträgen zu entnehmen, dass es trotz Leitfaden-Regelung zu Missverständnissen und damit zu Unzufriedenheit von Patientinnen und Patienten mit den Behandlern kommt und auch vom Wechsel des Arztes die Rede ist


    Gruß aus NRW


    Mannix

    Gesetz/Richtlinien vor Nutzen!


    Hallo Sonnenblümchen,


    das deutsche Gesundheitssystem ist auf Wettbewerb ausgelegt - politisch gewollt. Die Mediziner und alle Verbände wehren sich vehement dagegen, seit die Ökonomisierung des Gesundheitssystem eingeführt wurde - 2008 war das. Der Präsident der Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, sagte das erst kürzlich im ZDF im Rahmen einer Podiumsdiskussion.


    Was per Gesetz, bzw. per Richtlinien und med. Leitlinien festgeschrieben wird, bezahlen die Krankenkassen - "koste es, was es wolle"! Wesentliche preiswertere Maßnahmen werden dagegen nicht bezahlt, weil sie ggf. nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehören. Die KK gehen da rigoros mit um! Erfolgt dennoch eine Antragstellung, werden diese zumeist an den Medizinischen Dienst der KK weitergeleitet. Die Antragstellung muss eine triftige Aussagekraft haben, ggf. durch eine persönliche Stellungnahme untermauert, die nachvollziehbar sein sollte. Genehmigt der MDK den Antrag, wird oft von einer "Einzelfall-Entscheidung" gesprochen. Erfolgt eine Ablehnung, kann Widerspruch eingelegt werden, dem erneut eine "bessere" Befundung durch den behandelnden Arzt beigefügt werden muss. Zudem sollte eine "überarbeitete" Form der persönlichen Stellungnahme erfolgen. Den Widerspruch wird dann erneut der MDK bewerten - allerdings von einem anderen Gutachter....das ist gesetzlich vorgeschrieben.


    All das habe ich selbst durchgemacht. Ein paar mal hat sich ein Widerspruch gelohnt. Dabei war zu beachten, dass ich immer auf die noch denkbare Maßnahme zur Wiedereingliederung ins Berufsleben hingewiesen habe. Ich WOLLTE wieder arbeiten gehen.


    Was das alles an Kraft gekostet hat...schier unglaublich. Es war eine Art "Kampf", in dem es nicht allein um die Antragstellungen ging, sondern um mich, wieder kämpfen zu lernen. Ich habe alle Mittel genutzt, die mir zur Verfügung standen...und am besten war die Unterstützung durch Menschen, die in solchen Dingen Erfahrung hatten.


    Gruß aus NRW


    Manfred

    Hallo Foris,


    nachdem ich eure Berichte über eure Nachsorge-Untersuchungen im großen Umfang gelesen habe, stelle ich fest, um wie viel umfangreicher bei mir die Nachsorge-Untersuchungen sind - die letzte war erst letzte Woche, am 11. 11. um 11 Uhr!


    Es erfolgt generell ein Eingangsgespräch, in dem es um mein Befinden geht. Sowohl das mentale, wie das körperliche Empfinden kommt zur Sprache. Anschließend erfolgt eine Anamnese durch eine intensive internistische Untersuchung - Blutdruck, Puls, Herztöne, Lunge "abhören", Tast-Untersuchungen des gesamten Bauchraumes, der Nieren, Abklopfen der Wirbelsäule, Tast-Untersuchungen in den Achseln (bds. Entfernung von Lymphknoten 1998, bzw. 1999), Tast-Untersuchungen beider Leisten, Kontrolle der Beine auf Haut-Metastasen. Anschließend erfolgt eine gründliche Sonografie der inneren Organe, auch der Nieren. Weiter geht es mit der "Sono" der Leisten, der Achseln und jedes Jahr 1 Mal eine "Sono" der Schilddrüse. Dauer - ca. 20 Minuten! Anschließend erfolgt ein weiteres Gespräch, in dem eine Absprache über die Parameter der Blutentnahme gesprochen wird. Wenn die Lunge noch geröntgt werden muss, schließt sich das auch noch an. Alles in allem dauert das ca. 35 Minuten und wird alles durch den Onkologen durchgeführt. Wenn das alles gewesen ist, wird noch das Blut abgenommen.
    Nach all dem erfolgt der Hautcheck - bei Hautkrebs ist das 2 Mal im Jahr der Fall. Wieder erfolgt ein Vorgespräch, werden Fragen gestellt. Auch ich habe "Fragen", die ausführlich beantwortet werden. Anschließend erfolgt der Check der Haut....vom Scheitel (im wahrsten Sinne des Wortes) bis zu den Zehenspitzen. Mit dem Auflicht werden viele Muttermale gesondert untersucht. Von als auffällig empfundene Male werden mehrfach unter dem Auflicht begutachtet. Nach dem Ankleiden erfolgt erneut ein Gespräch und mit dem Satz: "Alles Gute und tschüss bis in 6 Monaten!" bin ich entlassen.
    Die Dauer der gesamten Untersuchungen - ca. anderthalb Stunden, wenn nicht etwas Unvorhergesehenes angeordnet wird, was schon mehrfach vorkam.


    Seit 18 Jahren - die gleiche Klinik, den gleichen Onkologen. Bei den Hautärzten ist ein ständiger Wechsel, was okay ist, weil mehr Augen viel mehr sehen. Gewöhnlich schauen sich erst ein/e Assistenzärztin/ -Arzt und dann ein Oberarzt "Alles" an. Ggf. wird der Leiter der Dermatologie auch noch hinzugezogen. Es ist logisch, dass die Klinik dem gleichen Kostendruck ausgesetzt ist, wie alle anderen Kliniken und Zentren auch.


    Eine weite Anfahrt nehme ich für diese Untersuchungen weiterhin in Kauf. Einen ganzen Tag bin ich dafür unterwegs. Der Klinik und den med. Abteilungen vertraue ich uneingeschränkt. Mir wurde wiederholt gesagt, ich könne die Nachsorge in meinem Umfeld machen lassen. Meine Antwort war: "Ich weiß. was ich an Ihrem Haus habe, weiß aber nicht, was ich bei anderen Ärzten bekomme"! Ja... ich habe mit DER Klinik und allen "Beteiligten" sehr viel Glück gehabt!


    Ich bin Kassenpatient!


    Gruß aus NRW


    Mannix