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  • »Amalie« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 3. Juli 2014, 20:10

Schwerbehinderungs-Antrag: Dilemma

Seit einiger Zeit streite ich mit mir selbst, ob ich den Antrag auf Schwerbehinderung stellen soll oder nicht. Gibt es Leute hier, die es nicht machen, obwohl sie es können?
Für:
Ich würde es gerne stellen, da es mir (Ausgleich)-Vorteile auf der Arbeit bringen würde, die ich denke würde mein Heilungsverlauf -am Anfang -helfen:
Ich hatte mich nur zwei Wochen für die OP krankgemeldet und während der Bestrahlung (jetzt) arbeite ich fleissig weiter. Ich hatte sogar Urlaub für die OP genommen, um zu vermeiden eine Krankmeldung auf Krankenhaus-Kopfbogen liefern zu müssen. Während ich krank war, ist meine Arbeit liegen geblieben, weil die Firma keine vernünftige Vertretung zur Verfügung stellt. Es wird einfach gesagt "Frau Amalie ist in zwei Wochen wieder da, wir können nicht weiter helfen". Da kann man sich vorstellen, wie es mit dem Stress dann nach so einer Krankheit so ist. Ich will nicht, dass meine Kollegen anfangen zu spekuieren auf z.B. Krebs, warum ich krank war, daher nur die zwei Wochen. Jetzt häuft sich die Arbeit und ich spüre doch, dass ich von der Bestrahlung auch müde werde. Ich habe dann gedacht, dass die Schwerbehinderung-Ausweis mir weniger Stress geben würde, weil der Arbeitgeber aufpassen würde. Da hätte ich dann gegen den Stress, die sowieso besteht- krank oder nicht - ein Argument. Dann auch die extra 5 Tage im Jahr wäre vom Vorteil, als eine (in meinem Kopf) Art Ausgleich für die volle Erholung, die ich nicht hatte in diesem Jahr. Die Tatsache, dass ich dann als Schwerbehinderte auf der Arbeit eingestuft werde, ist weniger ein Problem, denn auf die Schock-Diagnose Krebs würden sie nicht kommen. (weil man da erwartet, dass man länger krankgeschrieben wäre). Die Spekulationen kann ich vertragen. Es kann ja alles mögliches sein.

Nun die Dilemma: Meine Mutter war ihr lebenlang schwerbehindert. Sie war teilgelähmt in den Beinen. Sie hat trotzdem halbzeit gearbeitet und hat auch noch 5 Kinderr allein grossgezogen, weil sie darauf bestanden hat, dass solange man kann, soll man arbeiten. Man muss einen Beitrag in der Gesellschaft leisten. Sie hätte gerne mit jemanden getauscht, der gesunde Beine hatte, hat sie oft gesagt wenn z.B. jeman nicht arbeiten wollte und Sozialhilfe-Emfänger aus eigenen Willen war. So bin ich dann erzogen. So wenn meine Mutter also wüsste, dass ich Schwerbehinderung beantragen würde...
Irgendwie verstehe ich sie. Sie hat immer dafür kämpfen müssen, den behinderten Parkplatz zu bekommen, weil es ständig von Menschen mit gesunden Beinen genommen wurde. Sie hat sogar mal eine Kampagne dagene gestartet, die Leute mit gesunden Beinen, darauf aufmerksam machte, dass man dann nichg diesen Parkplatz brauchte.

Die zweite Sache ist etwas geistig. Ich bin Christin und ich glaube, dass Gott mich wiedererstellt hat. Das ist eine feste Glaube. Daran habe ich kein Zweifel. Wozu brauche ich dann einen Behinderungs-Ausweis?

Gibt es andere, die sich auch darüber solche Gedanken machen? Oder soll man das einfach so sehen: es steht einem zu, so warum eigentlich nicht. Wir können nicht alle Sozialisten sein :-)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Amalie« (3. Juli 2014, 20:15)


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2

Donnerstag, 3. Juli 2014, 20:30

Hallo Amalie,

natürlich steht dir das zu! Ich glaube nicht das du hier eine findest die keinen Antrag gestellt hat.
Ich habe schon nicht verstanden warum du dich nicht länger hast krankschreiben lassen. Du hast eine schwere Krankheit und musst jetzt erst mal daran denken gesund zu werden. Was bringt dich denn der Stress auf Arbeit weiter. Der hilft dir doch nicht wirklich beim gesund werden. Meinst du wirklich dein Arbeitgeber bedankt sich irgendwann mal dafür das du nicht länger krank geschrieben warst? Oder das du Urlaub nimmst um dich operieren zu lassen. Warum tust du das? So eine Krankheit kann viele Ursachen haben, auch Stress!
Also: Stell den Antrag auf Schwerbehinderung! Achte auf dich und erhole dich gut, überschätze deine Kräfte nicht. Sonst bist du ganz schnell ko. und fällst noch viel länger aus.
Sei mir nicht böse über meine klaren Worte. Liebe Grüße Angela :hug:
Wende dein Gesicht der Sonne zu, und du lässt die Schatten hinter dir. Aus Afrika

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3

Donnerstag, 3. Juli 2014, 20:46

Hallo Angelina, danke für deine Antwort. Ich bin doch nur dankbar für eine (andere) Meinung darum habe ich ja gefragt. Ich will wissen, was andere hierzu denken.
Du hast mir ein Argument geliefert: bedankt sich der Arbeitgeber?
Das erinnert mich an etwas: Meine Krankenkasse schrieb mich sofort nach der OP an: Ihre Diagnose deutet darauf hin, dass es länger dauert. Und dann Infos zum Krankengeld-Antrag. Darauf hin rief ich an und erklärte, ich werde das Krankengeld gar nicht brauchen. Ich dachte, sie wären froh. Aber nein. Denen war es egal. Es kann sein ich habe die Krankheit "Helfersyndrom".Wenigstens dafür soll dann die Schwerbehinderung gut sein :D

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4

Donnerstag, 3. Juli 2014, 20:47

aus versehen zweimal gespostet

5

Donnerstag, 3. Juli 2014, 21:41

Liebe Amalie,

zuerst einmal ganz herzlichen Dank dafür, dass Du so ausführlich über Deine Gedanken zur Beantragung des Schwerbehindertenausweises geschrieben hast.

Weißt Du, ich denke, dass Du sehr stark geprägt bist durch die Haltung Deiner Mutter. Sie ist sicherlich eine Frau, die viel geleistet hat in ihrem Leben, die aber wahrscheinlich auch recht hart war zu sich selbst. Ich selbst habe im Laufe meiner Krankheit die Erfahrung gemacht (in anderer Form als Du), wie stark unsere Mütter uns prägen können. Und vielleicht hast Du ein Stück dieses "Hart-seins-gegen-sich-selbst" von Deiner Mutter übernommen. Aber jeder Mensch ist doch ein Individuum, jeder hat andere Belastungsgrenzen usw. Mir drängt sich ein bisschen die Frage auf, ob Du das, was Deine Mutter Dir vorgelebt hat, wirklich wiederholen musst, indem Du wenig Rücksicht auf Dich selbst nimmst, indem Du ganz stark an Deine Grenzen gehst, indem Du ziemlich hart zu Dir selbst bist? Ich denke, Du kannst und darfst Dein eignes Leben leben mit Deinen eigenen Werten und Deinen eigenen Prioritäten (ohne dass dadurch die Leistung Deiner Mutter geschmälert oder verändert würde).

Und auch wenn Du einen Schwerbehindertenausweis beantragst (Schwerbehinderung ab GdB 50), so leistest Du doch nach wie vor Deinen "Beitrag zur Gesellschaft", indem Du weiterhin arbeiten gehst und damit weiterhin Steuern, Krankenkassenbeiträge, Rentenversicherung usw. aus Deinem Gehalt bezahlst. Natürlich hast Du auch einige Vorteile aus der Schwerbehinderung wie z.B. höheren Kündigungsschutz, mehr Urlaub, einen zusätzlichen Steuerfreibetrag. Doch auch für Deinen Arbeitgeber kann sich daraus ein Vorteil ergeben, wenn sich ggf. die Ausgleichsabgabe reduziert, die er bezahlen muss, wenn er nicht die gesetzlich vorgeschriebene Quote schwerbehinderter Mitarbeiter im Betrieb angstellt hat.

Es gibt also ganz verschiedene Perspektiven, unter denen man diese Beantragung sehen kann ... vielleicht überlegst Du es Dir ja nochmals.

Und sei bitte nicht ganz so hart zu Dir selbst, höre (wenigstens ein kleines bisschen) darauf, was Dir Dein Körper sagt, respektiere es, wenn Du erschöpft bist und gönne Dir auch ab und zu die nötige Ruhe - denn ich kann Angela dahingehend zustimmen, dass sich am Ende keiner bei Dir bedankt, wenn Du wirklich nicht mehr kannst! :)

Ich wünsche Dir eine gute, für Dich richtige Entscheidung.

Viele herzliche Grüße von Flora
Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst.
Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

6

Donnerstag, 3. Juli 2014, 22:16

Noch was vergessen: die Schwerbehinderung erhältst du wegen einer Krebserkrankung nur für fünf Jahre. Das ist die Zeit der "Heilungsbewährung" und Du giltst danach wieder als "gesund", außer die Krebserkrankung ist erneut aufgetreten, was sich keine von uns wünscht, oder es bestehen andere gesundheitliche Beeinträchtigungen, für die ein GdB eingeräumt wird.

Viele Grüße von Flora
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7

Donnerstag, 3. Juli 2014, 22:23

Sherbehindertenausweis

Hallo meine Liebe,



habe deinen Beitrag mehrmals gelesen. Warum willst du diesen Antrag eigentlich nicht stellen. Denk ein bisschen mehr an dich und hör auf deinen Körper. Ich kann nicht verstehen, dass du während der Bestrahlung auch noch arbeiten gegangen bist. Warum tust du dir das an? Ich habe gerne gearbeitet, es hat mir Spaß gemacht, aber als ich krank wurde, hat mich meine Arbeitgeberin schon während der Krankschreibung rausgeschmissen. Ich war damals sehr enttäuscht, habe viele Überstunden gemacht, aber plötzlich war man nichts mehr wert. Du hast durch diesen Ausweis eine ganze Reihe von Vergünstigungen (wenn du noch länger arbeiten muss).

Denke nochmals drüber nach. Überdenke, was für dich gut ist. Es ist eine schwere Erkrankung, so schnell erholt man sich nicht davon. Ich bin nach 16 Jahren erneut erkrankt. Jetzt bin ich aber Rentner. Den Schwerbehindertenausweis habe ich immer noch, man hat aber als Rentner nicht so viele Vergünstigungen. Du weißt nicht, was es noch alles für Gesetze geben wird, und da braucht man vielleicht doch mal diesen Ausweis. Er muss aber über 50 % liegen. Hätte ich damals diesen Ausweis und das Alter von über 50 Jahren gehabt, hätte ich nicht ohne Abzüge in Rente gehen können.



Liebe Grüße

Eisprinzessin

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8

Donnerstag, 3. Juli 2014, 22:26

Hallo Flora,

du hast du Situation richtig erkannt. Man ist von den Eltern geprägt. Und ich auch hier, genau wie du es beschreibst. Meine Mutter hatte auch Brustkrebs das kommt auch noch dazu (sie ist aber von natürlichen Ursachen gestorben und "alt"). Man übernimmt einige Werte von der Mutter. Als mein Mann meine Mutter zum ersten mal kennenlernte sagte er "das erklärt einiges", das war aber gut gemeint. Aber da sieht man.

Gerade die Einstellung zu den schwerbehinderten hatte mich von ihr beeindruckt. Es gab nämlich damals Leute, die prahlten, wenn sie diesen Ausweis bekamen und sagten, dass sie einfach zum Arzt gingen und übertrieben ihren Rückenschmerzen. Da ist es vielleicht normal wenn der, der richig behindert und nicht mehr als 100 Meter ohne Pause gehen kann, sich aufregt. Aber damals war es so. Heute kriegt man es nicht so leicht.

Danke für die Argumente. Das gibt mir doch zum denken. Am meisten würde ich gerne dem Arbeitgeber sagen können, ich kann 110 Prozent nicht mehr wie früher leisten. :-)

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9

Freitag, 4. Juli 2014, 09:32

Hallo Amalie. Ich denke auch das du mehr an dich denken sollst. Bei mir in der Firma wissen alle über meine Diagnose Bescheid. Ich muss mich ja nicht dafür schämen. Aber das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe auch ganz grosse Probleme damit Hilfe anzunehmen. Bin auch am Anfang mit meiner Therapie (Chemo geht demnächst los). Eine Kolegin von mir sagte genau das richtige. Ich bin immer für alle da, so wie du wahrscheinlich auch. Jetzt habe ich verdamt noch mal das Recht Hilfe einzufordern.Ausserdem möchten die anderen auch mal etwas für mich tun. Dein Arbeitgeber wird sich nicht bei dir bedanken und selbst wenn was hast du davon? Außer das du nicht auf dich geachtet hast. Jetzt bist du wichtig und das sollte auch das wichtigste für dich sein. Ich habe natürlich den Antrag gestellt und werde die Woche mehr Urlaub nutzen um mir etwas schönes zu tun. Und der Steuervorteil gleicht ja nur ein bisschen die ganzen Kosten aus die auf uns zukommen. Der Krankenkasse ist es tatsächlich egal ob die Krankengeld beziehst oder nicht. Wenn du keins beziehst merken die es ja nicht mal.Also nimm die guten Ratschläge an. Tu das was die gut tut und denke dabei nicht an andere. LG Petra
Begene dem Unvermeidlichen mit Gelassenheit. :P

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10

Freitag, 4. Juli 2014, 10:44

Liebe Amalie,

ich glaube Flora hat ganz wunderbare Worte gefunden.
Auch ich hatte dieses Gefühl bei dir, konnte nie richtig zuordnen, warum du zB die Krankheit vor deinen Kollegen geheim hälst. Jetzt ist deine Sichtweise deutlicher. Auch ich wurde von meinen Eltern als Kämpfer groß gezogen. Wie oft hörte ich den Spruch: "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott." Mich hat das sehr stark gemacht und ich glaube, auch du bist eine starke Persönlichkeit. Allerdings haben meine Eltern mir auch immer ganz deutlich gemacht, dass man auch mal schwach sein darf. Und man nicht alles alleine schaffen muss. Das man Hilfe annehmen darf und man deshalb nicht schwächer ist, sondern ganz im Gegenteil: Man ist noch viel stärker, weil man erkennt, dass man alleine nicht weiter kommt.

Kennst du dieses berühmte Gebet von Reinhold Niebuhr?
God, grant me the serenity to accept the things I cannot change, courage to change the things I can and wisdom to know the difference.
(Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden)

Ich finde es für unsere Erkrankung sehr passend.
Vielleicht hilft es dir auch ein bischen in deiner Situation?

Ich wünsche dir eine für dich richtige Entscheidung.

LG, Sonja

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11

Freitag, 4. Juli 2014, 15:17

Eisprinzessin - Es hat mir zum denken gegeben, wenn ich dein Geschichte höre, dass der Arbeitbeger so ist. Mein Arbeitgeber ist auch nicht so verständlich. Ich will ja nicht sagen, was ich habe, und daher "mobben" die Kollegen. Eigentlich sollte der Arbeitgeber dagegen was machen. So das wäre ein Grund für den Ausweis.

Schaiti - Bei mir in der Firma will ich nicht, dass die Kollegen bescheid wissen. Sie können diese Informationen nicht intern halten. Das würde heissen, dass jeder Kunde würde davon erfahren. Da wäre ich für ewig gezwungen mit allen möglichen Leuten darüber zu reden (mehrere Hunderte von Menschen). Das will ich nicht. Du hst auch recht, dass der Arbeitgeber wird sich nicht bedanken, dass man keine Auweis beantrag hat :-)

Sonja - Ja ich kenne das Gebet. Es ist sehr schön und passend. Danke für deine persönliche Einsicht. Es kann sein, dass es eine Stärke ist zu sagen man ist schwach (muss ich immer wieder vor Gott auch beugen und erkennen :-) Gott sagt wir sind schwach in uns selber aber stark in Ihm.
Ich hoffe, man versteht, warum ich es geheimhalten will. Sobald die es wissen, habe ich keine "Recht" auf diese Information. Sie werden es allen erzählen. Es ist Dynamit für sie. Es sind nur drei Personen. Wäre es nicht für die, würde ich es erzählen. Aber wie gesagt, ich werde keine Ruhe für mich haben, wenn sie es wissen. Sie werden es definitiv nicht geheimhalten können. Das bestätigt mein Mann, der sie kennt und auch eine Freundin. Sie haben kein Respekt für die Situation andere. Das machen sie auch bei anderen genauso.
Es hängt auch damit zusammen, was für ein Job man ausübt und was für eine Beziehung man nach draussen hat und mit wie vielen Leuten man zu tun hat. Kunden und Zuliferanten werden dann immer wissen wollen, wie es geht, Gesprächthema halt. Über diese doofe Krankheit möchte ich nicht, dass die Leute mich definieren :-) Und auch möchte ich nicht ständig die Leute versichern, dass alles ok ist. Da kann ein Pflicht kommen.

12

Freitag, 4. Juli 2014, 20:07

Liebe Amalie,

jeder muss seinen Weg finden und diesen gehen und deinen Weg hast du eingeschlagen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Stärke
diesen für Weg, denn ich finde du hast dir einen sehr harten Weg ausgesucht. Es sind ja nicht nur die körperlichen Beschwerden die du zu bekämpfen hast - du musst die Krankheit ja auch verabeiten und da bin ich mir nicht so sicher, ob dein Weg das ermöglicht.

Ich kann es hingegen gut verstehen, dass du deine Erkrankung nicht an die grosse Glocke gehängt hast auf der Arbeit. Ich wollte das zuerst auch nicht tun, und habe nach meiner Diagnose zunächst nur meinen Abteilungsleiter zu dem ich einen sehr guten Draht habe "eingeweiht". Die Gesprächt mit ihm haben mir viel Zuversicht und Hoffnung gegeben. Mit ihm gemeinsam haben wir uns auf eine "Informationspolitik" verständigt - denn ich hatte einerseits das Gefühl, das es niemanden was angeht aber andereseits wollte ich auch keine Spekulationen und bezüglich meines Fehlens oder sonstige Gerüchte im "Flurfunk" verteilt wissen.

Mein Fokus liegt im Moment darauf gesund zu werden - dafür nehme ich mir nun die Zeit, die ich brauche und auch die Hilfe, die ich bekommen kann. Dazu gehört auch der Schwerbehindertenausweis, der wie bereits in den Vorgängerbeiträgen erwähnt den ein oder anderen Vorteil bringt. Zu meinem Genesungsprogramm gehört es, jeden Tag zu einem schönen Tag zu machen - ich habe z.B. schon viele Ausstellungen und Museen besucht, für die ich Dank des Ausweises nur den ermässigten Eintritt zahlen musste. Ich bin nicht der Typ,
der wegen jedem "Pipifax" zu Hause bleibt - aber Krebs ist nunmal eine andere Liga als eine Erkältung und ich glaube niemand hat etwas davon, wenn man sich zu früh wieder zu viel zumutet. Ist man erst mal zurück am Arbeitsplatz, dann wird auch erwartet dass man 100% Leistung erbringt. Ich für meinen Teil glaube nicht, dass ich momentan
schon dazu in der Lage wäre - dazu ist die Therapie doch zu anstrengend gewesen.

Aber wie bereits gesagt - jeder muss seinen eigenen Weg finden und ihn gehen. Was ich für mich gut finde, gilt noch lange nicht für einen anderen.

LG
Kaktus
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13

Freitag, 4. Juli 2014, 22:01

Jeder muss seinen Weg finden - jeder selbst entscheiden

Liebe Amalie,
die Diskussion wegen ¨Wer darf es wissen¨ hatten wir beiden schon mal :) - da waren und sind unsere Voraussetzungen einfach unterschiedlich, ich konnte mich, im Gegensatz zu dir, - sehr zu meiner Verwunderung, ich hatte damit nicht gerechnet - 100% auf meine Kollegen/innen verlassen - da ist absolut nichts an andere Stellen durchgesickert.

Zum Thema Schwerbehindertenausweis : Mir ging es so, dass ich vorher keinerlei Ahnung hatte, dass das wohl ¨üblich¨ ist nach Krebs - ich wusste gar nicht, was die Dame vom Sozialdienst, die mir freundlich am Krankenbett nach der 1. OP anbot, den Antrag gleich mit mir auszufüllen, von mir wollte, ich konnte in dem Moment auch gar nicht akzeptieren, dass ich eine Einschränkung hinnehmen musste - ich hatte immer voll gearbeitet, mit 2 Kindern und Haushalt. Ich steckte den Antrag ein und las ihn in Ruhe zu Hause - und stellte mir die Frage, warum ich auf diese Vorzüge verzichten sollte. Ich fand keinen logischen Grund. Warum sollte ich auf Stundenreduzierung in meinem Fall bzw. 5 Tage mehr Urlaub verzichten? Durch die Erkrankung haben wir so viele Nachteile - warum sollte man dann auf einen Ausgleich verzichten, der der eigentlichen Belastung nicht annähernd gleich kommt?
Ich habe den Antrag dann recht zügig ausgefüllt und an die zuständige Stelle geschickt.... Vielleicht bin ich damit auch etwas egoistischer geworden - aber ich glaube mittlerweile, dass wir Betroffenen das auch müssen, nach den vielen Gesprächen hier im Forum habe ich den Eindruck, dass hier sehr, sehr viele Damen unterwegs sind, die immer an andere gedacht haben und sich um andere gekümmert haben - dabei aber die eigenen Bedürfnisse nicht wirklich beachtet haben. Ist keine wissenschaftliche Erkenntnis, nur ein Eindruck!
Ich habe für mich ganz persönlich aus dem Ganzen einige Schlüsse und Konsequenzen gezogen und arbeite besträndig daran, sie im Alltag auch umzusetzen. Dazu gehört auch, mehr für mich selbst zu sorgen und mich nicht ¨aufzuopfern¨, weder aus Liebe noch aus Pflichtbewusstsein - davon hätte ja auch wirklich niemand etwas, weder ich selbst noch meine Familie und meine Freunde noch ´mein Arbeitgeber!
Ich bin nach wie vor kein Egoist, der werde ich auch nie werden - aber ich nehme mich und meine Bedürfnisse mehr wahr und meine Rechte dazu in Anspruch. Das Ist mein Weg, auf dem ich auch immer wieder mal stolpere - ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest und gehst mit einem guten Gefühl .
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Das LEBEN ist das, was DU daraus machst, jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde, jeden Tag!

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14

Mittwoch, 9. Juli 2014, 22:38

@ Kaktus - danke für deine Erfahrungen. Ich hätte mir auch so eine Situation gewünscht, in der man dem Chef es sagen könnte und sich geeinigt auf eine Informationspolitik. Das würde bei uns leider nicht gehen. Ich habe bald einen Termin mit dem Betriebsarzt und werde ihm sagen, dass ich unzufrieden damit bin, dass die Mitarbeiter in so einem Fall nicht beschützt werden. Es wäre schön, wenn er der Geschäftführung sagen würde, es ist jemand da mit einer Krebsdiagnose, aber er/sie hat kein Vertrauen, dass das Unternehmen diese Informationen intern behalten kann.

@ Sonnenblümchen danke für deinen Gedankenschilderung hierzu. Es hilft mir auch eine Entscheidung zu treffen. Ich denke auch, dass du recht hast, wenn du sagst, dass es viele hier gibt, die an andere immer gedacht habe, eher als sich selbst. Das ist auch meine Beobachtung.

Also ich habe beschlossen, den Antrag doch zu stellen. Ich habe herausgeunden, dass unser Betrieb mehr als fünf Schwerbehinderte haben. In so einem Fall hat das Unternehmen auf eine Wahl eines Schwerbehindertenvertreter einzuwirken. Das haben sie nicht gemacht! Deshalb habe ich gedacht ich werde dies vorantreiben und werde mich selbst als Kandidatin aufstellen lassen. Hoffentlich werde ich gewählt. Dann kann ich dann gleichzeitig für die Rechte erkrankten/behinderten Menschen "kämpfen". Da kann ich sozusagen weiterhin die Kampagne meiner Mutter weitertreiben.
Ausserdem steht im Bibel, dass wir die Gesetze des Landes folgen sollen. Und da habe ich mich gedact, dass dies ja auch unter einem Gesezt gehört.
Ich konnte auch jemand anderes im Unternehmen, der krebskrank ist, vorschlagen, dass er diesen Antrag stellt. Aber er hatte es schon gemacht! War aber dankbar dass ich darüber gedacht hatte. Leider konnte ich ihm ja aus besagten Gründen meine Diagnose nicht mitteilen. Schade weil ich ihm das gerne erzählt hätte. Aber habe Angst er erzählt es aus Versehen jemanden aus meiner Abteilung.

Ich werde den Antrag stellen und werde dem Arbeitgeber nicht von der Diagnose sagen. Ich werde aber darauf bestehen, dass in der Zukunft werde ich nicht mehr machen als das was geplant ist (sie nutzen die Leute nämlich ziemlich aus).

Danke an alle für die Ratschläge. Die Überzeugung hat doch nicht viele Tage gebraucht.

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15

Donnerstag, 10. Juli 2014, 07:21

Hallo amalie. Ersteinmal daumen hoch für deine Entscheidung :thumbup: .und dann den zweiten hoch :thumbsup: dafür das du dich als Kandidat für die schwerbehinderten Vertretung aufstellen lässt. Toll! Ich arbeite in einem sehr großen betrieb. Meine Chefs bringen mir viel Verständnis entgegen. Jedenfalls jetzt un meiner akuten krankheitsphase. Mal sehen wie es wird wenn ich im nächsten jahr wieder los lege. Sollte es problematisch werden wünsche ich mir jemanden wie dich an meiner seite.es ist einfach toll das du es jetzt so an gehst. Respekt. Lg petra
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16

Donnerstag, 10. Juli 2014, 14:25

Liebe Amalie, :thumbup:
ich freue mich sehr für dich, dass du den Antrag stellen willst. Tu es!! Ich kann dem nur voll zustimmen, was meine Vorschreiberinnen dazu gesagt haben.
Es wird dir niemand danken, wenn du dich im Betrieb aufopferst. Nur du hast den Schaden davon!
Und suuuper, meine Hochachtung, dass du dich als Kandidatin zur Verfügung stellen willst. Ich kann mir vorstellen, dass du dafür gut geeignet bist und dass die Leute auf deine Verschwiegenheit zählen können. :thumbsup:
Pass auf dich auf und tu auch was für dich, nicht nur für die Anderen!
Viel Erfolg dabei und
alles Liebe und viel Kraft wünscht dir
Mohnblume

Australienurlauber

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17

Donnerstag, 10. Juli 2014, 18:39

Kopfschütteln

Liebe Amalie!

Wenn ich lese, wie du die OP auf Urlaub gemacht hast und jetzt wieder fleissig arbeitest, kann ich das leider nicht nachvollziehen. Anstelle dir Gedanken über die Auswirkungen des Schwerbehindertenausweises zu machen, solltest du dir erst mal die Zeit und Ruhe gönnen, mit deiner Erkrankung klar zu kommen. Sorry, wenn ich das, schreibe. Ich denke, du bist noch unter Schock, wie ich das auch in den ersten Wochen erlebt habe. Sei dir sicher, gedankt bekommst du das von keiner Seite, weder von Arbeitgeber und auch nicht von deinem Körper.

Versuche an dich und an deinen Körper zu denken. Ihr braucht Ruhe. Gönne dir - trotz vielleicht schlechtem Gewissen - einen Krankenschein, egal was AG und Kollegen denken.

Krebs ist keine Erkältung.

Liebe Grüße und gönne dir eine Auszeit
Australienurlauber

18

Donnerstag, 10. Juli 2014, 22:13

Hallo Ihr Lieben,

ich wollte einfach einmal etwas zu bedenken geben:

Wir alle hier haben zwei große Gemeinsamkeiten: eine hinter uns liegende Krebsdiagnose und die Suche nach einem Weg, wie wir diese Diagnose, die nachfolgenden Therapien und die Erkrankung insgesamt in unser Leben integrieren können.

Was uns - bei allen weiteren, möglichen Gemeinsamkeiten, die sich ergeben - aber grundlegend unterscheidet, ist der Umgang mit der Erkrankung. Jede wird, nein muß, sich auf die Suche machen nach ihren ganz eigenen Weg. Und eine Suche bedeutet auch, dass sich mein eigener Weg, von dem anderer grundlegend unterscheiden kann, dass ich in Sackgassen geraten kann und umkehren muss, dass sich vor mir unüberwindbar scheinende Hindernisse auftürmen, die ich nur mit Hilfe von außen, von anderen Menschen überwinden kann. Einen schnurgeraden Weg sehen zu Beginn ihrer Erkrankung wahrscheinlich nur wenige vor sich liegen.

Jeden, der auf der Suche nach seinem eigenen Weg ist, kann von uns nur begleitet werden, mit unseren Tipps und mit unserem Rat, mit der Weitergabe unserer Erfahrungen. Manches davon übernimmt der Suchende für sich, anderes verwirft er als "nicht passend". Und so gibt es letztlich kein "richtig" oder "falsch" in unseren Entscheidungen, sondern nur unsere eigenen Entscheidungen - und möglicherweise müssen wir zu gegebener Zeit die getroffenen Entscheidungen korrigieren.

So kann es natürlich auch vorkommen, dass wir das eine oder andere Mal kopfschüttelnd vor unseren PCs sitzen und uns denken "Warum nur verhält er sich so oder so? Es wäre doch viel besser, wenn er dies oder jenes tun würde!" Dieser Gedanke kommt aber aus unserem jeweiligen eigenen Erfahrungsschatz. Und Erfahrungen, die muss man selbst machen, gemäß einem Zitat von Kurt Tucholsky: "Erfahrungen vererben sich nicht, jeder muss sie alleine machen."

Und so hast Du, liebe Amalie, Deinen ganz eigenen Weg (gemischt aus unseren Tipps und Deiner eigenen Einstellung) gefunden, mit der Beantragung der Schwerbehinderung umzugehen. Vielleicht ändert sich zu einem späteren Zeitpunkt dieser Weg - auch was Deine Arbeit angeht - nochmals. Aber für den Moment ist es so für Dich in Ordnung und ich freue mich, dass wir Dich bei Deiner Suche unterstützen konnten.

Viele Grüße von Flora
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19

Samstag, 12. Juli 2014, 11:43

@Schaiti - danke für die Ermutigung :-) Ich hoffe, dass du in deiner Arbeit dann gut zurück finden kannst.

@Mohnblume - du hast recht. Keiner wird sich bedanken, dass man den Antrag nicht gestellt hat! Ja wir müssen lernen "mehr ego" zu werden.

@Australienurlauber - danke dass du es direkt schreibst. Ich stehe nicht unter Schock :-) ich habe es geplant! Ich weiss seit Februar dass es MammaCa ist. Und habe sofort geplant, wie ich es machen würde. Die OP (ohne Therapie da zwischen) war dann erst in Mai, so dass ich 3-4 Monate hatte, alles schön zu planen. Es hat mir unendlich geholfen, dass mein Mann schon Krebs hatte. Vor 28 Jahren. Wir haben oft darüber geredet (bevor ich mich erkrankte) und was er durchging, so dass wenn ich mich erkrankte, hatte ich sozusagen eine gute Grundlage.
Er selbst hatte damals gearbeitet während Chemo und Bestrahlung und hat mir gesagt es hat ihm geholfen abzulenken. Während der Bestrahlung arbeite ich auch und ich glaube es tut mir gut.
In meiner Familie sind drei andere Brustkrebserkrankt: meine Schwester, meine Mutter und die Schwester meiner Mutter. Der Schock für mich war dann nicht ernorm.

@Flora danke für deine immer sehr konstruktive und neutrale Antworte und Denkweise. Du hast recht wenn du schreibst, dass jeder für sich einen paassenden Weg finden muss. Jeder hat andere Hintergründe und Werte und das macht jeden fall komplex. Für mich hilft es sehr andere Meinungen zu hören und auch andere Erfahrungen. Man kann immer daraus lernen. Zudem ist es auch sehr interessant zu hören. Ich bewundere die Vorgehensweise von manchen hier.

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20

Samstag, 12. Juli 2014, 23:10

Hallo ihr lieben Foris,

jetzt habe ich schon ein paar Tage über diesen Thread nachgedacht und hatte mir letzte Nacht Worte überlegt.
Und jetzt hat die liebe Flora genau das ausgesprochen, was in mir vorgegangen ist.
Danke Flora!

Ich mag dieses Forum sehr, weil alle offen und ehrlich sind, aber vor allem auch weil Meinungen normalerweise respektiert werden und mit viel Empathie aufeinander eingegangen wird.
Ich wünsche mir sehr, dass es auch so bleibt. Es steht außer Frage, dass jeder seine Meinung sagen darf, natürlich stehen hier öfter konträre Standpunkte gegenüber. Das ist auch gut so, denn es bringt uns alle weiter und regt an mit neuen Ideen oder ergibt einfach mal einem Umdenken um 5 Ecken.

Ich glaube die große Kunst ist es, nicht von sich auf andere zu schließen.
Liebe Amalie, auch mein erster Impuls war: Warum nur macht sie das? Warum tut sie sich das an? Dann habe ich den Thread erstmal ruhen lassen, habe versucht zu verstehen, warum du so handelst und habe dann versucht dir meinen Standpunkt zu erzählen, ohne dem Impuls nachzugeben und Unverständniss auszudrücken. Das hätte weder dir, noch mir geholfen.

Wie Flora schon schrieb: Es gibt nicht nur eine Umgangsweise. Und ich finde, dass muss man nicht akzeptieren, sollte man aber auf jeden Fall tolerieren.

Jede und jeder von uns wird seinen Weg machen. Ganz individuell.
Wir können uns ein Stückchen gegenseitig begleiten und vielleicht mal eine zeitlang den Rucksack des anderen tragen, damit es leichter für ihn ist, aber jeder wird auch mal ein Stück der Reise alleine weiterführen, weil es gerade dran ist und da sollten keine Steine von uns rübergeschoben werden.

Lieben Gruß!
Sonja