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Mittwoch, 12. April 2017, 07:59

Schwarmwissen zur Lymphdrainage gefragt...

Hallo liebe Foris,

ich bräucht mal euren "Experten-Rat" zum Thema Lymphdrainage....Diese bekomme ich seit der AHB regelmässig von meinem Arzt verordnet und es tut mir sehr gut. Ja eigentlich sag ich sogar, dass ich es nötig habe, denn wenn ich aus irgendwelchen Gründen ca. 3 Wochen nicht behandelt werden kann, verschlechtert sich mein Befinden extrem. Ich habe dann Schmerzen in der Axel und im Bereich der
Narbe, die von der Entfernung der LK zurückgeblieben ist. Die Bewegung des Armes ist eingeschränkt und wenn ich einfach nur spazierengehe, schwellen mir die Arme an. Merkwürdigerweise aber der rechte Arm, der gar nicht betroffen ist. Gehe ich regelmässig mindestens einmal pro Woche zur Behandlung, dann ist das alles kein Thema.

Nun die Frage - ich bin mit der Therapeutin etwas unzufrieden - und würde gerne wechseln. Das ist aber leichter gesagt, als getan... kommt es mir so vor, als wäre es noch schwieriger geworden einen Therapeuten zu finden, der Termine frei hat - und dann weiss ich ja noch nicht einmal ob der mir taugt. Nie wieder hab ich so eine tolle behandlung gehabt, wie in der AHB. Die Praxi danach, war ein Chaoshaufen, die ständig die Termine geschoben haben. Und es war jedesmal ein anderer Behandler, was mir nicht so gut gefallen hat. Die eine die gut dort war, ist gegangen, leider in eine andere Stadt. ..
Meine jetztige fängt nun auch an, mit den Terminen zu spinnen. ...

Jetzt hab ich mich erkundigt und mir wurde angeboten anstelle von 45 MIN LD das ganze auf 30 MIN + EIS zu ändern (das könnte eine Praxis anbieten) aber ist das denn genauso gut oder wirklich eine Alternative? Mir ist eh schon aufgefallen, das meine Therapeutin die 45 MIN inklusive Ruhezeit und Umziehen betrachtet - hm... irgendwie dachte ich ja ich kriege 45 MIN behandlung. Wie ist das eigentlich geregelt. Ist das oK so? Ich wüsste das halt gerne, damit ich mir bei der Praxissuche nicht ein X für ein U vormachen lasse.

Über eure Kommentare/info würde ich mich sehr freuen.

LG
Kaktus
"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas schönes bauen."

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2

Mittwoch, 12. April 2017, 14:05

Hallo liebe Kaktus

:hug: Ich freue mich von Dir zu lesen . Schön dass Du Dich wieder meldest .Diesen Ärger mit derLymphdrainage kenne ich auch . Ich muss regelmäßig Lymphdrainage für meine Beine haben und da gab es auch Probleme, schon bei den Ärzten, wer ist zuständig für die Verordnung . Der Gynäkologe sagt er dürfte keine MLD für die unteren Extremitäten verordnen. Im Krankenhaus in der Onko Ambulanz sagen sie dürfen das auch nicht. Der Hausarzt sagt er weiß nicht was draufstehen muss und darf nur 6 Stück verordnen. Und eine Praxis die Hausbesuchen macht gibt es bei uns auch nur wenige. Ich kann aufgrund der immer wieder dick werdenden Beine kann ich auch nicht richtig Autofahren . Zudem kommen noch Sensibilitätsstörungen in den Füßen und Händen.
S o wie das bei Dir mit derLymphdrainage läuft das ist keinesfalls korrekt . Die ständige Terminschieberei darf einfach nicht sein. Auch müssen die Therapeuten die Zeit, also wie lange lympdrainiert werden muss z. B 45 Minuten, auch einhalten. Da sind Umkleidezeiten oder Anderes nicht enthalten. Ichkann gut verstehen dass Du die Physiotherapiepraxis wechseln willst . Das ist leider immer so ein Ausprobieren. Du kannst höchstens bei Deiner Krankenkasse nachfragen, welche Therapeuten sie empfehlen, oder andere Mitbetroffene in Selbsthilfegruppe oder bei der Krebsberatungsstellen wenn es bei Dir im Wohnort sowas gibt.Oder Deine betreuender Frauenarzt , müsste da auch Bescheid wissen .
Vielleicht kannst Du mit dem Chef der Praxis wenn es eine größere Praxis , wo mehrere Physiotherapeuten beschäftigt sind darüber sprechen , dass Du immer denselben Therapeuten möchtest ( ist eigentlich auch üblich so ) und auch die Termine dass die regelmäßig sind z. B 2x die Woche an bestimmten Tagen , reden . Ansonsten ist ein Wechsel angeraten. Hoffe dass Du eine Lösung dafür findest , denn es ist wirklich wichtig wenn man Lymphprobleme in den Extremitäten hat , regelmäßig seine Lymphdrainagen bekommt . Das mit dem Eis habe ich noch nicht gehört , aber ich bin ja keine Physiotherapeutin . Da weiß ich nicht so gut Bescheid. Aber bei mir ist noch keiner auf so eine Idee gekommen.

Ganz liebe Grüße und :hug: von alesigmai52
Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
mit dem Unbegreiflichen zu leben
Rainer Maria Rilke

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »alesigmai52« (12. April 2017, 14:11)


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3

Donnerstag, 13. April 2017, 00:37

Hi,
mit Eis kenne ich mich auch nicht aus. Ich gehe aber jede Woche zur "normalen" Lymphdrainage, die reine Behandlung dauert immer 50min, also ausziehen etc sollte da nicht dazu zählen! Auch dass die Termine zuverlässig gehalten werden, sollte selbstverständlich sein. Mein Therapeut behandelt dann sogar immer noch zusätzlich meine Narbe. Mir wurde die Praxis vom Hausarzt empfohlen, der verschreibt die Drainage auch, und zwar dauerhaft, würde mein Gyn aber auch machen, der kann/darf das auch definitiv! Auch der Hausarzt hat keine Beschränkung bei der Anzahl. Ich denke es lohnt sich wirklich, sich eine(n) guten Therapeuten(in) zu suchen u notfalls auch mehrere Praxen auszuprobieren.
Lg
Alles, was kommen wird, ist noch unklar. Lebe den Augenblick.

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4

Donnerstag, 13. April 2017, 08:42

Also verschreiben dürfen das Gyn und HAusarzt. und wenn der Hausarzt sagt er darf nur 6 aufschreiben stimmt das auch nicht.
auf dem Rezept muss stehen, dass es "ausserhalb der Regelverordnung " ist UND es geht NICHT auf das Budget der Ärzte, da es als chronische Erkrankung gilt.
es gibt sogenannte langzeitrezepte. ic lasse mir immer 20 aufschreiben . damit komme ich ungefähr ein quartal aus.
ich habe damals auch diverse praxen abtelefoniert um mich wegen der Termine zu erkundigen.
meine jetzige machen sogenannte Dauertermine. ich stehe also automatisch 2 x die woche im PC-Termin . wenn mal geändert werden muss oder was ausfällt, werde ich angerufen
und bei mir ist es auch so dass die behandlug 45 minuten dauert . umziehen geht extra.
es ist eine praxis mit ca 6 Therapeuten. habe jeweils Dienstags und Freitags eine feste Therapeutin, wen die mal nicht können, werde ich auch gefragt ob ich auch zu einer anderen gehe
und wenn mal nur der chef zur verfügung steht werde ich auch gefragt. manche wollen das ja nicht.

also gut umhören, auch am telefon schon viele fragen stellen, die dir wichtig sind. wenn da schon geblockt wird, lohnt es wahrscheinlich nicht.
und ja leider musst du eventuell mehrere ausprobieren, bis du die für dich richtige behandlung gefunden hast .

wo kommst du denn her? vielleicht ist jemand von uns aus deiner nähe und kann jemanden empfehlen

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5

Samstag, 15. April 2017, 07:21

Ich habe von meiner Mutter die Info bekommen, dass die Behandlung auf jeden Fall so lange dauern muss, wie auf der Verordnung steht. Wenn dir dein Arzt also 45 Minuten einmal die Woche verordnet, darf die Praxis da nicht einfach 30 Minuten draus machen, nur weil denen das besser passt. Du hast ein Recht auf das, was der Arzt verordnet hat. Bei meiner Mutter ist es auch so, dass sie einen regelmäßigen Termin hat, jede Woche zur selben Zeit. Sie geht schon seit 13 Jahren in diese Praxis.

LG Nordlicht

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6

Samstag, 15. April 2017, 08:43

Liebe Kaktus-3,

es ist ziemlich schwierig, gute Physiothrapeuten zu finden. In der ersten Praxis, wo ich mal war, haben sie im Sommer auch die Beine nach ca 30 Minuten mit Eis gekühlt. Bis die Physio mit dem Eis kam, hat es immer gedauert. Nach meiner Meinung ist es auch nicht Sinn der Sache. Dein Doc hat dir Lymphdrainagen verschrieben und keine Kühlung mit Eis. Mich hat das damals so geärgert, daß ich die Physiopraxis gewechselt habe. Bei der jetztigen Praxis bin ich sehr zufrieden. Mein Therapeut ist immer der Gleiche. Man ist bemüht, daß man maximal 3 verschiedene Therapeuten hat, falls der Eigene mal krank oder im Urlaub ist. Also kann ich dich nur darin unterstützen, die Physiopraxis zu wechseln. :thumbsup: :thumbsup: :hug:

Liebe Alesigmai,

das Problem bei den Verordnungen für Lymphdrainagen ist, daß Ärzte nur 5 oder 6 Rezepte mit je 6 Lymphdrainagen verordnen können. Danach ist eine Pause angesagt, weil sonst die Verordnungen vom Budget des Arztes gehen. Es gibt aber die Möglichkeit nachden besagten 5 oder 6 Rezepten das Ganze außerhalb des Regelfalls zu stellen. Damit kann der Doc gleich 10 Mal Lymphdrainagen als Dauerversorgung verordnen und diese gehen nicht mehr von seinem Budget ab. Es gibt dafür aber bestimmte Bedingungen. Da mein Lymphödem angeboren ist, habe ich mittlerweile keine Probleme mehr damit. Mein Hausarzt (Internist) hat mich in dieser Sache voll unterstützt. Ich weiß nur nicht , ob man erworbene Lymphödeme auch außerhalb des Regelfalls stellen kann. Normalerweise müsste der Arzt das herausfinden können. Die Krankenkassen haben die Regeln ja aufgestellt. Man hat letzte Jahr versucht , mit einem neuen Gesetz, die Versorgung einzuschränken, so daß nur noch Patienten mit einem Lymphödem Grad 3 regelmäßige Lymphdrainagen bekommen. :cursing: :cursing: Dieses ist, Gott sei Dank,nach Protest wieder zurückgenommen worden. Ab 1.7. bekommen,wie vorher, auch die Patienten mit einem Lympödem Grad 2 wieder regelmäßige Lymphdrainagen. Das Ganze war vom Gesetzgeber auch ziemlich kurzsichtig. Mit einem Lymphödem Grad 3 kann man nicht mehr arbeiten. Anstatt sie froh sind, daß die Grad 2 Patienten noch fit genug dafür sind, machen sie so einen Unsinn. Damit das Lymphödem stabil bleibt und sich nicht verschlechtert, braucht man die Lymphdrainagen.

Liebe Grüße und schöne Ostern

Dagmar

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7

Samstag, 15. April 2017, 10:20

Das mit der limitierten Anzahl an Rezepten wg Budget ist nicht ganz richtig. Es kommt auf die Erkrankunng an. Ich habe keine Dauerverordnung, bekomme aber dauerhaft die Rezepte. Bei meiner Erkrankung bzw OP u den Folgen der Lymphknotenentfernung im Becken ist dies ohne Probleme möglich. Dies liegt auch an meiner Schwerbehinderung, sobald man den Ausweis hat, sollte man den Arzt dann darauf hinweisen. Man gehört dann nämlich automatisch nicht mehr zum Regelfallbudget u der Arzt hat insgesamt viel mehr Möglichkeiten Rezepte aller Art auszustellen. Ich hoffe das hilft weiter, ich weiß allerdings nicht, wie das bei anderen Erkrankungen bzw Körperstellen ist.
Alles, was kommen wird, ist noch unklar. Lebe den Augenblick.

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8

Samstag, 15. April 2017, 10:32

...hallo, ihr Lieben...

...ich hab zu Beginn auch gehört, dass es gut ist eine Drainage machen zu lassen...ich brauch sie am Bein, dort hatte ich ein Melanom und 2 Lymphknoten in der Leiste wurden mir entfernt...
und mein Bein war 3 Wochen geschwollen und rot und die Lymphe ergoss sich in den Oberschenkel. Deshalb war ich voll entschlossen diese Drainage auch zu bekommen...
Nun hab ich mich aber eines Besseren belehren lassen...man hat mir davon abgeraten, weil es möglich wäre, Mikrometastasen beschleunigter auf den Weg zu bringen...dazu hatte ich gar keine Lust, und die Ärzte meinten auch tägliches moderates Laufen ist gut und ausreichend für die Venenpumpe...nun weiss ich nicht, wie ihr das mit den Armen machen könnt...
aber bei mir ist jetzt nach 2,5 Wochen fast alles wieder im Lot und ich hab gestern Abend zum ersten Mal den blöden Strumpf ausgezogen, ich werde ihn auch wieder anziehen demnächst, aber mein Bein gefällt mir sehr gut...
Liebe Grüsse und schöne Ostern für Euch und haltet Euch tapfer. Grethe. :thumbup:

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9

Samstag, 15. April 2017, 11:25

Das mit den Mikrometastasen stimmt, meine Mutter durfte bei fortgeschrittenen EK auch nicht mehr gehen, trotz Beschwerden. Aus diesem Grund war ich mir erst auch unschlüssig, ob ich gehen soll. Hab das aber mit meinen Ärzten u auch meinem Prof abgesprochen, sie haben mir dann alle dazu geraten. Wenn aber eigentlich davon ausgegangen wird, dass man quasi wieder "gesund" ist, ist die Drainage sicher gut bzw es kommt wohl auf die Beschwerden u Anzahl der entfernten Knoten an. Bei mir ist es im kleinen Becken bishin zur Leiste, Ca 30 Stück- da hat man leider eher keine Wahl...Bewegung allein hilft da nicht mehr. Im Gegenteil, die Beine/Bauch wird da dann sogar schlimmer...Die Kompressionsstrumpfhose/Strümpfe sind aber wirklich auch eine gute Sache, hilft best. an allen Stellen- egal ob Bein/Arm...
Was ich bzgl Arztbudget noch vergessen hatte: es geht dabei nicht um die Schwerbehinderung als solche, sondern auch darum, dass es ein eigenes Budget für chronisch Kranke gibt.
Alles, was kommen wird, ist noch unklar. Lebe den Augenblick.