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Traudel

unregistriert

1

Freitag, 3. März 2017, 04:22

Immer noch Angst

Hallo,

ich bin neu hier und entsprechend unsicher. Nach dem zweiten Rezidiv habe ich meine Brust amputieren lassen. Im Nachhinein würde ich die Entscheidung lieber früher getroffen haben. Allerdings waren dire drei Monate Kompressions-BH und Bewegungseinschränkungen belastender als erwartet.

Die ständigen Kontrollen und damit verbundenen Ängste sind vorbei, ich erlebe eine neue Lebensqualität, bin aber irgendwie noch traumatisiert.

Kennt hier jemand die Situation, dass eigentlich alles vorbei ist, die Angst aber bleibt?

Danke für Antworten!

Beiträge: 2 411

registriert seit: 21.02.13

Wohnort: OWL

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2

Freitag, 3. März 2017, 06:00

Hallo liebe Traudel :P

erst einmal ein herzliches Willkommen hier in unserem Forum 8o schön, dass du uns gefunden hast.
Deine Gefühle sind vielen von uns bekannt…
Bei mir ist die Angst im laufe der vielen Jahre weniger geworden, auch wenn ich zu den Mädels gehöre die immer wieder mit Rezidiven zu tun hat.
Ich glaube, ich habe mich über die Jahre damit abgefunden/irgendwie gelernt damit umzugehen, dass ich auf der Hut sein muss und dadurch unter
ständige Kontrollen bin. Das heißt aber nicht, dass die Angst verschwunden ist, sie ist schon ein ständiger Begleiter aber nicht mehr so wie in den ersten Jahren.
Aber, die Angst kann bei mir auch mal wieder ganz präsent sein durch verschiede Situationen.

Du hast nach der Amp. für 3 Monate einen Kompressions-BH getragen, dann müsstest du einen Aufbau bekommen haben, oder habe ich das falsch gelesen/verstanden?

Traudel, hier bei uns kannst du all deine Sorgen und Ängste ein stückweit loswerden und auch alle deine Fragen stellen die dir auf dem Herzen liegen.
Es ist immer jemand da……………

Nun wünsche ich dir einen guten Austausch :thumbup:

Grüßle :) ika :)
Lachen ist die beste Medizin,
also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
es tut nicht we
h
:thumbsup:

Saphira

Moderatorin

Beiträge: 2 007

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3

Freitag, 3. März 2017, 08:06

Liebe Traudel,

ich begrüße Dich recht herzlich bei uns hier im Forum.

Deine Situation, dass nach Abschluss der Therapien die Ängste bleiben, kennen viele von uns. Es gibt viele unterschiedliche Strategien, einen Umgang damit zu finden. Oft ist es hilfreich, sich mit Gleichbetroffenen auszutauschen, z.B. in Selbsthilfegruppen vor Ort, wie sie von der Frauenselbsthilfe nach Krebs angeboten werden (s. https://www.frauenselbsthilfe.de/kontakt…en-vor-ort.html) oder eben hier im Forum. Und manchmal kann es nötig sein, professionelle Hilfe (z.B. von Psychoonkologen oder psychosozialen Krebsberatungsstellen) in Anspruch zu nehmen. Was für Dich richtig ist, kannst nur Du selbst herausfinden - und möglicherweise können wir Dich dabei unterstützen.

Ich wünsche Dir einen guten Austausch und natürlich auch, dass Deine Ängste bald etwas in den Hintergrund treten.

Herzliche Grüssles


Saphira
Mitglied des Moderatoren-Teams

Beiträge: 312

registriert seit: 20.12.16

Wohnort: Düsseldorf

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4

Freitag, 3. März 2017, 09:21

Liebe Traudel,
auch ich möchte dich ganz herzlich in diesem Forum willkommen heißen und wünsche dir einen guten Austausch!
Ich gehöre auch zur Brustkrebsfraktion, bei mir wurde allerdings direkt bei der ersten Op amputiert. 4 Jahre später haben sich dennoch Metastasen gebildet.
Aber dass du nach zwei Rezidiven gefühlsmäßig Achterbahn fährst und nicht zur Ruhe kommst, ist nachvollziehbar. Lass dich mal vorsichtig umarmen und drücken!
Vielleicht ist Saphiras Vorschlag bzgl Inanspruchnahme einer Psychoonkologin einen Gedanken wert. Mir hat das geholfen und hilft noch immer, auch wenn meine Termine bei der Psychoonkologin nur noch sporadisch stattfinden.
Es wird im Laufe der Zeit besser mit den Ängsten, aber die Seele benötigt viel mehr Zeit zum Heilen als der Körper und ist einfach längere Zeit traumatisiert. Warst du denn schon in einer AHB? Auch dort gibt es häufig gute Angebote zur Verarbeitung der Krankheit.
Bei Sorgen, Fragen und Ängste kannst du dich jederzeit ans Forum wenden, hier steht dir fast immer jemand hilfreich zur Seite. Auch wenn dir mal einfach nach Ausheulen zumute ist.
Für die nächste Zeit wünsche ich dir ganz viel positive Energie und Durchhaltevermögen!
Lg Katzi64

Beiträge: 54

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Wohnort: Berod

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5

Freitag, 3. März 2017, 12:56

Hallo Traudel

Herzlich Willkommen in diesem Forum.
Ich gehöre auch zur Brustkrebs fraktion und habe auch schon mein 2. Rezidiv, wie du siehst bist du nicht alleine. Auch ich fahre oft genug gefühlsmäßig Achterbahn, aber es wird besser. Ich kann dir Gespräche mit einer Psychoonkologin nur empfehlen, es hiilft die Angst ein wenig in Schach zu halten.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft für die Zukunft.

Lg,
Hoffnungsstern

Traudel

unregistriert

6

Freitag, 3. März 2017, 16:52

Danke

Euch allen ganz herzlichen Dank für das freundliche Willkommen!

Ja, ich habe einen Aufbau bekommen und bin froh, den Kompressions-BH endlich los zu sein. Sicher wird es noch eine Weile dauern, bis meine gereizte Haut sich erholt hat.

Der Chirurg hat gesagt, mein Rückfallrisiko sei nunmehr gering, mein Kopf versteht das, nur meine Seele macht nicht so recht mit. Ich kann es mir nicht erklären, aber die Ängste sind schlimmer als nach den beiden anderen Operationen.

Dabei bin ich besser dran als alle, von welchen ich hier gelesen habe. Da ich nie Lymphbefall hatte, ist mir die Chemo erspart geblieben, vor der ich am meisten Angst hatte.

Ich bin ziemlich durcheinander, hoffe mich fangen zu können, indem ich mir meine Sorgen von der Seele schreibe.

Ob ich psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehme, kann ich zur Zeit nicht sagen. Offen gestanden habe ich gerade von Arztpraxen die Nase gestrichen voll!

Das Beste an der Amputation ist, dass der Abstand zwischen den Kontrolluntersuchungen jetzt größer ist als in den letzten drei Jahren. Ich will mein Leben und meine Lebensqualität zurück!

Bisher hat jeder meine Stärke und Haltung bewundert, mir blieb auch kaum etwas anderes übrig. In den drei Jahren seit der ersten Diagnose habe ich nacheinander und streckenweise parallel bei beiden Eltern die Sterbebegleitung durchstehen müssen. Meine Tochter ist psychisch krank, ich musste und muss doch stark sein! Im Krankenhaus sagte man mir, eine so durch und durch optimistische und positive Patientin habe die Station noch nicht erlebt.

Ich bin aufrecht sitzend, lachend und singend aus dem OP hochgekommen, damit mein völlig verängstigtes Kind zur Ruhe kommen konnte.

Es hat mich verrückt gemacht, Wochen lang viele körperlich anstrengenden Arbeiten nicht ausführen zu können, ich bin es gewohnt, alles alleine zu stemmen.

Jetzt bin ich endlich wieder voll einsatzfähig und müsste eigentlich glücklich sein. Warum mich gerade jetzt die Ängste überfallen, verstehe ich nicht.

Vielleicht hat hier jemand Ähnliches erlebt und kann mir helfen, zu begreifen, was eigentlich mit mir los ist? ?(

Danke!

Beiträge: 719

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7

Freitag, 3. März 2017, 18:19

Liebe Traudel ,

Auch ich möchte dich hier im Forum herzlich begrüßen .Du hast ja auch schon eine Strecke hinter dir ....
Ich gehöre auch zur BK - Fraktion und bin gerade fertig mit allen Therapien und Ende März geht es zur AHB .

Habe gerade lange über deinen letzten Post nachgedacht . Auch ich bin ein durchweg positiver Mensch , mein Leitspruch schon seit Ewigkeiten ist der mit dem Mut Dinge zu ändern , die man @ndern kann , Dinge hinzunehmen die man nicht ändern kann und die Weisheit , das eine vom anderen unterscheiden zu können .....Und danach hab ich immer gehandelt .Ich mache mir keinen grossen Kopf über Dinge die sind wie sie sind .Zudem staunen auch immer alle über meine Fröhlichkeit trotz oder mit Krankheit ...Und ich hab manches Mal selbst schon gedacht , das es nicht normal ist....
Was ich damit sagen wollte ..Grins ...( Könnte wieder n Roman werden ) ich hab immer noch keine Panik....Aber jetzt nach der Behandlung wird die Angst auf das " unbekannte Grau = Zukunft auch mehr .Wir können die Seele nicht zu 100% beeinflussen und sie hat wohl ihr eigenes Tempo um alles zu verarbeiten .Vielleicht müssen wir es auch ein Stück weit zulassen , damit sie nicht ständig anklopft .Auch die Seele möchte gehört werden , sonst klopft sie immer lauter .
Ich habe mich auch entschlossen , in der AHB einmal ein Gespräch zu führen .Entweder um zu hören , das ich total quer und konfus denke ( ich komm aber gut damit klar ..Lach ) oder einfach eine Hilfestellung zu bekommen .Aber leicht fällt mir das nicht :D
Also....Eigentlich wollte ich dir nur sagen , es geht mir ähnlich:D
Und wenn das Fass überläuft , dann einfach drauflosschreiben , hier versteht jeder was du meinst !!!
( Und ich hoffe mich jetzt auch :D liebe Grüße von Mosicha
Sollte das Leben Dir in den Hintern treten , dann nutze den Schwung um vorwärts zu kommen.

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Beiträge: 113

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8

Freitag, 3. März 2017, 18:51

Liebe Traudel,

auch von mir noch ein herzlich Willkommen.
Die Angst ist hier immer wieder Thema. Sie wird uns wohl nie wieder ganz loslassen. Man muss irgendwie lernen, mit ihr zu leben, ihr aber keinen zu großen Raum zu geben.
Ich vermute, du bist jetzt einfach in ein Loch gefallen. Die Therapien sind zu Ende, man kommt zur Ruhe und dann fangen die Gedanken auf einmal an zu kreisen. Mein Kopf weiß auch, dass ich gute Chancen auf Heilung habe, aber so ein kleiner Kobold sitzt da irgendwo und versucht, mich immer wieder zu verunsichern.
Ich bin auch schon oft für meine Stärke bewundert worden. Aber irgendwann ist auch der beste Akku mal leer. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben. Ich saß einfach irgendwann da, hab nur noch geheult und für mich festgestellt, dass ich einfach nicht mehr kann. Diese Erkenntnis war für mich schon der erste Schritt in die richtige Richtung. Man muss nicht immer stark sein. Man darf auch Momente der Schwäche haben. Man kann lernen, manche Aufgaben abzugeben oder einfach zu sagen, wenn man sich überfordert fühlt. Das ist nicht ganz einfach, macht denn das Leben aber viel leichter. Ich habe angefangen, meine Gedanken für mich aufzuschreiben und habe mir eine Selbsthilfegruppe zum Austausch gesucht.

Ich denke, du bist schon auf einem guten Weg, indem du dich hier angemeldet hast und den Austausch suchst. Einfach mal alles aufzuschreiben, ist für viele schon eine große Hilfe.

LG Danka

Beiträge: 549

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9

Freitag, 3. März 2017, 19:00

Liebe Traudel,
Willkommen auch von mir :hug:
Oh ja glaube mir wir können dich gut verstehen, die Angst sitzt uns doch alle im Nacken, dem einen mehr, dem anderen weniger oder anders ausgedrückt, die anderen haben schon gelernt damit umzugehen. Das braucht Zeit und vielleicht auch entsprechend gute Gespräche. Ich selbst arbeite auch noçh dran und hoffeces wird irgendwann besser. Meine OP war im Juli 2016, beidseitig Mastektomie mit Sofortaufbau und ich habe auch die 12 Wochen im komp. BH in schrecklicher Erinnerung, aber komm, wir haben es geschafft ;) .Jetzt gehe ich wieder arbeiten, mache weiterhin Rehasport und fahre im Sommer zur Reha an die Kūste.
Ich bin oder war auch immer ein positiver Mensch und ein Macher. Ganz so ist es eben nicht mehr, die ganze Sache veråndert und hinterlässt seine Spuren, aber vielleicht auch nicht immer nur negative. Positiv ist das man viele Dinge als unwichtig erkennt und andere in den Vordergrund rücken, die wichtigen. Wir ūber Sachen schmunzeln, ūber die wir uns vorher måchtig aufgeregt haben........usw aber Kopf und Seele mūssen eben erst alles nach und nach verarbeiten.
Und vor allem musst du erkennen, das du auch mal schwach sein darfst, heuelen, schreien, alles rauslassen, stark musstest du doch wohl lange genug sein. Einfach mal NEIN sagen lernen.
Wie gesagt ich bin auch noch in der Lernphase und hoffe die Zeit in der Reha bringt mich da wieder etwas weiter und gute Gespräche, nicht nur mit Årzten, sondern eben auch mit Betroffenen. Warst du zur AHB oder Reha ? In meiner AHB wareb keine BK Frauen, somit war der Austausch mager, nun hoffe ich auf mehr :) .
Aber schon hier das Forum hilft ungemein, es ist eine tolle Gemeinschaft und ich wünsche dir hier einen guten Austausch, viel positive Energie, ein bissel Hilfe vielleicht und auch die Freude am schreiben hier.
Sylvi ;)

Traudel

unregistriert

10

Samstag, 4. März 2017, 02:28

Es dauert einfach seine Zeit

Wahrscheinlich habt ihr recht, dass ich mich einfach zu wenig mit meinen Gefühlen und Ängsten auseinandergesetzt habe, weil ich zu sehr damit beschäftigt war, Stärke zu zeigen.

Erst jetzt holt mich das Trauma ein, ich schlafe schlecht und habe Alpträume.

In Reha oder AHB war ich nicht und habe das auch nicht vor. Mir hilft es, so normal wie möglich zu leben und zu arbeiten, ich habe am Tag meiner Entlassung aus der Klinik wieder angefangen zu arbeiten. Ich fühle mich gesünder und "normaler", wenn ich arbeite. Dazu kommt, dass ich als Selbständige gar keine längere Zeit des Verdienstausfalls verkraften könnte. Außerdem ist es nicht möglich, meine kranke Tochter so lange allein zu lassen. Acht Tage Klinikaufenthalt waren für sie schon grenzwertig.

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